Nach Test-Chaos: Uhlandschule in Werne hisst die weiße Flagge

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Werne. Die Uhlandschule in Werne hisst symbolisch die weiße Flagge. Die kurzfristige Anpassung der „Lolli“-PCR-Testdurchführungen an den Grundschulen in Werne mache sie fassungslos, sagt Leiterin Eleonore Neumann im Gespräch mit WERNEplus.

Das NRW-Schulministerium teilte den Schulleitungen erst am späten Dienstagabend (25. Januar) mit, dass die Auflösung positiver Pools durch PCR-Einzeltests verändert wird. Es ist keine Abgabe von PCR-Rückstellproben an die Labore mehr vorgesehen. Stattdessen werden Schülerinnen und Schüler eines positiv getesteten Pools so lange mit Antigenschnelltests und nach dem bisherigen Rhythmus mit Lolli-Tests getestet, bis das nächste negative Pooltestergebnis vorliegt.

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In der Theorie „fischten“ die Labore anhand der Rückstellproben bislang die infizierten Kinder heraus. Durch deren Wegfall müssen nun die Schülerinnen und Schüler bei einem positiven Pool-Test in die Lehranstalt kommen, obwohl sich unter ihnen mindestens ein angestecktes Kind befindet. Um die positiven Fälle zu identifizieren, müssen die Mädchen und Jungen nun einen Selbsttest anwenden. An der Wiehagenschule müssen die Kinder dazu in die Turnhalle, an der Uhlandschule werden die Klassen geteilt und auch die OGS-Räume genutzt. Eventuell positiv getestete Kinder müssen von ihren Eltern wieder abgeholt werden.

„Das sagt sich alles so leicht, ist in der Praxis aber schwer umsetzbar. Gerade sitzt bei uns auch ein Kind, dessen Eltern wir noch nicht erreichen konnten“, erläutert Eleonore Neumann, die sich inhaltlich zu der Entscheidung, dass Schulkinder aufgrund fehlender PCR-Testkapazitäten wieder zugunsten „vulnerabler Gruppen“ zurückstehen müssen, gar nicht äußern möchte. Sie sagt aber: „Wir brauchen einfach mehr Vorlaufzeit, um alles zu organisieren. Weniger Wertschätzung geht nicht mehr.“

Nach den überraschenden Neuigkeiten musste Eleonore Neumann am Mittwochmorgen nicht nur ihr Kollegium informieren, sondern auch möglichst die Eltern der 460 Mädchen und Jungen über die Klassenpflegschaftsvorsitzenden erreichen. Aus Protest gegen das Test-Chaos hisste die Schulleitung heute (27. Januar) die weiße Flagge.

4.500 Schnelltests hat die Schulleitung geordert, den Eltern wird geraten, mit den Kindern zuhause den Abstrich zu üben. Im Elternbrief der Wiehagenschule wird die Nutzung der offiziellen Testeinrichtungen begrüßt, um den zeitlichen Aufwand sowie die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung für Mitschüler und Lehrkräfte zu minimieren.

„Bislang haben wir noch Glück gehabt“, verweist Neumann auf den niedrigen Krankenstand in der Lehrerschaft an der Uhlandschule. Doch das könne sich auch ändern. „Man lässt uns mit Karacho gegen die Wand laufen“, klagt die engagierte Schulleiterin, die sagt: „Wir lassen unsere Schule nicht allein. So abgebrüht ist niemand.“ Aber das wüsste auch das NRW-Schulministerium.

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