Werne. Eintracht Werne hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A (1) verpasst. Am Freitagabend verlor das Team von Aykut Kocabas mit 2:4 (0:0) gegen den SV Westfalia Rhynern II und belegt nun mit 19 Punkten Rang drei hinter Spitzenreiter Hammer SC 08 (21) und der Reserve des Regionalligisten (20). Bereits am Sonntag geht es für die Werner weiter, wenn sie beim Tabellenzehnten TuS Wiescherhöfen II antreten müssen (15.15 Uhr, Wielandstraße).
Kreisliga A1 (UN/HAM), Nachholspiel: Eintracht Werne – Westf. Rhynern 2:4 (0:0)
Das Dilemma: Während auf der Bank der Rhyneraner sieben Feldspieler und ein zweiter Torwart saßen, wurde es bei der Eintracht schnell einsam um Einwechselspieler Kevin Kocalaan. Er hatte die komplette Sitzfläche für sich alleine, nachdem Youness Rissane bereits in der vierten Minute für den verletzten Muhammed Yilmazer eingewechselt werden musste.
„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir zeigen mit einer Not-Elf eine Top-Leistung gegen die derzeit wohl formstärkste Mannschaft der Liga, haben uns sehr, sehr gut verkauft“, meinte Kocabas, der mit Enes Akyüz (Rotsperre), Can Bozkurt (Schichtarbeit) und Kapitän Kadir Kavakbasi (privat verhindert) auf drei Spieler verzichten musste, die „tendenziell in der Startelf stehen“.

Yilmazer und Basir Kayikci mussten daher angeschlagen beginnen. „Sie haben unter der Woche nicht trainieren können, aber sie sollten schauen, wie weit sie kommen – Muhammed war dann ja früh raus, bei Basir begannen die Schmerzen so nach 60 Minuten, aber nach unseren Toren hat er die wohl verdrängt und weiter durchgehalten“, berichtet Kocabas. Nach 79 Minuten durfte auch Kayikci in den Feierabend. Für ihn kam Kocalaan.
Bis dahin hatte die Eintracht zumindest einen Punkt im Visier. Vor der Pause waren die Gastgeber im „Duell der Ballermänner“ (beide Teams treffen im Schnitt fünf Mal pro Spiel) torgefährlicher und besaßen durch Apo Sahin, Rissane und Firat Isikli die besseren Chancen. Als Rhynerns Marvin Madesta nach dem Seitenwechsel binnen zwölf Minuten einen Dreierpack schnürte (48., 52., 57.), „dachte alle, das Spiel ist gelaufen“, wie der Eintracht-Trainer meinte. Doch sein Team kam zurück, erzielte durch Sahin und Santino Benning binnen 120 Sekunden die Tore zum 1:3 und 2:3 (65., 66.) – und besaß sogar die große Chance zum Ausgleich. Nach einem Freistoß scheiterte Rissane im Eins-gegen-eins an Gästekeeper Simon Nordhoff. Kocabas: „Da hätte das Spiel komplett kippen können.“ Das 2:4 durch Yannick Meier beendete wenig später die Hoffnungen der Gastgeber (79.).

Am Sonntag wird Yilmazer ausfallen, dafür stehen Bozkurt, Kavakbasi und Akyüz wieder zur Verfügung. „Trotzdem wird es bei zwei Spielen in drei Tagen nicht einfacher, zumal wir uns in Wiescherhöfen immer sehr schwer tun“, sagt Kocabas, für den personelle Engpässe zur Tagesordnung gehören: „Ich bin jetzt das zehnte Jahr in Werne dabei. Wir spielen Jahr für Jahr oben mit, aber es fehlt immer an der Breite des Kaders. Auch dieses Mal hat keiner damit gerechnet, dass wir so eine Saison spielen, nachdem uns im Sommer viele Leistungsträger verlassen hatten. Für uns ist es als familiärer Verein nicht leicht. Unsere Aufgabe als sportliche Leitung ist es, junge Leute zu finden, die nicht so im Fokus stehen und nicht auf jeden Euro achten.“
Der Kader für die laufende Saison besteht eigentlich aus 17 Spielern, zwei Rückkehrer sind noch eingeplant. Emil Reczek, der im Sommer von der Hammer SpVg II nach Herringen gewechselt ist, aber für den SVE kein Spiel bestritten hat, ist ab Mitte November spielberechtigt, ein Zugang aus der Zweiten des Türkischen SC ist nach der Winterpause dabei. „Eventuell kommen noch ein, zwei Leute hinzu, mit denen wir noch in Gesprächen sind“, berichtet der Werner Trainer, sagt aber auch: „Da entscheidet sich nach Ablauf der Hinrunde, ob es sich lohnt, sich zu verstärken.“ Bis dahin wollen er und sein Team das Maximum herausholen. Spielerisch, das hat die Eintracht auch gegen Rhynern II bewiesen, gehört sie zu den Top-Teams der Liga. Kocabas: „Eigentlich fehlt uns nur noch ein kleines bisschen nach ganz oben.“
Jubiläum und runder Geburtstag bei Eintracht Werne

Vor dem Spiel der 1. Mannschaft am vergangenen Sonntag (3:0 gegen die Hammer SpVg II) stand bei Eintracht Werne eine Ehrung langjähriger Mitglieder an. Vorsitzender Robin Böcker überrreichte Michael „Mike“ Krzyzosiak für 40 Jahre und seiner Frau Ute für 25 Jahre eine Urkunde sowie gratulierte Burkhard Schäper zum 70. Geburtstag.




















