Gedenken an den vor 75 Jahren verstorbenen Kardinal von Galen

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Werne/Münster (pbm/al). „Auch heute sind wir als Christinnen und Christen herausgefordert, widerständig zu sein, gerade, was den Wert des Lebens am Anfang und am Ende angeht“: Mit diesen Worten hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn am 21. März zum 75. Todestag des seligen Kardinals Clemens August von Galen dessen Lebensbeispiel in die Gegenwart übersetzt.

Der 2005 von der Kirche seliggesprochene Kardinal von Galen war von 1933 bis 1946 Bischof von Münster. Bekannt machten ihn vor allem seine öffentlichen Predigten gegen die vom nationalsozialistischen Regime praktizierte Tötung sogenannten „lebensunwerten Lebens“. Am 22. März 1946 starb der kurz zuvor zum Kardinal ernannte von Galen, nach dem in Werne eine Grundschule und eine Straße benannt ist, plötzlich im Alter von 68 Jahren.

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In der Heiligen Messe, die Bischof Genn zum Gedenken an seinen Amtsvorgänger im St.-Paulus-Dom Münster feierte, stellte er es als Herausforderung für heutige Christen dar, „einerseits klar zu sein in den Prinzipien und andererseits Brücken zu schlagen zu den Menschen, die sich anders entscheiden.“ So könne man Menschen nicht ablehnen oder ihnen die seelsorgliche Begleitung verweigern, weil sie sich beispielsweise für einen assistierten Suizid entscheiden oder eine Abtreibung vornehmen lassen. Auch könne man für die christliche Ehe und Familie eintreten und zugleich gut, vertrauensvoll und sensibel mit Menschen umgehen, die andere Partnerschaften wählen.

Genn ging auch auf die Kritik sein, die an Kardinal von Galen gelegentlich geübt wird, dass er sich nicht zur Judenverfolgung geäußert und eine aus heutiger Sicht eigenartige Haltung zum Krieg vertreten habe. Diese sei der Weltanschauung, die ihn geprägt habe, geschuldet. Doch „bei aller Begrenztheit auch solcher einer großen Persönlichkeit strahlt das Beispiel, das er gegeben hat, bis heute“, sagte der Bischof.

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