Montag, März 9, 2026

Kordula Mertens geht in den Ruhestand: „Praktisch, menschlich, verbindlich“

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Werne. „Jugendamt, Hauptamt, Kultur, Sport, Bäderbetrieb, Presse…“, zählte Bürgermeister Lars Hübchen Stationen auf, die Kordula Mertens – über viele Jahre Dezernentin für öffentliche Ordnung, Soziales, Integration und Inklusion – im Dienst der Stadt Werne durchlaufen und mitgeprägt hatte. Dann aber fasste er es lieber pragmatisch zusammen: „Alles außer Kämmerei und Baubetriebshof.“

Am Montagmorgen (9. März 2026) hatten sich zur Verabschiedung der Dezernentin in den Ruhestand eine Runde aus Kolleg/innen zum Frühstück in der Cafeteria des Stadthauses eingefunden. Gekommen waren ihre Nachfolgerin auf der Leitungsposition des Dezernats V, Stefanie Benting, die Leitungen der Abteilungen Öffentliche Ordnung und Soziales, Petra Jäger und Jörg Bielefeld, Personalrat Thomas Vogelsang und die Spitzen aus der Blaulichtfamilie, der Werner Feuerwehrchef Tobias Tenk und Philipp Hinkelmann (Rettungsdienst).

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Gemeinsam mit den Ehemaligen aus Feuerwehr und Ordnungsamt, Thomas Temmann, Werner Kneip und Egon Kock gaben sie ihr zum Start in den neuen Lebensabschnitt alle guten Wünsche und ein großes „Danke“ mit auf den Weg. Und weil die nun auch offiziell bestätigte Ruheständlerin außerdem ihren Geburtstag feierte, kamen noch herzliche Glückwünsche obendrauf.

Bei einem Frühstück im Kreise von ehemaligen Weggefährten, dem Team aus Ordnungs- und Sozialamt sowie Feuerwehr und Rettungsdienst würdigte Bürgermeister Lars Hübchen die Dienste der Dezernentin.

Lars Hübchen, immerhin Bürgermeister Nr. 6 in Mertens langer Karriere in der Stadtverwaltung, zitierte die Abschiedsurkunde und würdigte die „treuen Dienste“ in über 48 Jahren Tätigkeit ausschließlich für die Stadt Werne. Dies zeige ein große Verbundenheit, die heute kaum noch einmal zu erreichen sei, schrieb er der scheidenden Dezernentin ins Stammbuch, die 1977 ihre Ausbildung angetreten hatte.

Gemeinsam habe man viel erlebt, vergaß er auch nicht, ihre Einsatzbereitschaft auch über den Feierabend hinaus zu nennen. Kordula Mertens habe den kurzen Draht zu Mitarbeitenden, Bürgermeister und Presse gehalten. Dies sei besonders in schwierigen Lagen wie der Corona-Pandemie oder der kurzfristigen Ankunft von Flüchtlingen in der Stadt von Bedeutung gewesen. Da habe dann ein Bus in der Stadt gestanden mit Menschen, die untergebracht werden mussten, schilderte er Situationen wie diese.

Auch die wiederkehrenden Großereignisse der Stadt Werne, ob Sim-Jü-Kirmes oder Rosenmontagszug, wurden von Mertens im Team mit Ordnungsamt, Jugendamt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst organisiert.

„Du bist der personifizierte kurze Dienstweg“

Sehr loyal und kollegial habe sie ihre Aufgaben gestaltet: „Praktisch, menschlich, verbindlich“, strich der Bürgermeister die „anpackende Art“ der gut vernetzten Dezernentin heraus. „Du bist der personifizierte kurze Dienstweg“, sagte er.

Dass sich Kordula Mertens dabei selbst nicht gern in den Vordergrund gerückt sehen wollte, nutzte ihr im Rahmen ihre mehrteiligen Verabschiedung allerdings wenig. Denn mit einem spektakulären Drehleiter-Einsatz „retteten“ Feuerwehrchef Tobias Tenk und der Bürgermeister einige Tage zuvor „Kordi“ unter dem Applaus von zahlreichen Mitarbeitenden aus dem Stadthaus.

Alarm „Kordi a.D.- Pension droht“. Auf eine überraschende Fahrt auf der Drehleiter nahmen Kordula Mertens Lars Hübchen (links) und Tobias Tenk mit. Foto: Freiwillige Feuerwehr Werne

Der ungewöhnlicher Alarm lautete: „KORDI A.D. – Pension droht!! DLK zur sofortigen Rettung der Dezernentin in den Ruhestand!“, und sorgte für Aufsehen. Was zunächst wie ein echter Einsatz klang, entpuppte sich schnell als liebevoll geplante Überraschung für Mertens, die nicht zuletzt die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr mitgeprägt hatte. Für die Dezernentin ging es dann mit der Drehleiter unter den Augen der ehemaligen Fewehr-Leiter Bernhard Boshammer und Thomas Temmann hoch hinaus.

„Die Verabschiedungen waren toll“, freute sich Kordula Mertens am Montag über die vielen ideenreichen Aktionen, individuell gestalteten Karten und die Anwesenheit der Ehemaligen. „Das alles war super schön“, sagte sie und betonte: „Ich habe gern hier gearbeitet.“ Auch, wenn man sich mal geärgert habe, wurde doch immer versucht, Regelungen zu finden.

Langeweile werde bei ihr künftig kaum aufkommen, versicherte sie. E-Bike-Touren, Treffen mit der Freundesgruppe, Lesen, Sauna, Schwimmen stehen nun statt Verwaltungsarbeit und Ausschusssitzungen auf der Agenda. „Und einfach mal nichts tun“, lautete bei schönstem Frühlingswetter zum letzten Arbeitstag im Stadthaus ihre Devise.

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