Werne. Die spätbarocke Figur des sogenannten Schwiärmännken ist am 8. Januar 2026 nach knapp zwei Wochen an seinen angestammten Platz in der Rochus-Kapelle Werne zurückgekehrt.
Die aus Lindenholz gefertigte spätbarocke Figur stellt den heiligen Rochus dar und ist ein bedeutendes Ausstattungsstück der Rochus Kapelle. Das teilt Arnd Conradi, Vorsitzender der Martinsgesellschaft Lenklar-Brederode, mit.
Zuvor war festgestellt worden, dass sowohl die historische Rochus-Figur als auch die Cappenberger Chorbank von Holzwurmbefall betroffen waren. Beide Objekte wurden daraufhin in einer Spezialfirma in Lippstadt in einer großen Wärmekammer thermisch behandelt, um den Schädlingsbefall dauerhaft zu beseitigen.

Martinsgesellschaft organisiert Rettungsmaßnahme für historische Figur
Die Rettungsmaßnahme wurde kurzfristig von Ludger Möller, Hartwig Feller und Arnd Conradi von der Martinsgesellschaft organisiert – in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt der Stadt Werne. Die Helfer zeigten sich erfreut darüber, dass ein weiterer Schritt zum Erhalt der Rochus-Kapelle gelungen ist. Der Transport der historischen Chorbank erwies sich dabei als aufwendiger als zunächst angenommen. „Eigentlich hatten wir uns das etwas einfacher vorgestellt“, so Arnd Conradi
Im Jahr 1974 war die Kapelle um einen Anbau mit Windschutz am Eingang erweitert worden. Wie sich nun herausstellte, war die Chorbank bereits vor diesem Anbau aufgestellt worden und passte aufgrund der baulichen Veränderungen nicht mehr um die Ecke des Einganges. Ein Teil der Bodenkonstruktion der Bank musste daher zunächst demontiert werden.
Einen besonderen Dank richtet die Martinsgesellschaft an Petra Göbel vom Denkmalamt der Stadt Werne, die die Beauftragung der Fachfirma übernahm und die Kostenübernahme durch die Stadt Werne ermöglichte.
Aktuell steht die Martinsgesellschaft im Austausch mit dem Kommunalbetrieb Werne sowie mit den politischen Parteien. Die Heizung der Rochus Kapelle ist defekt und die Regenrinne muss dringend ausgetauscht werden, damit die Wände nicht weiter durchfeuchtet werden.
„Es gibt leider noch viel zu reparieren“, so Conradi. Aber man sei nun sehr zuversichtlich, dass es bald weitergehe. „Vielleicht können wir bereits zum Tag des offenen Denkmals am 13. September Positives berichten“, so die Hoffnung der Beteiligten.
Geschichte der Rochus-Kapelle
Zur Geschichte der Rochus-Kapelle heißt es auf der Homepage der Pfarrgemeinde St. Christophorus: „Wer von Lünen nach Werne fährt, kommt in Lenklar, kurz vor Werne, an einer kleinen Kapelle vorbei. Die Rochus-Kapelle. Ein Kleinod an einem historischen Ort.
Im Mittelalter war der Aussatz (Lepra, Geschwüre am ganzen Körper) eine furchtbare Krankheit, die sehr ansteckend war und schnell eine Epidemie auslösen konnte. Die einzige Schutzmaßnahme gegen eine Ausbreitung war die Absonderung der Kranken von der übrigen Gesellschaft. Die Kranken wurden vor die Stadtmauern verbannt und in Siechenhäusern untergebracht.
Der Schutzpatron gegen die Pest und Namensgeber der Rochus-Kapelle ist der heilige Rochus von Montpellier (1295-1375). Im Ratsprotokoll von 1773/74 steht, dass im Jahr zuvor auf dem Leprosen Friedhof der letzte Leprose beigesetzt wurde. Nach einem Kontrakt von 1795 verwaltete die Stadt die Gebäude.
1884/85 wurde nach dem Abriss der alten Kapelle die heutige Kapelle errichtet. Die Kapelle ist dem heiligen Georg geweiht.“






















