Umfrage zeigt: Fachkräfte und Gewerbeflächen sind Mangelware

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Werne. Mit den Faktoren Verkehrsanbindung, Schulangebote, Lebensqualität und Gesamtzufriedenheit kann der Wirtschaftsstandort Werne punkten. Das lässt sich aus den Ergebnissen einer Unternehmensbefragung ablesen, die die Wirtschaftsförderung (WF) der Stadt im Oktober und November 2021 durchgeführt hatte.

Die Fragebögen wurden 248 Unternehmen geschickt, der Rücklauf lag bei 74 Antworten (knapp 30 Prozent), berichtete Wirtschaftsförderer Matthias Stiller am Dienstag, 8. März 2022, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (ASPW). Für eine namentlichen Beteiligung der Unternehmen sei dies ein ordentlicher Rücklauf, erklärte er.

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Die Zufriedenheit mit der Breitbandanbindung und dem Service der Stadtveraltung wurde in der Umfrage mittelprächtig beurteilt. Anders sieht es dagegen bei der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, von Gewerbeflächen und -immobilien sowie von Wohnraum aus. Hier schätzten die Betriebe die Situation bestenfalls gemischt, eher schlecht oder sehr schlecht ein. Bei den Gewerbeflächen und Wohnungsangebot spielt das Preisniveau wichtige Rolle.

Mittelständischer Produktionsstandort

24 Prozent der befragten Betrieben sind dem Bereich Industrie zuzuordnen, 20 Prozent dem Handwerk. Einen kleineren Teil nähmen in dem Branchen-Mix Logistik und Dienstleistungen ein, so Stiller. „Werne ist ein mittelständischer Produktionsstandort, der boomt“, sieht der Wirtschaftsförderer der Stadt eine gute Wirtschaftslage. Auch ein „Corona-Knick“ könne man trotz einiger Ausnahmen kaum zu erkennen, äußerte er gegenüber WERNEplus.

Wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitskräftebedarf

Die Erwartungen der Firmenlenker an die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Betriebe in den folgenden sechs Monaten waren im Herbst eindeutig: 27 Prozent erwarteten eine Verbesserung und 59 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung. 14 Prozent befürchteten eine Verschlechterung. Sorgen bereiten den Unternehmen der Fachkräftemangel und Lieferengpässe. Verglichen mit den Umfragewerten von 2014 sei hier eine deutlich schlechtere Beurteilung zu erkennen. Für die kommenden zwölf Monate, so gaben es 57 Betriebe (79 Prozent) der antwortenden Unternehmen an, rechneten sie mit weiterem Bedarf an Arbeitskräften. 85 Prozent von ihnen signalisierten, dass sie Probleme bei den Stellenbesetzungen erwarten.

Bedarf an Gewerbeflächen

Angebot und Nachfrage klaffen hier auseinander. 22 (30 Prozent) der befragten Unternehmen wollen ihre Standorte innerhalb der nächsten vier Jahre erweitern. 15 haben Grundstücksbedarf, 16 benötigen eine Immobilie (Mehrfachnennungen möglich). Sollten sich die Bedarfe hier nicht erfüllen lassen, halten neun Firmen (Fläche) und elf Firmen (Immobilien) eine Abwanderung für erforderlich. 52 Betriebe hingegen verneinten Flächenbedarf und 47 Gebäudebedarf. Insgesamt liegt der Flächenbedarf bei 31 Hektar. Neue Pläne für ein Gewerbegebiet werde man in diesem Jahr nicht angehen, betonte Stiller nach dem Bürgerentscheid gegen den Gewerbepark Nordlippestraße Nord. Da müsse man nun erst die Regionalplanung abwarten, hieß es.

Eine Überraschung und Ausblick

Das Thema Fördermittel beschäftigt laut Umfrageergebnis die Firmenleitungen offenbar sehr stark. Hier herrsche großer Beratungsbedarf, stellte das WiFö-Team mit Matthias Stiller, Philip Cramer und Daniela Gousetis fest. In der Höhe der Nennungen war dies überraschend, ordnete Stiller ein. Hier werde man Handlungsansätze prüfen. Interesse an Unterstützungsleistungen durch die Wirtschaftsförderung gibt es unter anderem in der Zusammenarbeit von Schule und Beruf, der Fachkräftegewinnung und beim Thema Digitalisierung.

Oben auf der To-do-Liste der Wirtschaftsförderung stehen in diesem Jahr deshalb zwei Ausbildungsbörsen. Im April und im Herbst will man die Kontaktschmiede zwischen Jugendlichen auf dem Weg in Ausbildung und Beruf und den Unternehmen gleich zweimal ausrichten, schilderte Stiller. Ferner stehe in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing der Workshop „Wirtschaft und Arbeit“ an. Der Energiestandort Werne (z.B. Gersteinwerk, Open Grid) zählt zu den Schwerpunkten der Arbeit. Zudem wolle man Informationen zum Thema „Kommunales Wasserstoffnetz Metropole Ruhr“ einholen. Wohnraum, Innenstadtentwicklung, Nachhaltigkeit in Gewerbegebieten und Klimaschutz bleiben Dauerthemen.

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