„Machete-Maik“ und Robin Winkelmann diskutieren über Vorurteile

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Werne. Behinderte und gesellschaftlich Benachteiligte sollten in der Öffentlichkeit und in ihrem privaten Umfeld offen zu ihren psychischen oder körperlichen Einschränkungen stehen. Das ist die Empfehlung am Ende der Januar-Versammlung der Selbsthilfegruppe „Inklusionstreff Werne – Barrierefreie Teilhabe“.

Im Mittelpunkt der Drei-Stunden-Veranstaltung im Bunten Haus der Jugendhilfe standen die Autorenlesung von Maik Brunokowski und ein Erfahrungsbericht von Robin Winkelmann.

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Kann sich ein Mensch grundsätzlich glaubwürdig innerhalb von wenigen Jahren von einem Kriminellen zu einem, natürlich straffrei lebenden, christlichen Evangelisten entwickeln? Die Frage beantwortet der in Werne geborene und aufgewachsene Maik Brunokowski mit einem deutlichen Ja. In dem vor einigen Wochen erschienenen Buch „Von der Klinge zum Kreuz“ schildert der heutige Christ mit Knasterfahrung seinen bisherigen Lebensweg.

Durch Gewaltfilme, die er schon im Vorschulalter gesehen habe, sei er bereits in der Grundschule gegenüber Mitschülern gewalttätig geworden. Jahre später als „Machete-Maik“ ist er durch Gewalt, Drogen und andere Straftaten, verbunden mit der meist mitgeführten Machete stadtbekannt geworden. Der 36-Jährige heute: „Ich habe die Polizei auf Trab gehalten“. Nach mehreren Gefängnisaufenthalten schien ein erfolgreicher Weg der Resozialisation kaum vorstellbar.

Vor rund sechs Jahren bekam Brunokowski Kontakt zu Jesus Christus und zur Christlichen Gemeinde in Werne. Heute lehnt der frühere Kriminelle Gewalt und Drogen ab. Sein Lebensweg werde von der Polizei und der Justiz als glaubwürdig eingestuft: „Ich werde in diesem Jahr noch in einer Justizvollzugsanstalt im Rahmen einer Veranstaltung vor Gefangenen sprechen und ihnen von meinen Erfahrungen berichten“.

Um gesellschaftliche Vorurteile ging es bei der Januar-Veranstaltung des Vereins „Rollstuhlgerecht in Stadt Werne“ (RSW). Das Bild zeigt den Vorsitzenden Marius Gellert (links) und die beiden Referenten Maik Brunokowski (Bildmitte) und Robin Winkelmann.

Eine bleibende Erinnerung kann Maik Brunokowski jedoch nicht ablegen. Er ist deutlich sichtbar tätowiert. Einerseits ein Vorteil, um mit Leuten aus bestimmten Milieus ins Gespräch zu kommen, andererseits von Nachteil, beispielsweise bei der Wohnungssuche. Genau an diesem Punkt kommt der Autor zum Thema „Vorurteile“. Manche Mitbürger, so seine Erfahrung, könnten sich nicht vorstellen, dass ein Mensch mit so einer Vita überhaupt in der Lage sein könnte, die kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Vorurteile und Nichtwissen machen auch Robin Winkelmann das Leben manchmal schwer. Darauf wies der zweite Referent hin. Der Technologist für Künstliche Intelligenz & Digitale Transformation hat das Asperger-Syndrom, eine Sonderform des Autismus. Seine Erfahrung fasste er in dem Satz zusammen: „Wer eine nach außen hin nicht sichtbare Behinderung hat, stößt im Alltag oft auf das Unverständnis der Mitmenschen“. Selbst Leute aus dem eigenen sozialen Umfeld müssten sich erst auf den Umgang mit ihm einstellen. Er schilderte, dass für ihn plötzliche Veränderungen im gewohnten Tagesablauf, egal ob positiv oder negativ, nur schwer zu verarbeiten seien. Daraus ergeben sich für den 40-Jährigen auch Probleme beim Aufbau einer festen Beziehung.

Im Anschluss nutzten die Anwesenden intensiv die Diskussionsrunde für Fragen besonders zum Themenbereich „Asperger“.

Das Buch von Maik Brunokowski ist unter dem Titel „Von der Klinge zum Kreuz“ im Christlichen Medienvertrieb Hagedorn erschienen und ist im Buchhandel für 8,80 Euro erhältlich.

Die nächste Veranstaltung des Vereins findet am 20. Februar im Bunten Haus statt. Das Thema steht noch nicht fest.

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