Werne/ Kreis Unna. Die Notfallseelsorge im Kreis Unna ist im Jahr 2025 so häufig wie noch nie zuvor alarmiert worden. Insgesamt 222 Einsätze verzeichnet das Team um Pfarrer und Koordinator Ingo Janzen im Jahresbericht. Das sind 70 Einsätze mehr als im Vorjahr. Die Zahlen stellte die Notfallseelsorge nun ihrem Schirmherrn und Landrat Mario Löhr vor, informiert die Pressestelle des Kreises Unna in einer Mitteilung.
Kreis unterstützt Arbeit der Ehrenamtler
Das Team der Notfallseelsorge begleitet Menschen in absoluten Ausnahmesituationen: Angehörige nach dem Erhalt einer Todesnachricht, Menschen nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen, Eltern bei Kindernotfällen und plötzlichem Kindstod sowie Betroffene nach Suizidversuchen. Auch Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten werden nach besonders belastenden Erlebnissen unterstützt.
Über 220 Einsätze im vergangenen Jahr
Von den 222 Einsätzen fanden 186 im privaten Umfeld und 36 im öffentlichen Bereich statt. Besonders häufig wurde die Notfallseelsorge zur Überbringung von Todesnachrichten gerufen. Mit 47 Einsätzen hat sich diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Weitere häufige Einsatzanlässe waren Begleitungen nach Suizidversuchen (30 Einsätze), Schuleinsätze (sechs Einsätze), Gewalttaten (vier Einsätze) sowie zwei Einsätze nach plötzlichem Kindstod. „Die steigenden Einsatzzahlen zeigen, wie wichtig die Arbeit der Notfallseelsorge im Kreis Unna ist. Gerade in Situationen, in denen Menschen mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert werden, braucht es Unterstützung, Ruhe und ein offenes Ohr“, sagt Landrat Mario Löhr.
Verstärkung für das Team
Im Jahr 2025 hat die Notfallseelsorge sechs neue Mitglieder aufgenommen. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung verstärken sie seit September das Team. Insgesamt engagieren sich nun 36 Personen in der Notfallseelsorge im Kreis Unna, davon 35 ehrenamtlich. „Wir freuen uns über die neuen Teammitglieder und darüber, dass wir die Einsatzbereitschaft jederzeit sicherstellen konnten“, berichtet Ingo Janzen.
Zusammenarbeit mit Einsatzkräften weiter ausgebaut
Die Notfallseelsorge arbeitet eng mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten zusammen. Mit Kreisbrandmeister Rene Wauro und seinem Stellvertreter Dirk Kemke wurden regelmäßige Gespräche vereinbart, um gemeinsame Themen weiterzuentwickeln.
Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei, insbesondere mit Opferschutz und Opferbetreuung, hat sich weiter intensiviert. Bei größeren Schadenslagen übernehmen Mitglieder des Leitungsteams oder speziell geschulte Ehrenamtliche die Einsatzleitung für den Bereich Psychosoziale Notfallversorgung. Durch zusätzliche Qualifikationen stehen hierfür inzwischen sieben besonders geschulte Notfallseelsorgende zur Verfügung.





















