Werne. Wie viel Eisengehalt befindet sich im Brunnenwasser des Kreises Unna? Dieser Frage ist in den vergangenen fünf Jahren der VSR-Gewässerschutz nachgegangen. Dessen Labormobil machte dazu in verschiedenen Städten des Kreises Station. Das berichtet der Pressesprecher des VSR-Gewässerschutz, Harald Gülzow, in einer Medienmitteilung und informiert darin über die Ergebnisse der Brunnenwasseranalysen.
Am Labormobil der gemeinnützigen konnten Bürger ihr Brunnenwasser analysieren lassen. Zusätzlich hätten viele Brunnenbesitzer ihre Wasserproben mit der Post zur Überprüfung zugesandt. Inzwischen wurden laut Gülzow die Eisenergebnisse der 222 Untersuchungen aus den Jahren 2021 bis 2025 ausgewertet.
Ergebnisse von Untersuchungen im Kreis Unna liegen vor
Der VSR-Gewässerschutz untersuchte die Eisengehalte, weil sich viele Brunnenbesitzer beim Anblick der gelb-bräunlichen Verfärbung des Wassers entschieden hatten, es nicht mehr im Garten zu nutzen. „Wir haben in 10,3 Prozent der Brunnenwasserproben im Kreis Unna einen Eisengehalt über drei Milligramm pro Liter festgestellt“, berichtet Harald Gülzow, der die Untersuchungen im Kreis Unna von Anfang an begleitet hat.
Um zu verhindern, dass anstelle von Brunnenwasser kostbares Leitungswasser verwendet wird, geben die Gewässerexperten eine Einschätzung, wofür das Wasser trotz höherer Eisenkonzentration genutzt werden könne. „Es kommt bei den wenigsten Pflanzen zu Wachstumsstörungen. Beim Gießen kann es jedoch zu Verfärbungen auf Steinen und Mauern kommen, die zum Teil nur schwer entfernbar sind. Auf Blättern, Blüten und Früchten bilden sich häufig braune Flecken“, erklärt Harald Gülzow. Er rät dazu, das Gießwasser mit dem Wasserschlauch direkt an die Wurzeln zu geben, um Verfärbungen zu vermeiden.
Viele Gartenteiche für Befüllen mit Brunnenwasser ungeeignet – Artvielfalt leidet
Für die Artenvielfalt im Wasser stelle das Eisen allerdings auch in geringeren Konzentrationen ohne sichtbare Verfärbung ein großes Problem dar, heißt es in der Mitteilung weiter. Viele Gartenbesitzer hätten naturnahe Teiche, die den Garten beleben und die Artenvielfalt bereichern. Bei den heißen Temperaturen im Sommer verdunste das Wasser und müsse nachgefüllt werden. „Leider haben wir bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass 37,6 Prozent der Brunnen im Kreis Unna nicht zum Befüllen eines Gartenteichs geeignet sind, da sie mehr als 0,8 Milligramm pro Liter Eisen aufweisen“, schreibt der Pressesprecher des VSR-Gewässerschutz.
Er erklärt, dass es bei höheren Eisengehalten zu Ablagerungen auf Wasserpflanzen und Tieren kommt. Die Pflanzen verkümmern, Fische, sowie deren Laich und am Gewässergrund lebenden Tiere können daran ersticken.
Wasseranalysen geben Sicherheit
Durch eine Wasseranalyse kann man feststellen, ob das eigene Brunnenwasser zum Befüllen des Teichs geeignet ist. Hohe Eisengehalte im Brunnenwasser haben meist geologische Ursachen, wird erklärt. Durch den starken Nitrat-Eintrag in der Landwirtschaft komme es zusätzlich in einigen Bereichen zum Nitrat-Abbau im Untergrund, welcher zu höheren Eisenkonzentrationen führe, so Gülzow.
Auf der seiner Homepage stellt der VSR-Gewässerschutz weitere Ergebnisse und die dazugehörigen Grafiken der Auswertung aus dem Kreis Unna dar. Auch die Termine wann das Labormobil in der Region unterwegs ist, finden sich dort.
Information: Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und engagiert sich für den Schutz des Grundwassers und der Gewässer. Die gemeinnützige Organisation führt eigene Untersuchungen durch. Die Beprobung von Flüssen und Bächen kann der VSR-Gewässerschutz selbst durchführen. Bei den Wasserproben vom Grundwasser ist der Verein jedoch auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen.






















