Werne. Der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat sich mehrheitlich für eine zurückhaltende Umsetzung des sogenannten „Pollererlasses“ des Landes NRW entschieden.
Danach sollen im Stadtgebiet zwar zahlreiche Poller entfernt oder besser sichtbar gemacht werden, viele Sperren bleiben jedoch bestehen, um weiterhin das unerlaubte Durchfahren von Autos zu verhindern. Mit Ausnahme der FDP sprachen sich alle Parteien in der Sitzung am Mittwoch (13. Mai 2026) für eine konservativere Variante aus.
Die Verwaltung hatte im Stadtgebiet 67 Poller ausgemacht, bei denen nach den Vorgaben des Landes Handlungsbedarf besteht. Ziel ist es, unnötige Hindernisse im öffentlichen Verkehrsraum zu entfernen, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen und die Barrierefreiheit zu verbessern.
Bei den sogenannten Pollern handelt es sich um feste oder herausnehmbare Sperrpfosten. Sie sollen verhindern, dass Autos unerlaubt in Fuß- oder Radwege einfahren. Gleichzeitig können sie aber für Radfahrer, Menschen mit Rollstühlen oder Lastenrädern zu Hindernissen werden, besonders, wenn sie schlecht sichtbar sind oder der Abstand zu eng ist.
Die Mobilitätsmanagerin der Stadtverwaltung, Barbara Naß, stellte dem Ausschuss zwei Varianten vor, wie mit den problematischen Pollern umgegangen werden könne. Variante 1 sieht eine „konservative Umsetzung“ vor: Nur besonders gefährliche Poller sollen entfernt werden, verbleibende Hindernisse sollen besser markiert und sichtbarer gestaltet werden. Variante 2 setzt dagegen auf einen weitgehenden Rückbau der Poller und alternative Markierungen. Die Kosten für die konservativere Lösung bezifferte Naß mit etwa 10.000 Euro. Die progressivere Variante 2 würde ungefähr doppelt so teuer sein. „Es werden zwar mehr Poller entfernt, dafür müssen mehr Markierungen und zusätzliche Beschilderungen eingerichtet werden“, erklärte Naß.
Im Einzelnen wurden die Situationen in einer bebilderten Übersicht der Verwaltung aufgeführt.
An der Dürerstraße etwa steht ein schlecht sichtbarer Poller mit abgeblätterter Farbe. Dort empfiehlt die Verwaltung in Variante 1 eine neue Rot-Weiß-Markierung, während Variante 2 den vollständigen Rückbau vorsieht. In der Anmerkung heißt es, der „Rückbau sei sinnvoll“, eine Durchfahrt von Pkw in diesem Fall allerdings wahrscheinlich. Am Standort Kirchhof/Roggenmarkt wird darauf hingewiesen, dass die Durchfahrt mit Lastenrädern derzeit „sehr erschwert“ sei. Ein Rückbau der Poller ist deshalb in beiden Varianten vorgesehen.
„Wir würden den weitestgehenden Rückbau von Pollern bevorzugen und stimmen daher für die zweite Variante“, sagte die FDP-Fraktionsvorsitzende Claudia Lange. Ihre Fraktion sei der Ansicht, dass dies den Radverkehr stärke. Vertreter von CDU, SPD und Grünen äußerten dagegen Sicherheitsbedenken gegenüber der progressiveren Lösung. Jürgen Regener von der CDU und Ulrich Höltmann von der SPD warnten davor, dass fehlende Poller Autofahrer dazu verleiten könnten, verbotene Durchfahrten zu nutzen. „Und auch bei Variante 1 werden ja Poller entfernt“, sagte Regener. Für die Grünen erklärte Esther Schüttpelz, die erste Variante zeuge „von gutem Augenmaß“. Die Verwaltung habe sich die Situation „genau angeschaut“. SPD-Sprecher Ulrich Höltmann ergänzte: „Da, wo Poller stehen bleiben, ist genügend Platz für Radfahrer, um zügig vorbeifahren zu können.“






















