Werne. Fußball-Landesligist Werner SC bleibt auch nach dem achten Spieltag der Saison 26/27 ohne Sieg. Das Team von Pascal Harder verpasste am Sonntag vor offiziell 230 Zuschauern mit dem 1:1 (1:0) gegen den Keller-Konkurrenten SC Altenrheine einen Befreiungsschlag.
„Es war wieder eine gefühlte Niederlage, aber unter dem Strich ist es ein Punkt, der nach hinten heraus wichtig werden kann“, meinte der WSC-Trainer.
Der Sport Club liegt bei nun vier Unentschieden und vier Niederlagen auf dem ersten der vier Abstiegsplätze – und steht vor der Partie am 4. Oktober (16 Uhr) beim Liga-Schlusslicht SC Münster 08 vermehrt unter Druck. „Aber ich sehe noch nicht schwarz, bis Platz elf ist alles eng“, meinte Harder, der den Kader wieder merkbar umbauen musste.
Gegen Altenrheine fehlten Tim Abdinghoff (doppelter Bänderriss), Nico Holtmann (Muskelbündelriss), Leon Becker (Rippe angebrochen), Jonas Woitaschek (Hüfte) und Luis Dombrowski, dessen Vergehen am Vorsonntag in Heessen als „grob unsportlich“ eingestuft und mit einer Vier-Spiele-Sperre bestraft wurde. So spülte es Jonas Pettendrup in die Innenverteidigung, Daniel Durkalic auf die Zehn und Xavier Enakimio als einzige Spitze zurück in die Startelf. Zudem saßen mit Philipp Queller und Pierre-Benou Linnemann zwei U19-Talente auf der Bank.

Für die Gastgeber begann die Begegnung nach Maß: Henry Poggenpohl drang nach zehn Minuten in den Altenrheiner Strafraum ein, Luca Huesmann traf ihn hörbar, und Schiedsrichter Durica Dzijan zeigte umgehend auf den Punkt. Jannik Prinz schickte Janno Sandmann aus seiner Sicht nach links, traf dafür halbhoch rechts zum 1:0 (11.).
In der Folge entwickelte sich – der Bedeutung des Spiels entsprechend – eine wenig ansehnliche Partie mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten. Die besseren Chancen besaßen in dieser Phase die Gäste. Zunächst parierte Henrik Pollak gegen Levin Damer (24.), elf Minuten später tauchte der Werner Keeper ab und entschärfte einen Flachschuss von Thorben Kortenhorn. Die beste Gelegenheit für die Gäste ergab sich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Markus Weidel tauchte frei vor Pollak auf, doch Henrik Warnecke und Zoran Martinovic retteten für ihren Keeper.

Der Ausgleich ließ nach dem Seitenwechsel aber nicht lange auf sich warten: Elias Leferink, mit Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt, lief Pettendrup auf der Außenbahn davon und flankte von der Grundlinie zurück auf Levin Damer, der Pollak aus fünf Metern freistehend keine Chance ließ (48.).
Der Treffer zeigte bei den Gastgebern deutlich Wirkung. „Danach haben wir 20 Minuten gar nichts von dem gemacht, was wir in der Halbzeit angesprochen haben und ändern wollten, gerade im Zentrum enger an den Männern zu bleiben – und haben damit Altenrheine stark gemacht“, meinte Harder, dessen Team zweimal mit Glück einen Rückstand verhinderte. Aber bei gefährlichen Kontern der Gäste schoss Luca Huesmann zunächst aus nicht einmal fünf Metern freistehend über das Tor, dann wurde Altenrheines Nummer sieben im letzten Moment von Marvin Stöver und Pettendrup gestört.
Das Geschehen veränderte sich erst wieder mit einem offensiven Doppelwechsel nach gut 70 Minuten: Finn Drücker und Chris Thannheiser kamen für den erschöpften Routinier Daniel Durkalic und den wirkungslosen Xavier Enakimio – und fortan erhöhte sich der Druck der Werner auf das Gästetor.

Am Ende hatten die Gastgeber Pech beim Doppel-Alu: Zunächst traf Thannheiser nach einer Flanke von Alessandro Persighe den Pfosten, im Nachsetzen schoss Drücker den Ball an die Latte (84.). Dann fischte Torhüter Sandmann den Ball bei einem direkten Freistoß von Jonas Pettendrup spektakulär aus dem Winkel (90.+2), wobei sich Harder sicher war: „Da träumt er heute Nacht noch von.“ Und schließlich verweigerte der Unparteiische kurz vor dem Abpfiff einem Tor von Thannheiser die Anerkennung. „Eher kein Abseits“ vermutete Harder. Auf „maximal gleicher Höhe“ sah sich der Torschütze, doch Dzijans Assistent hob sofort die Fahne.
„Hoffentlich kriegen wir es jetzt mal hin, uns das Glück so zu erarbeiten, dass wir auch mal mit drei Punkten nach Hause fahren“, meinte Harder mit Blick auf das anstehende Kellerduell, denn: „Du brauchst es auch für die Stimmung. Du bist lockerer, du verhältst dich auch anders vor dem Tor. Jannik Prinz ist das Paradebeispiel, der ist so verkopft: Irgendwie muss ich vorbei, muss den machen, muss in die perfekte Position. Auch heute, da muss er einfach mal an seinem Gegenspieler vorbei, der ist 20 Kilo schwerer, selbst wenn er den Ball auf dem schwachen Linken hat, dann macht er den mal mit der Picke weg. Aber da denken die Jungs zu viel und zu lange nach.“
Kritik, er könne seine Spieler nicht motivieren und müsse daher vielleicht auf einen Mentalcoach zurückgreifen, lächelt Harder weg: „Die kämpfen und ackern Woche für Woche, da kann ich einmal mehr keinem einen Vorwurf machen.“ So auch gegen Altenrheine. „Es wäre einfach nur gut und schön für die Jungs, mal ein Erfolgserlebnis einzusacken“, sagt der WSC-Trainer, aber offenbar gilt immer noch: „Hast du Scheiße am Schuh…“ Daher Gegenvorschlag mit Zwinkersmiley: Es braucht einen Schuhputzer, keinen Sportpsychologen.
Vor dem Kellerduell in der Liga steht für den Sport Club noch das Achtelfinalspiel im Pokalwettbewerb des Kreises Münster auf dem Programm. Darin ist der WSC am Mittwoch, 30. September, zu Gast beim Bezirksligisten DJK Wacker Mecklenbeck (20.15 Uhr, Egelshove 1).
Werner SC: Pollak – Stöver, Martinovic, Pettendrup, Poggenpohl – Warnecke (81. Schwenniger), Lachowicz (72. Persighe) – Kleimann, Dukalic (68. Drücker), Prinz – Enakimio (68. Thannheiser)
Tore: 1:0 Prinz (11., Elfmeter), 1:1 Damer (48.)




















