Samstag, März 14, 2026

An(ge)dacht: Geteiltes Leid und doppelte Freude

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Werne. Sicherlich ist Ihnen der Ausspruch geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude geläufig. Doch welchen Hintergrund hat dieser Ausspruch und was geschieht eigentlich in unserem Körper?

Wenn wir uns freuen, dann wird in unserem Gehirn verschiedene Glückshormone, u.a. Dopamin ausgeschüttet. Diese bewirken unter anderem, dass wir aufmerksamer sind. Es kann ebenfalls Vorfreude auf etwas auslösen und ist ein richtiger Motivationsschub. Wir sind dann voller Tatendrang.

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Gleichzeitig ist es so, dass wir Menschen soziale Wesen sind, die ihr Leben mit anderen teilen wollen. Wir haben ein Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und nach der Bestätigung der eigenen Meinung. Wenn unsere Meinung bei anderen Anklang findet, dann sind wir damit nicht mehr allein und fühlen uns dadurch besser. Wir spüren, wir gehören dazu.

Eine gemeinsame tolle Unternehmung, die bleibt in Erinnerung und ich habe jemanden, mit dem ich mich darüber austauschen kann und in gemeinsamer Erinnerung schwelgen kann. Dann ist das Dopamin wieder da.

In diesen Tagen sieht man vielerorts wieder viele Kinder, die mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen. Es wird an den Heiligen Martin von Tours gedacht, der, der Legende nach, einem armen Bettler die Hälfte seines Mantels schenkte.

Ich glaube, dass Martin ganz viel Dopamin im Körper hatte, denn diese bekannte Legende ist nur ein Beispiel für seine Hilfsbereitschaft. Er hat im wahrsten Sinne des Wortes das Leiden des Bettlers geteilt und ihm damit ein Stück Würde zurückgegeben. Er hat ihn gesehen.

Auch wir heute tun gut daran, Freud und Leid mit anderen Menschen zu teilen. Dafür müssen wir gar nicht unseren Mantel teilen, noch große Summen an Geld spenden. Es sind die kleinen Dinge, die dem Anderen zeigen: Ich bin da, ich sehe dich und ich nehme dir ein Stück deines Leides ab und schenke dir ein Stück meiner Freude.

Das kann das Lächeln an der Kasse sein, das kann ein offenes Ohr und ein gutes Gespräch sein, das kann auch einfach nur das Da-Sein und miteinander Schweigen sein.

Wenn wir das einüben, dann werden wir mit der Zeit aufmerksamer für die Menschen um uns herum und dann wird der Satz geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude ein guter Grundsatz für unser Miteinander.

Ihr Robert Pawlitzek, Pastoralreferent St. Christophorus Werne

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