Kalte und verschimmelte Wohnung macht kleinen Ryan krank

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Werne (hps). Alireza Sheikhian (33), Fatima Hashemian (38) und ihr ein Jahr alter Sohn Ryan leben in einer feuchten, verschimmelten und kaum beheizbaren Wohnung in Werne, die den Sprössling krank gemacht hat.

Die Eltern sind anerkannte Geflüchtete aus dem Iran. Beide arbeiten in einem Seniorenheim in der Stadt. Jetzt sucht die Familie dringend nach einer neuen Wohnung. Die Hausverwaltung hat bislang die Beschwerden über die baulichen Mängel in der Wohnung fast ausnahmslos ignoriert.

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Die Luft in der Wohnung riecht nach Moder und Schimmel. Es ist eiskalt. Im großen hellen Raum, der eigentlich als Wohnzimmer dienen sollte, stehen ein paar Polsterstühle um einen Tisch. Auf den ersten Blick sieht die Szene recht einladend aus. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Die Raumluft ist feucht. Die Polster der Stühle sind ebenfalls feucht. An den beiden Fenstern rinnt auf der Innenseite das Kondenswasser herunter.

Der kleine Junge wurde an diesem Mittwoch ein Jahr alt. Er hustet seit einigen Wochen. Die Bronchien, sagt der Arzt, seien angegriffen. Statt Spielzeug liegt ein Inhaliergerät immer griffbereit.

Die 460 Euro Monatsmiete können die Eltern aus eigener Tasche bestreiten. Bisher haben sie die volle Miete bezahlt und schon kurz nach ihrem Einzug der osttdeutschen Wohnungsbaugesellschaft die Probleme mit der Heizung mitgeteilt. Geschehen ist bis heute, kurz vor Weihnachten, so gut wie nichts.

Wenn Technik und Hausverwaltung versagen, muss ein gutes, altes Klebeband den Elektro-Heizkörper zusammenhalten. Foto: Steinmüller

Im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft hat ein Sanitärbetrieb der Familie lediglich Heizlüfter zur Verfügung gestellt. Doch damit ist das Problem nicht gelöst. Alireza Sheikhian berichtet: „Wir können nur einen der Heizlüfter anschließen, sobald wir gleichzeitig den zweiten in einem anderen Raum einschalten, fliegt die Sicherung raus.“ Fazit: Nur einer der drei Räume in der 72-Quadratmeter-Wohnung ist derzeit beheizbar. Hier spielt sich dann auch ein Großteil des Alltags der Familie ab. Außerhalb dieses Raumes in der restlichen Wohnung muss der kleine Ryan mit Mütze, Anorak und dicker Hose so angezogen sein, als wäre er im Freien. Mutter Fatima ist besorgt: „Der Kleine kommt jetzt ins Krabbelalter. Die Fußböden sind kalt und feucht.“

Zuhause im Iran gehörten die heutigen Geflüchteten zur gutverdienenden Mittelschicht. Beide haben anerkannte Universitätsabschlüsse und arbeiteten als Ingenieure. Wegen ihres christlichen Glaubens sahen sie sich zur Flucht gezwungen. Mitnehmen konnten sie nur die wichtigsten Papiere und andere persönliche Habseligkeiten. Das war 2017.

Seit 2018 lebt das Ehepaar in Werne. Hier haben sie im Sportverein Hockey United und in der Christlichen Gemeinde (Waldstraße) Freunde und Helfer in der gegenwärtigen Situation gefunden.

In Werne ist es derzeit nicht leicht, eine Wohnung zu finden. Andreas Peters von der Christlichen Gemeinde: „Das ändert aber nichts daran, dass die Leute so schnell wie möglich aus ihrer heutigen Wohnung raus müssen.“ Die Hoffnung der Familie und ihrer Helfer besteht darin, auf dem Weg an die Öffentlichkeit eine bezahlbare Ersatzwohnung  im Kernstadtbereich zu finden. 

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