Gesundheitsamt warnt vor Lachgas: Die unterschätzte Gefahr

Anzeige

Kreis Unna. Deutschlandweit ist Lachgas als Partydroge vor allem unter Jugendlichen im Trend. Auch im Kreis Unna wird das Gas an Kiosken und Automaten verkauft. Das Gesundheitsamt warnt vor der Einnahme: Jugendliche sollten die Gefahr nicht unterschätzen. Landrat Löhr setzt sich indes mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem Kreis für einheitliche Regeln ein, informiert die Kreis-Pressestelle in einer Medienmitteilung.

Vor allem eine Zahl des Bundeskriminalamtes (BK) lässt aufhorchen. 2023 sind elf Todesfälle im Zusammenhang mit Lachgas polizeilich erfasst: „Tendenz steigend“. Aufgrund fehlender gesetzlicher Beschränkungen ist das Lachgas frei verkäuflich. In Dortmund ist der Verkauf an Minderjährige jetzt mittels Ordnungsbehördlicher Verordnung verboten worden. 

- Advertisement -

Landrat Mario Löhr setzt gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern auf einheitliche Regelungen. Darauf haben sie sich bei der Bürgermeisterkonferenz am 26. Februar verständigt. Sie sehen den Bund in der Pflicht: „Ein Flickenteppich an einzelnen Regelungen ist nicht sinnvoll, zumal die Kommunen auch nur die Abgabe über Automaten und Kioske regulieren können – der Verkauf im Internet geht aber weiter. Deshalb ist der Bund in der Pflicht.“ 

Gesundheitsamt warnt

Das Lachgas wird inhaliert. Und das ist schon die erste Gefahrenquelle: Wenn das komprimierte Gas direkt aus der Kartusche kommt und sich ausdehnt, sinkt seine Temperatur auf bis zu -55 Grad Celsius. Wird es direkt eingeatmet, kann es zu schweren Erfrierungen und Lungenschäden führen. Üblicherweise wird das Gas daher zunächst in einen Luftballon umgefüllt und dann inhaliert. 

„Nach der Inhalation gelangt das Gas über die Lunge durch den Blutkreislauf zum Gehirn“, so Carina Ewens, Leiterin des Gesundheitsamtes. „Schmerzempfinden wird reduziert und Endorphine freigesetzt. Das hat eine Sedierung und kurzfristige Euphorie zur Folge – eine Art Rauschzustand setzt ein.“ Nebenwirkungen sind: Schwindel, Übelkeit bis hin zum Erbrechen und Bewusstlosigkeit, denn bei der Inhalation verdrängt das Gas den Sauerstoff aus der Lunge. 

Langfristige Folgen bestätigt

Eine französische Studie aus dem Jahr 2024 beschäftigte sich mit langfristigen Folgen von regelmäßigem Lachgas-Konsum: Schwerwiegende gesundheitliche Schäden wie Lähmungen, Inkontinenz, Sensibilitätsstörungen, Rückenmarksschädigungen sowie Anämien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind möglich. 

Die Empfehlung des Gesundheitsamtes daher: Eltern sollten ihre Kinder zu dem Thema und gerade zu den Langzeitschädigungen informieren und sich ggf. Rat und Hilfe bei entsprechenden Stellen einholen. 

Ansprechpartner sind der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi), zu dem auch der Jugendpsychiatrische Dienst (JpDi) gehört. Informationen und Kontakt unter www.kreis-unna.de (Suchwort JpDi oder Jugendpsychiatrischer Dienst). PK | PKU

Weitere Artikel von Werne Plus

Hockey United: U10 und U14 schließen Vorrunde auf Rang zwei ab

Werne. Die Jugendteams von Hockey United Werne bleiben auf Erfolgskurs: Die U10 und U14 überzeugten auch am zweiten Spieltag auf der ganzen Linie und...

Imbiss in Werne: Inhaber wird brutal angegriffen und bedroht

Werne. Am vergangenen Dienstag (09.06.2026) soll es gegen 15.50 Uhr in einem Imbiss am Markt in Werne zu mehreren Straftaten zum Nachteil eines Afghanen...

„Werne tippt die WM 2026“: Beppi liegt nach den ersten Spielen vorne

Werne. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat die deutsche Elf einen perfekten Start hingelegt und Curaçao mit 7:1 besiegt. Grund zum Jubeln beim WERNEplus-Tippspiel hat...

Testkäufe von Lachgas komplizierter als gedacht

Werne. Auf Vorschlag des Ausschusses für Soziales, öffentliche Sicherheit und Ordnung hat die Verwaltung die Möglichkeit von Testkäufen für Lachgas geprüft. Einfach Jugendliche unter...