Europatag in der Partnerstadt: Erinnerung verbindet Europa

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Werne. Am 9. Mai feiern Menschen in ganz Europa den Europatag. Er erinnert an die Idee eines friedlichen und vereinten Europas – eines Europas, das aus den Erfahrungen von Krieg, Verfolgung und Zerstörung gelernt hat.

In diesem Jahr bekommt der Europatag in Wernes französischer Partnerstadt Bailleul eine besondere Bedeutung: Zum ersten Mal werden dort Stolpersteine verlegt. Begleitet wird die Zeremonie von Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), die im Rahmen eines deutsch-französischen Gedenkprojektes die Partnerstadt besuchen.

Die Jugendlichen erleben damit nicht nur einen kulturellen Austausch, sondern auch ein wichtiges Zeichen gemeinsamer europäischer Erinnerungskultur. Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die kleinen Messingtafeln werden vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten der Opfer in den Boden eingelassen. Sie tragen Namen, Lebensdaten und das Schicksal der Menschen – und holen ihre Geschichten zurück in den Alltag der Städte.

Für viele der Schülerinnen und Schüler ist die Teilnahme an der Verlegung ein bewegender Moment. Gemeinsam mit französischen Jugendlichen setzen sie sich mit der Geschichte ihrer Länder auseinander. Gerade Deutschland und Frankreich zeigen heute, wie aus früheren Feinden enge Partner und Freunde werden konnten. Der Europatag macht deutlich, dass Frieden, Demokratie und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder neu geschützt werden müssen.

Die Zeremonie wird von Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Bailleul, Schulen und lokalen Initiativen begleitet.

Neben Redebeiträgen planen die Jugendlichen auch gemeinsame Projekte und Gespräche über Erinnerung, Verantwortung und die Zukunft Europas. Dabei wird deutlich: Europäische Zusammenarbeit bedeutet mehr als Politik und Wirtschaft – sie lebt von Begegnungen zwischen Menschen.

„Die erstmalige Verlegung von Stolpersteinen in der französischen Partnerstadt ist deshalb mehr als ein historisches Ereignis. Sie ist ein Zeichen dafür, dass die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus keine nationale Aufgabe ist, sondern eine gemeinsame europäische Verantwortung“, betont Partnerstädtebeauftragte Stephanie Viefhues für die Stadt Werne.

Gerade am Europatag werde sichtbar, wie wichtig Austausch und gegenseitiges Verständnis für den Zusammenhalt Europas sind. Die Begegnung der deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler verbinde Vergangenheit und Zukunft – und zeige, dass Erinnerung Brücken bauen kann.

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