Freitag, Juni 14, 2024

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Beim Recyclingexperten RCS lernen: Industriekaufleute im Fokus

Werne. Das Interview mit Angelina Wedel gibt einen spannenden Einblick in die Ausbildung für Industriekaufleute bei der RCS-Gruppe. Die Industriekauffrau hat bei dem Entsorgungs- und Recyclingunternehmen vor kurzem ihre Ausbildung abgeschlossen und fungierte gleichzeitig als Ausbildungsbotschafterin.

Bei der RCS-Gruppe spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine übergeordnete Rolle, insbesondere auf Grund der Spezialisierung: dem Recycling von PET-Pfandflaschen. In dem Interview werden wir nicht nur die verschiedenen Aspekte der Ausbildung für Industriekaufleute erkunden, sondern auch tiefer in die nachhaltigen Praktiken der Unternehmensgruppe eintauchen. Dabei werfen wir einen Blick auf Angelinas Erfahrungen, ihre Perspektiven nach der Ausbildung sowie ihre Rolle als Ausbildungsbotschafterin.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, eine Ausbildung zur Industriekauffrau zu machen?
Meine Tante ist Industriekauffrau und hat des Öfteren etwas von ihrer Arbeit erzählt. Das hat mein Interesse geweckt. In der neunten Klasse konnte ich ein spannendes Praktikum bei ihr absolvieren. Danach war mir klar, dass ich selbst gerne Industriekauffrau werden möchte.

Was waren Deine Erwartungen vor der Ausbildung und wie haben sie sich entwickelt?
In meinem Alltag schätze ich die Abwechslung. Dies war mir auch für mein Berufsleben sehr wichtig. In diesem Punkt hat die Ausbildung meine Erwartungen übertroffen, denn ich wechselte alle 4 Monate die Abteilung und lernte somit viel Neues. Für meine Ausbildungszeit hatte ich mir vorgenommen an meiner Zurückhaltung zu arbeiten. Dies ist mir dank des Kundenkontakts mit der Unterstützung des hilfsbereiten Kollegiums gelungen.

Wie ist deine Ausbildung abgelaufen?
In der Regel dauert die Ausbildung 3 Jahre. Dank guten schulischen und betrieblichen Leistungen konnte ich auf 2,5 Jahr verkürzen. Die schnellste Variante dauert nur 2 Jahre. Während der Ausbildung durchlaufen die Azubis alle Abteilungen. Bei uns findet der Wechsel alle 4 Monate statt. Dies ist sehr abwechslungsreich und unglaublich lehrreich. Dadurch konnte ich feststellen welches Aufgabengebiet mir am besten gefällt.

Welche spezifischen Aufgaben haben Industriekaufleute bei RCS?
Dies hängt von den Abteilungen ab: Im Vertrieb werden täglich viele Kundengespräche geführt. Dort werden die Kunden beraten und unsere Dienstleistungen werden angeboten. Auch bei Problemen stehen die Vertriebler den Kunden zur Seite. In der Faktura werden Rechnungen geschrieben und unsere Lieferscheine bearbeitet. Die Disposition hat viel Kontakt zu den Fahrern, denn hier werden die Touren für die Abholungen geplant. Außerdem werden die LKW der Fremdfahrer dort verwogen. Im Handel wird mit unserer Ware gehandelt und ebenfalls Rechnungen geschrieben. Zu der Verwaltung gehört die Personalabteilung und die IT. Außerdem werden die Bestellungen für das Personal, wie Sicherheitskleidung etc. getätigt. In der Buchhaltung werden die Eingangsrechnungen bearbeitet.

Inwiefern verbesserte die Ausbildung Deine Fähigkeiten: Organisation, Kommunikation und Problemlösung?
Wie bereits erwähnt, war ich sehr schüchtern und redete nicht gerne. Mittlerweile fällt mir die Kommunikation mit Kollegen und Kunden leicht. Das Koordinieren von Terminen und Planen von Besprechungen verbesserte meine Organisationsfähigkeit enorm. Ich habe gelernt mit Problemen umzugehen, sie zu lösen und nicht mit in den Feierabend zu nehmen.

Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten für die angehenden Industriekaufleute?
Ja. Ich habe im zweiten Lehrjahr eine Schulung zur Azubibotschafterin gemacht. Daher war ich anschließend häufig bei Schuleinsätzen und Messen vertreten, um den Beruf sowie die RCS-Gruppe vorzustellen. Außerdem habe ich einen Staplerschein gemacht und durfte an einem Telefonseminar teilnehmen. Beim Seminar für junge Fahrer, habe ich viel über Sicherheit im Straßenverkehr gelernt. Des Weiteren habe ich vor der Abschlussprüfung einen Vorbereitungskurs absolviert. Für diese Weiterbildungsmöglichkeiten bin ich der RCS-Gruppe sehr dankbar.

Wie würdest Du die Unternehmenskultur bei der RCS-Gruppe beschreiben?
Die RCS-Gruppe schreibt Nachhaltigkeit und Umweltschutz groß. Daher wird auf eine nachhaltige Arbeitsweise geachtet. Dazu gehört unteranderem die Mitarbeiter- und Teambindung. Die Benefits und Aktionen sorgen für ein starkes familiäres Umfeld, in dem ich mich schnell wohl gefühlt habe. Ich schätze die überwiegend fröhliche Stimmung.

Wie wichtig war Dir eine nachhaltige Positionierung des Ausbildungsbetriebs?
Mir persönlich ist das Thema sehr wichtig! Mein erstes Praktikum habe ich in einem Recyclingbetrieb absolviert. Da wurde mir bewusst, wie wichtig Wiederverwertung für die Umwelt ist. Seit dem stand für mich fest: Meine berufliche Zukunft widme ich dem Recycling.

Wie integriert RCS das Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in die Ausbildung?
Nachhaltige Azubi-Projekte sind im Unternehmen gern gesehen und werden gefördert. Mit drei anderen Auszubildenden habe ich ein Digitalisierungskonzept entwickelt. Hierfür haben wir gemeinsam Probleme mit passenden Lösungen ausgearbeitet. Im Rahmen des World-Clean-Up-Days und der Aktion „Werne putzt sich raus“ sammeln wir zwei Mal im Jahr den herumliegenden Abfall rund um unser Gelände. Außerdem arbeiten wir größtenteils Papierlos, was das Bewusstsein ebenfalls fördert.

Du warst Ausbildungsbotschafterin. Kannst Du die dazugehörigen Aufgaben beschreiben?
Als Azubibotschafter besuchte ich die Schülerinnen und Schüler in der 9. und 10. Klasse. Dort stellte ich unser Unternehmen und die Ausbildungsberufe der RCS-Gruppe vor. Anschließend beantwortete ich geduldig die Fragen. Mir ist es ein großes Anliegen die Jugendlichen zu motivieren eine Ausbildung in der Industrie – oder sogar bei uns – zu machen.

Du hast vor kurzem die Abschlussprüfung geschrieben. Könntest Du uns einen Einblick in den Prüfungsverlauf und die Aufgaben geben?
Die schriftliche Prüfung wurde auf zwei Tage aufgeteilt. Es wurden alle Betriebsprozesse abgefragt, wie beispielsweise Personal, Marketing und Einkauf. Im Fach Wirtschafts- und Sozialprozesse musste ich lediglich Multiple-Choice-Aufgaben beantworten. Für Steuerung und Kontrolle habe ich alle Formeln auswendig gelernt, da hier vieles berechnet werden musste. Da die Themen aufeinanderfolgend sind, kann es hierbei schnell zu Schwierigkeiten kommen.

Wie hast Du Dich auf die Abschlussprüfung vorbereitet? Gab es Herausforderungen im Lernprozess?
Ich durfte im Vorfeld an einem Vorbereitungskurs teilnehmen. Dieser hat mir geholfen, meine derzeitigen Defizite zu finden. Um mich anschließend intensiv auf die Prüfung vorzubereiten, habe ich mir Urlaub genommen. Ich konnte feststellen, dass es sehr viel Disziplin erfordert, zuhause und selbstständig zu lernen. Außerdem haben sich mir im Lernprozess gelegentlich Fragen ergeben, die ich mittels eigener Recherche nicht beantworten konnte. Doch auch in diesem Fall konnte ich mich auf meine hilfsbereiten Kolleginnen und Kollegen verlassen.

Welche Möglichkeiten stehen Dir jetzt als ausgelernte Industriekauffrau zur Verfügung?
Nach der Ausbildung musste ich nicht zwingend in der Industrie bleiben, ich hätte mich auch auf andere kaufmännische Stellen bewerben können. Allerdings werden bei uns sehr viele Auszubildende übernommen – Auch ich hatte das Glück. Nun kann ich mich komplett auf eine Abteilung fokussieren und muss mich nicht nach einem neuen Job umsehen. Mir gefällt es sehr gut bei RCS.

Wie sieht die Karriereentwicklung für Industriekaufleute bei RCS aus?
Industriekaufleute können sich bei uns in vielen Bereichen weiterentwickeln. Es ist möglich Schulungen zu den Themen Sicherheit, Erste-Hilfe und Brandschutz zu absolvieren. Des Weiteren können sie sich in den jeweiligen Fachbereichen weiterbilden. Aber auch ein berufsbegleitendes Studium wird vom Unternehmen unterstützt.

Welchen Rat würdest Du zukünftigen Azubis geben und was sollten sie mitbringen?
„Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“ – Bei diesem alten Spruch klingeln mir die Ohren. Doch er stimmt! Jeder Azubi muss in seiner Ausbildung gelegentlich Aufgaben erfüllen, die nicht so ansprechend sind – beispielsweise Einkaufen fahren. Mein Rat ist es, diese Arbeiten einfach zu erledigen, denn sie gehören genauso zur Lehrzeit wie die Punkte im Ausbildungsrahmenplan. Der Beruf ist spannend und abwechslungsreich, daher sollten Bewerberinnen und Bewerber neugierig und wissbegierig sein.

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