Samstag, Februar 28, 2026

Ankes Buchtipp: „Alles ist unbekannt, bis du es kennenlernst“

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Werne. Gemeinsam mit Hubertus Waterhues und seinem Team von Bücher Beckmann empfiehlt unsere Autorin Anke Barbara Schwarze hier jeden Monat ein Buch, das sie besonders begeistert hat. Das kann ein Roman sein, ein Kinderbuch, ein Sachbuch oder ein Kochbuch: Hauptsache, es gefällt.

Zugegeben: Bedrohlich wirkt sie schon, die riesige Tatze mit ihren spitzen Krallen. Der titelgebende Warnruf „Obacht!“ scheint daher mehr als gerechtfertigt. Oder?

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Oft täuscht der erste Eindruck eben doch und es lohnt sich, ein zweites Mal hinzuschauen. Weisheiten wie diese für Kinder ansprechend zu gestalten, kann knifflig sein. Ein moralischer Zeigefinger langweilt schnell. Kerstin Hau erzählt ihre Geschichte daher mit Humor – auf eine Art und Weise, die auch Erwachsene amüsiert. Denn die erkennen die schildbürgerhaften Momente im Umgang des wundersamen Dorfes mit dem geheimnisvollen Tier. So soll eine Brücke darüber hinwegführen, dann eine Straße um das Geschöpf herum. Zuallererst wird das Tier jedoch unter einer Decke versteckt. Was man nicht sieht, ist ja irgendwie auch nicht mehr da. Das alles beschreibt Kerstin Hau in ihrem Bilderbuch in zugkräftigen Hauptsätzen, im rhythmischen Wechsel mit lautmalenden Worten wie „Rumms“, „Tock-Tock“ und „Knirsch“ zusammen mit den klingenden Namen der Dorfleute: Timpe-Ma, Wompf, Wimpf.

Stella Dreis hat dies nicht nur lebendig illustriert. Text und Bild ergänzen sich außerdem geschickt. Da ist der Moment, in dem vier niedliche Dorfbewohner ein orangefarbenes Etwas zum Tier tragen. „Und dann machen sie etwas“: Was, das zeigt die folgende Doppelseite. Das Tier steckt nun unter einem orangefarbenen Tuch. Weitere Worte werden überflüssig. Dreis malt das in klaren, reduzierten Tönen aus. In weichen Grauschattierungen vor einem einfachen cremigen Hintergrund. Nur das Orange ploppt als Akzent auf. In Straßenschildern für eine Verkehrsumleitung rund um das schlafende Tier. In dessen langer Zunge. Seinem glühenden Augapfel. Damit mustert es aus einer Ecke heraus das Mienchen. Das lässt sich trotz aller Furcht nicht abschrecken. Sondern es bittet das Tier schlicht, woanders zu schlafen.

Was genau das Mienchen von den anderen – durchaus sympathisch gezeichneten – Dorfbewohnern unterscheidet? Da müssen kleine und große Bilderbuchgucker etwas suchen. Die Antwort steckt im winzigen Adjektiv „neugierig“.

Kerstin Hau (Text), Stella Dreis (Illustration): Obacht!, NordSüd Verlag 2026, Hardcover, 40 Seiten, ab 4 Jahren, 18 Euro (D)

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