Erste Geflüchtete beziehen Unterkunft in der Barbaraschule

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Werne. Dort wo früher Schüler lernten und danach Kinder spielten, ist dringend benötigter Platz für Geflüchtete entstanden. Ende März hatten die Umbauarbeiten begonnen, jetzt sind die ersten Menschen in die ehemalige Barbaraschule eingezogen.

Kordula Mertens, als Sozialdezernentin zuständig für den Bereich „Asyl“, schilderte während der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF) Werne e.V. die aktuelle Flüchtlingssituation in Werne. „In diesem Jahr haben wir bereits 106 Personen aufgenommen, das sind mehr als im gesamten letzten Jahr. Und die Zuweisungen erfolgen regelmäßig, weil natürlich die Gesamtzahl steigt“, berichtete sie. Ukrainische Geflüchtete seien in dieser Statistik ausgenommen.

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13 städtische Einrichtungen stehen zur Verfügung. „Die ehemalige Wienbrede- und Barbaraschule helfen uns bei der Unterbringung sehr, um nicht im Notfall auf Turnhallen zurückgreifen zu müssen. Aber wir halten auch immer Ausschau nach neuen Möglichkeiten“, sagte Mertens. Bereits im Frühjahr hatte sie im öffentlichen Sozialausschuss von Umbauten in der einstigen Förderschule am Beckingsbusch berichtet.

Unter anderem sind in den bisherigen, etwa 60 Quadratmeter großen Gruppenräumen der inzwischen ausgezogenen Kita – passend zu den bestehenden Fenstern – Wände bis unter die Decke gezogen worden, sodass pro Raum drei getrennte Wohnzellen entstanden sind.

Nach ähnlichem Konzept ist der Umbau ein Stockwerk darüber erfolgt, in dem zwischenzeitlich dreieinhalb Jahre lang die evangelische Kita unter dem Regenbogen beheimatet war. Hier ist unter anderem auch ein behindertengerechtes WC installiert worden.

„Am Montag sind die ersten drei Personen eingezogen. Platz gibt es in den umgebauten Räumlichkeiten für rund 40 Menschen. Wir achten bei der Belegung drauf, dass es passt“, sagte sie. Einer Anwohnerin, die sich während einer Versammlung der KAB St. Konrad auf dem Kirchberg zu Wort gemeldet hatte, nimmt Kordula Mertens mögliche Sorgen: „Durch die dezentrale Unterbringung der Geflüchteten in Werne, gibt es kaum Unruhe oder Beschwerden. An der Barbaraschule ist die Unterkunft mit dem VHS-Standort kombiniert, an der Wienbredeschule mit einer städtischen Verwaltungseinheit. Und wenn es doch einmal Probleme geben sollte, kann man sich direkt an uns wenden.“

Wieder mehr alleinstehende Männer als Familien

586 Geflüchtete, davon 298 aus der Ukraine, leben derzeit in Werne, 264 von ihnen in städtischen Unterkünften. „113 von diesen Menschen dürften sich eine eigene Wohnung suchen, finden aber keine, so dass sie als ‚obdachlos‘ gelten. Die Anzahl der verfügbaren Wohnungen in Werne ist gering, es besteht eine große Konkurrenz mit anderen Mitbürgern“, berichtete Kordula Mertens weiter.

35 unterschiedliche Nationalitäten waren unter den Zuweisungen in diesem Jahr. „Es sind viele Menschen aus Afrika dabei, aber auch aus der Türkei und Russland. Der Konflikt in Israel und Gaza macht sich derzeit noch nicht bemerkbar. Und wir stellen fest: Es kommen wieder mehr alleinstehende Männer als Familien.“

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