Werne. Wohl nichts prägt Werne so sehr wie seine Kirmes, das „größte Volksfest an der Lippe“. Ob Fahrgeschäfte, Krammarkt, Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten – für die Wernerinnen und Werner ist das letzte Oktoberwochenende mehr als ein jährliches Event.
Es ist der Höhepunkt des öffentlichen Lebens in der Stadt. Aber welche Erinnerungen und Besonderheiten sind mit der Sim-Jü verknüpft? Was ist einzigartig an Sim-Jü? Und was macht die ganz besondere Atmosphäre aus?
Darum soll es in der Oktoberausgabe der Reihe „Geschichte erzählen“ am Donnerstag, 8. Oktober, 18.30 Uhr, im Stadtmuseum gehen. Anders als sonst erwartet die Besucher/innen aber kein Vortrag, sondern ein Erzählcafé – und die ausdrückliche Aufforderung, mitzudiskutieren.
Eine Podiumsdiskussion mit Helle Juhl Eggersmann, Tochter von Sim-Jü-Experte Rainer Schulz, dem ehemaligen langjährigen Marktleiter Jürgen Menke, dem Schausteller Rudi Isken sowie weiteren Gästen wird die Einstimmung in das breite Themenfeld „Werne und Sim-Jü“ bieten.
Im Anschluss sind dann alle gefragt: Ob lang Vergangenes oder erst kürzlich Erlebtes, lieb gewonnene Fahrgeschäfte, die beste Zuckerwatte oder besondere Fundstücke auf dem Krammarkt – große und kleine Erinnerungen an das größte Volksfest an der Lippe können ausgetauscht und abgeglichen werden. Das Stadtmuseum freut sich auf einen lebendigen Austausch!
Das Erzählcafé ist dabei Teil des Projekts „MemoryLab“, mit dem aktuell die Zeitgeschichte in Werne gesammelt und erfasst werden soll.
Zum Hintergrund:
„Geschichte“ ist nicht einfach „früher“. Auch unsere eigenen Lebenserfahrungen sind irgendwann historisch. Darum dürfen auch Museumsausstellungen nicht in tiefer Vergangenheit stehen bleiben, sondern müssen auch die jüngste Vergangenheit in den Blick nehmen. Das Stadtmuseum Werne macht sich daher auf die Suche nach Wernes Stadtgeschichte der letzten 60 Jahre.
Mit dem „MemoryLab“ sind alle Wernerinnen und Werner aufgerufen, ihre individuellen großen und kleinen Geschichten zu erzählen. Was hat Werne in den Jahrzehnten nach 1960 ausgemacht? Was veränderte sich? Wie wirkte es sich auf das Leben hier aus? Wie erlebte Werne den Kalten Krieg, die Ölkrise der 1970er Jahre, die Wiedervereinigung, die Einführung des Internets? Wie fühlte es sich an, als der Kreis Lüdinghausen aufgelöst wurde und Werne mit dem Kreis Unna plötzlich auf dem Papier nicht mehr Münsterland, sondern auch Ruhrgebiet wurde? Wie wurde die Umstellung der Postleitzahl von 4712 auf 59368 aufgenommen? Welche Erinnerungen gibt es an prominente Besuche, Stadtfeste, außergewöhnliche Events, aber auch an Unfälle, Stürme, Schneekatastrophen, Überschwemmungen oder Brände?
Eingereicht werden können die Geschichten sowohl ganz bequem online unter https://www.werne.de/de/erlebnis/altstadt-entdecken/stadtmuseum/MemoryLab.php oder bei einem persönlichen Termin im Stadtmuseum.
Das Erzählcafé findet am Donnerstag, 8. Oktober, ab 18.30 Uhr in der Westfälischen Stube des Stadtmuseums statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.




















