Werne. Die Fotoreise durch Alt Werne startete nach der Sommerpause mit einem neuen Thema. Gaststätten in Werne zwischen 1900 und 2000. Die Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Westfälischen Stube im Museum bekamen viele traditionelle Gaststuben und schöne zugehörige Geschichten geboten.
Peter Voß hatte über Jahre recherchiert und viele alte Fotos zusammengetragen. In seiner Einleitung blickte er auf seine eigene Entwicklung zurück und erzählte, wie er zusammen mit Freunden in den 1990er Jahren schon einmal den Gedanken hatte, alle Gaststätten aufzulisten und zusammenzutragen.
Das Kriterium zur Abgrenzung war damals: „Ein gezapftes Bier muss es dort geben“. Von Mia Schulz am Kirchhof bis zum Heidekrug in Wessel kamen mehr als 100 Kneipen zusammen.
Beim Fotoabend begann der Spaziergang durch die Innenstadt selbst verständlich auf dem Kirchhof mit der Hausnummer 2. Wenn am Sonntag im Hochamt die Predigt begann, verließen einige Herren ihren Stehplatz unter der Orgelbühne und gingen hinüber nach Mia Schulz. Dort standen schon einige gezapfte Biere auf der Theke und warteten auf die Herren. Zum Ende der Predigt waren alle zurück. Es gab auch den einen oder anderen Vikar oder Kaplan, der zwischen Predigt und Kommunion noch schnell bei Mia ein Bier trank.
Bei der alten Gaststätte Angelkort erinnerte sich mancher an den selbstgebrannten Kalmus. Eine Dame erzählte, dass man bei dieser Gaststätte damals auch gerne von der Außenstelle der Stadtverwaltung sprach. Einer der Polizeimeister kam gerne auf seiner nächtlichen Streife gegen 0 Uhr vorbei und fragte, ob alles in Ordnung sei. Dann ging er rechts in den kleinen Verkaufsraum, fand dort einen kleinen Flachmann auf dem Tisch – und dann war alles in Ordnung.
Beim Hotel Baumhove erinnerte sich mancher an den alten kupfernen Braukessel, der lange auf der hinteren Tenne gestanden hat. Durch den Hintereingang gingen Bergleute, die nach der Nachtschicht des Samstags die 6 Uhr Frühmesse im Kloster besucht hatten, zum Frühschoppen nach Baumhove und erst nach Töttchen und Bier nach Hause. Bis nach dem Ersten Weltkrieg haben noch eine ganze Reihe von Wirtsleuten selbst Bier in Werne gebraut.




















