Ankes Buchtipp: Genussreise nach Paris an der Seite von Mara Grimm

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Werne. Gemeinsam mit Hubertus Waterhues und seinem Team von Bücher Beckmann empfiehlt unsere Autorin Anke Barbara Schwarze hier jeden Monat ein Buch, das sie besonders begeistert hat. Das kann ein Roman sein, ein Kinderbuch, ein Sachbuch oder ein Kochbuch: Hauptsache, es gefällt. Diesmal: Bon Appétit Paris.

Als absoluter Paris-Fan konnte ich an dieser Neuerscheinung über Frankreichs Hauptstadt nicht vorbeigehen. Und ich habe schon viele Reiseführer, Kochbücher und andere Bücher über die Metropole an der Seine in der Hand gehabt. Ein ausgewählter Teil landete in meinem Bücherregal. Dort wird auch dieses Buch seinen Platz finden. Denn es ist genau das Richtige, um mitten im trüben Deutschland einen geistigen Kurztrip nach Paris zu unternehmen. Die kulinarischen Entdeckungen von Mara Grimm lesen sich, als würde man mit einer guten Bekannten und Pariskennerin durch die Stadt spazieren. Amüsant und locker erzählt sie von der gastronomischen Szene – und plaudert nebenbei über dies und das. Zum Beispiel über die Preise der Pariser Friseure.

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Zwischen Bistro, Butter und Begegnungen

Man könnte die Foodjournalistin und Restaurantkritikerin in einem der Züge kennengelernt haben, in denen sie samt einem Gepäckstück voller Lebensmittel zwischen ihren Wohnorten Amsterdam und Paris pendelt. Man kommt ins Gespräch und beschließt, gemeinsam zu frühstücken. Damit beginnt Grimm ihren Stadtspaziergang, der sich vornehmlich, aber nicht nur ums Essen dreht. Was die Lesenden an ihrer Seite entdecken, ist vielmehr ein Erlebnis guten Geschmacks: beim höflichen Umgang mit dem Service, in den mannigfaltigen Sorten von Butter, beim Pariser Chic für den Besuch im Bistro oder Restaurant.

Stilecht startet der Tag mit einem knusprigen Baguette „mit derart viel Butter, dass selbst ich manchmal erschrecke“, erzählt Mara Grimm. Butter ist eine Art roter Faden im Buch ebenso wie im Leben der Franzosen. Das beginnt mit Croissants, die mit extra Butter gebacken werden, geht weiter über Radieschen mit Butter bis zum Kartoffelpüree, bei dem das Verhältnis von Kartoffeln und Butter fast einer Mann-zu-Mann-Deckung entspricht.

Guter Geschmack beginnt bei den Zutaten

Diese und andere Rezepte, die locker über das Buch verteilt sind, atmen das typische französische Flair: wenige, aber ausgesucht gute Zutaten und – außerhalb der Haute Cuisine – eine relativ unkomplizierte Zubereitung. Entscheidend bleibt die Qualität der Zutaten. Deshalb gibt Grimm gleich zu Beginn den Schnellkurs „Kulinarischer Snobismus“. Das klingt schlimmer, als es ist. Die Kernbotschaft dieser Form von Snobismus hat viel mit nachhaltiger Ernährung gemein: Kaufe möglichst regionale Produkte auf dem Wochenmarkt.

Bei ihrem Spaziergang durch Paris räumt Grimm mit dem Vorurteil auf, ein Café- oder Restaurantbesuch in der Metropole sei ausnahmslos teuer. „Ça dépend“, wie die Franzosen sagen würden. „In einer Brasserie wie Bofinger kostet ein Mittagsmenü nur 19 Euro, während du à la carte dreimal so viel hinlegst“, erklärt Grimm.

Zum Anbeißen sind die Fotos von Arno Bosma und Mara Grimm. So wie das butterig glänzende Rührei. Bei den Croissant-Bildern meint man, das Brechen der Kruste zu hören; bei der aufgeschnittenen Wurst möchte man sofort zugreifen. Inzwischen ist es Zeit fürs Dîner. Ihr Abendessen nehmen die Franzosen, so schreibt Grimm, gern im Bistro um die Ecke ein. Die Atmosphäre dort sei oft familiär: „Le patron ist immer da und begrüßt dich mit einem Händedruck, oft sogar mit einer Umarmung.“

Mara Grimm: Bon Appétit Paris. Stilvoll essen, leben und genießen. Ein kulinarischer Guide, Prestel Verlag 2026, Klappenbroschur, 256 Seiten, 26 Euro

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