Muss das AFG erweitert werden? Uneinigkeit im Schulausschuss

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Werne. Das Anne-Frank-Gymnasium (AFG) platzt laut Schulleiter Marcel Damberg aus allen Nähten. Auch das Planungsbüro GEBIT aus Münster bescheinigte dem städtischen Gymnasium eine dauerhafte Vierzügigkeit. In Rede steht der Bedarf nach 18 weiteren Räumen an dem städtischen Gymnasium. Eine Machbarkeitsstudie für die bauliche Erweiterung des AFG sollten die politischen Fraktionen im Schul- und Sportausschuss auf den Weg zu bringen.

Doch zu einer Abstimmung kam es nicht. Die CDU und die Grünen meldeten Beratungsbedarf an. Besonders Philipp Gärtner, schulpolitischer Sprecher der Christdemokraten, legte den Finger in die Wunde bzw. zeigte angesichts leerer Haushaltskassen die Problematik auf: „Ein 800 Quadratmeter großer Anbau würde sieben bis acht Millionen Euro kosten.“ Er regte an: „Vielleicht müssen wir auswärtige Kinder ablehnen und auch stärker auf die pädagogischen Empfehlungen achten.“

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GEBIT-Mitarbeiter Georg Heller, der in der Sitzung die Schülerzahlen vorstellte, antwortete: „Ja, sie dürfen Schüler ablehnen, wenn diese an ihrem Wohnort die gleiche Schulform, also in diesem Fall ein Gymnasium, haben.“ Und er rechnete weiter vor, dass rund die Hälfte der auswärtigen Schüler abgelehnt werden dürften. „Das sind dann rund 20 Kinder weniger, trotzdem liegen die Anmeldezahlen dann über 90 – eine sichere Vierzügigkeit“, so Heller weiter.

Vor allem um die Mädchen und Jungen aus Rünthe entbrannte eine Debatte. „Rünthe zählt zu Bergkamen“, sagte Gärtner. Dirk Pohl (SPD), selbst mit Wurzeln in dem Bergkamener Stadtteil, erwiderte: „Ja, rechtlich ist das so. Aber sie kommen lieber nach Werne. Wir können doch stolz sein, Schulstandort zu sein und so ein großes Einzugsgebiet zu haben. Jetzt zu sagen, Rünthe gehört zu Bergkamen, finde ich kleingeistig.“

Christoph Schade (Bündnis 90/Die Grünen) erkannte „eine einseitige Belastung unserer Kommune“ und Parteikollege Maximilian Falkenberg meinte: „Die Kosten lassen sich derzeit nicht abschätzen.“ Also gehe es nur ums Geld, konterte wiederum Dirk Pohl.

Eine weitere Diskussion entwickelte sich rund um die pädagogischen Empfehlungen. Wie viele Schüler/innen haben nur eine eingeschränkte Empfehlung für das Gymnasium oder gar nur eine Empfehlung für die Realschule? Viele (Prozent)-Zahlen wurden von beiden Seiten in die Runde geworfen – mit dem Ergebnis, dass hier und da Zweifel aufkamen. Bei dem Wunsch der Grünen und CDU nach Beratung innerhalb ihrer Fraktion blieb es, während die SPD gerne direkt über die Machbarkeitsstudie abgestimmt hätte.

Schuldezernent Frank Gründken mahnte: „Es macht keinen Sinn. Wir müssen die Entscheidung in die November-Sitzung schieben. Allerdings können wir als Verwaltung dann auch keinen weiteren Input mehr zur Verfügung stellen.“

Marcel Damberg äußerte sein Unverständnis: „Schieben, schieben. Irgendwann kriegen wir Probleme. Wir brauchen den Platz. Und das kommt nicht aus heiterem Himmel. Das wissen wir schon viele Jahre.“

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