0:3 gegen Kinderhaus: Werner SC verkauft sich bei Pokal-Aus teuer

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Werne. Fußball-Landesligist Werner SC hat nach drei Siegen in Folge wieder ein Pflichtspiel verloren. Gegen den zwei Klassen höher spielenden SC Westfalia Kinderhaus gab es am späten Donnerstagabend im Viertelfinale um den Pokal des Kreises Münster eine 0:3 (0:2)-Niederlage.

Diese kam nicht unerwartet zustande. Denn gegen den Oberligisten stand mehr als ein halbes Dutzend an Stammkräften nicht zur Verfügung – was eine erhebliche Rotation in der Startformation zur Folge hatte.

„Co“ Justin Hermeier und Geschäftsführer Marc Dittloff, die die Trainer-Brüder Pascal und René Harder vertraten, hofften ebenso wie die 120 Zuschauer vergebens auf eine Überraschung, wie sie dem Sport Club in den vergangenen Jahren gegen den jetzigen Regionalligisten Westfalia Rhynern im Landespokal oder eben gegen Kinderhaus – da noch in der Westfalenliga – gelungen ist.

Dennoch waren die Werner Verantwortlichen sehr zufrieden mit der Leistung des Teams.  „Man muss das Spiel vom Ergebnis trennen. Von der Disziplin und vom Kampfgeist her waren das 100 Prozent und am Ende kann man damit gut leben“, meinte Hermeier.

In der endgültig letzten Partie vor der Erneuerung des Kunstgrüns im Lindert (sollte eigentlich schon am Sim-Jü-Montag beginnen) besaßen die Münsteraner Vorstädter wie erwartet vom Anpfiff an ein klares Plus an Ballbesitz. Doch der WSC verteidigte konzentriert und ließ den Gästen in den ersten 35 Minuten keine Korridore für Tiefenläufe und vertikales Passspiel, machte auch die Außenbahnen dicht. So fiel der Führungstreffer für Kinderhaus eher aus dem Nichts heraus: Avni Özmen zog mittig aus 20 Metern ab, Jan Pettendrup streckte sich vergebens – der Ball schlug aus Sicht des Schützen unten links ein (17.).

Pierre-Benou Linnemann präsentierte sich wieder zweikampfstark in der WSC-Defensive.

Der Sport Club setzte in der Folgezeit auch einen der erhofften Nadelstiche: Bei einem Angriff über die linke Seite steckte Alessandro Persighe auf Tom Kleimann durch, der zwar Torhüter Steffen Scharbaum schlecht aussehen ließ, doch Fabian Kemper rettete kurz vor der Linie für seinen Keeper. „Man muss in solchen Spielen auch Spielglück haben, dann gehen solche Bälle auch mal rein, dann machst du das 1:1 und gehst mit einem ganz anderen Gefühl in die zweite Halbzeit rein“, meinte Justin Hermeier. Wenig später versuchte es Jannik Prinz nach einem Ballgewinn im Mittelkreis von Kleimann aus gut 50 Metern direkt, doch Torhüter  Scharbaum – weit vor seinem Kasten postiert – war aufmerksam und lief den Ball sicher ab.

In den Schlussminuten der ersten Hälfte mehrten sich die Chancen für den Favoriten: Zunächst gab’s nach einem Ballverlust von Pierre Linnemann eine Doppelchance für Benedikt Fallbrock sowie Özmen, der wenig später mit einem Kopfball an Jan Pettendrup scheiterte. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff fiel schließlich das 0:2 – wiederum durch einen Schuss von Özmen aus etwa 20 Metern. Hermeier: „Okay, die machen dann das zweite Tor, und das ist eben auch die Qualität, die man als Oberligist mitbringt. Die brauchen dann in einer Halbzeit nur zwei, drei Situationen, die dann spielentscheidend sind.“

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel vergab Prinz auf Zuspiel von Kleimann die große Chance, die Partie mit dem Anschlusstreffer wieder offen zu gestalten (47.). Doch im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit schmolz die Hoffnung der Gastgeber auf den Halbfinal-Einzug dahin. Der Gast kontrollierte mit insgesamt überschaubarem Aufwand die Partie, ohne vom Sport Club in der Defensive über Gebühr gefordert zu werden.

Der WSC, defensiv weiter stabil, brachte mit Durkalic und Thannheiser sowie mit A-Junior Philipp Queller zwar frische Offensivkräfte, nennenswerte Chancen ergaben sich aber keine mehr. Hermeier: „Klar, wir haben geöffnet, aber es geht dann irgendwann auch mal ein bisschen die Puste weg.“  

Neun Minuten vor dem Ende machten es die Gäste schließlich standesgemäß: Jan Pettendrup wehrte einen von Levent Öztürk flach als Aufsetzer geschossenen Freistoß aus 25 Metern nach vorne ab, Henri Isert staubte zum 3:0 aus Sicht der Gäste ab.

Weil an Allerheiligen, 1. November, spielfrei ist, bestreitet der Werner SC sein nächstes Spiel in der Liga am Sonntag, 8. November, bei der SpVg Emsdetten 05. Anstoß im Salvus-Stadion am Grevener Damm ist bereits um 14.30 Uhr.

Werner SC: Jan Pettendrup – Geue (85. Ambrose), Linnemann, Jonas Pettendrup, Hahn (69. Thannheiser) – Lachowicz, Kleimann – Schwenniger (56. Durkalic), Prinz, Persighe (59. Queller) – Drücker (77. Wagner)

Tore: 0:1 Özmen (17.), 0:2 Özmen (43.), 0:3 Isert (81.)

Zuschauer: 120

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