Stadt Werne testet neue Wege der Jugendbeteiligung

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Werne. Die Stadt Werne baut die Beteiligung von Jugendlichen weiter aus. Dabei setzt sie auf Projekte, Dialogformate und digitale Beteiligung.

Jugendpfleger Jens Viandante stellte dem Jugendhilfeausschuss am Dienstag (5. Mai 2026) mehrere neue Formate vor, die seit September 2025 schrittweise umgesetzt werden. Zu dem Zeitpunkt hatte der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, die Beteiligung von jungen Menschen auszubauen und dauerhaft zu verankern.

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Das Programm „Dein + Mein = Demokratie“ richtet sich an junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Es begann im Februar 2023 unter dem Namen „Gemeinsam MehrWert“ und behandelt Themen wie Wertevermittlung, Prävention sexualisierter Gewalt und politische Beteiligung. Jugendliche sollen dabei auch ohne Wahlrecht Wege finden, sich in kommunale politische Prozesse einzubringen. „Die Rückmeldungen zu diesem Projekt sind positiv“, sagte Viandante. Die Erfahrungen hätten außerdem gezeigt, dass die Teilnehmenden bereit seien, eigene Wertvorstellungen zu überdenken und anzupassen.

Mit der Politik ins Gespräch kommen

Für September 2026 ist zudem eine Beteiligung an einer kreisweiten Konferenz zur Demokratieförderung geplant. Während einer zehntägigen Aktionsphase setzen die beteiligten Kommunen jeweils ein eigenständiges Projekt zum Oberthema „Demokratiestärkung“ um. In Werne soll dazu eine zweitägige Veranstaltung im Jugendzentrum „JuWeL“ stattfinden. Die Veranstaltung nutzt Erfahrungen aus Projekttagen, die 2025 mit dem Gymnasium St. Christophorus und der Marga-Spiegel-Sekundarschule zum Thema „Gegen Diskriminierung, für Akzeptanz“ durchgeführt worden waren. Dabei arbeiteten 40 Schülerinnen und Schüler mit.

Ein weiterer Schwerpunkt sind direkte Dialogformate. Im März 2026 fand ein Treffen mit 15 Schülerinnen und Schülern statt, um einen Dialog mit dem Bürgermeister vorzubereiten. Die Jugendlichen konnten ihre Anliegen und Fragen vortragen. Es gehe, so führte Viandante aus, nicht darum, diese Anliegen als Aufgaben an die Erwachsenen zu delegieren. Stattdessen soll gemeinsam erarbeitet werden, wo und wie junge Menschen sich aktiv in der Stadt beteiligen möchten. Eine Einladung zum direkten Austausch mit dem Bürgermeister soll folgen. Parallel zu diesem Projekt wurde ein Dialog mit dem Bezirksausschuss Stockum vorbereitet. Auch hier fand bereits ein erstes Treffen mit Jugendlichen im Jugendzentrum „Paradise“ statt.

Digitale Plattform für mehr Beteiligung

Zudem baut die Verwaltung die digitale Beteiligung aus. Eine Jugendbefragung mit mehr als 800 Rückmeldungen habe gezeigt, so Viandante, dass viele junge Menschen Ideen einbringen wollen. Es fehle ihnen aber an einer Schnittstelle, über die solche Ideen mit der Verwaltung, pädagogischen Fachkräften und der Politik kommuniziert werden können. „Das Interesse an einer Selbstverwaltung durch ein Jugendparlament ist allerdings gar nicht so groß“, sagte Viandante im Ausschuss. Stattdessen baue die Verwaltung als Reaktion auf die Rückmeldungen „etwas völlig Neues“ auf: ein Pilotprojekt mit einer digitalen Plattform auf Grundlage der Projektmanagement-Software „Stackfield“.

Dort sollen Themen, Ergebnisse und Arbeitsgruppen sichtbar gemacht werden. In einem ersten Schritt werden die Vorbereitungen für den Dialog mit dem Bürgermeister veröffentlicht. Das Jahr 2026 dient als Testphase. Bei erfolgreichem Verlauf ist ein Ausbau in den Jahren 2027 und 2028 vorgesehen. Zusätzliche Mittel sind zunächst nicht erforderlich. Künftig können Kosten für Softwarelizenzen entstehen.

Die Ergebnisse aus der Jugendbefragung können auf der Internetseite der Stadt Werne nachgelesen werden: https://www.werne.de/de/stadt/familie/jugend/jugendbeteiligung.php

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