Café Future: Neues Wirtschaften für nachhaltige Lebensqualität

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Werne. Thema im Café Future in der Familienbildungsstätte war „Wirtschaft neu denken – Nachhaltig wirtschaften statt Wachstumswahn“. Bei seinem Impulsvortrag spannte Winfried Hoch den Bogen vom regionalen Wirtschaften über nationale Wirtschaftssysteme bis hin zu internationalen Handelsabkommen. Er stellte heraus, dass bei dem gegenwärtigen Ausstoß an CO2 die Welt schon in knapp acht Jahren das CO2-Kontingent für eine Erwärmung von 1,5° erreicht hat.

Als es danach zur Diskussion mit den Teilnehmern überging, stand der Mensch im Mittelpunkt. Im Gespräch wurde eine Gemeinwohl-Ökonomie gefordert, in der ein fairen Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden selbstverständlich ist. Dabei werden hohe Anforderungen an eine nachhaltige Fertigung, ressourcenschonenden Materialverbrauch und kurze Transportwege gestellt. Vorbilder hierfür seien zum Beispiel regionale Genossenschaften.

Schon heute ändert sich der Lebensstil der Menschen. Dabei wird ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein und persönliches, nachhaltiges Handeln immer wichtiger. Der Wertewandel geht weg vom Besitzen, hin zum gemeinsamen Teilen und Erleben. Während ein Porsche früher als wichtiger Wert für Status empfunden wurde, repräsentieren junge Familien ihre Werte heute indem sie mit dem Lastenfahrrad zum Einkaufen fahren. Der Porsche wird zum Ressourcen-verschwendenden Unding erklärt. Dabei fiel ein Zitat des Humoristen Robert Quillen: Zu viele Menschen geben Geld aus, das sie nicht haben um Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen, um damit Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.

Auch die Technik, die in der Vergangenheit scheinbar alle Probleme lösen konnte, wird nicht mehr als Allheilmittel für die Klimakrise bewertet. Der Rebound-Effekt erklärt, warum das so ist. Denn obwohl die Technik immer sparsamer geworden ist, wird keine Energie eingespart. Im Gegenteil, der Energieverbrauch fast aller Industriestaaten stieg in den letzten Jahrzehnten an. Effizientere Motoren haben nur für mehr Leistung bei Neuwagen geführt und LED Beleuchtung ist zwar energiesparend, führt aber gleichzeitig dazu, dass mehr Licht angemacht wird.

Es brauche einen Wandel des Lebensstils, so Winfried Hoch. Deshalb sollte weniger vom Verzichten gesprochen werden und mehr Vorteile, die sich aus einem nachhaltigen Leben ergeben, herausgestellt werden. Fahrradfahren ist in Werne nicht nur vernünftig, weil man überall viel schneller hinkommt als mit dem Auto, sondern gleichzeitig eine willkommene Auszeit mit Sport und frischer Luft. Auch Zug fahren ist nicht nur entspannter als die Reise auf der Autobahn. Im Zug kann die Zeit sinnvoll genutzt werden um Menschen treffen, zu lesen, oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen.

In seinem emotionalen Abschluss-Plädoyer forderte Winfried Hoch mehr Solidarität und einen aufgeklärten Egoismus, der zum Wohle aller Beteiligten dient. Denn nur wenn es der Gesellschaft als Ganzes gutgeht, kann auch der Einzelne glücklich sein.

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