Samstag, März 2, 2024

Pater Tobias wird 80: Leben für eine Spiritualität der Einfachheit

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Werne. An sich hatte Pater Tobias Link seinen 80. Geburtstag mit seiner Familie im Taubertal feiern wollen. Doch die anhaltenden Lockdown-Bestimmungen machen das unmöglich. So wird der Kapuzinerpater sein neues Lebensjahr im Rahmen eines normalen Gottesdienstes am heutigen Sonntag (28. März) begehen.

Geboren wurde Pater Tobias Link am 28. März 1941 in Laudenbach, einem „sehr schönen kleinen“ Dorf zwischen Bad Mergentheim und Creglingen. Hier, inmitten von Weinhängen und einer idyllischen Flusslandschaft, wuchs der Kapuziner auf, als zweitjüngstes von sieben Kindern, getauft auf den Namen Hubert. „Mein Vater war Jäger und wollte einen Hubertus unter seinen Kindern haben“, erinnert sich Pater Tobias. Wenn er von dem Ort seiner Kindheit spricht, dann fällt immer wieder das Wort „Heimat“. Sein Ordensleben hat ihn längs durch Deutschland an die unterschiedlichsten Stationen geführt. Doch Laudenbach blieb Heimat.

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„Es gibt dort eine wunderbare Dorfkirche und eine sehr sehenswerte Wallfahrtskirche“, schwärmt Pater Tobias. In der Dorfkirche St. Margareta beging er im vergangenen Jahr sein goldenes Priesterjubiläum. Fünf Sakramente hat er in der neugotischen Kirche empfangen: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung und die Priesterweihe. Die Gegend seiner Kindheit und Jugend weckte außerdem seine Liebe zur Kunst – nicht zuletzt dank der wunderbaren Schnitzaltäre des spätgotischen Künstlers Tilman Riemenschneider in Creglingen und Rothenburg ob der Tauber. Bis heute malt und fotografiert Pater Tobias leidenschaftlich gern. Und nutzt diese Fertigkeiten auch für seine Meditationen. Aktuell hat er ein Lebensbaum-Modell mit Bildmeditation in der Klosterkirche installiert.

Ein toter Ast von einem noch blühenden Apfelbaum aus dem Klostergarten inspirierte Pater Tobias Link zu dieser österlichen Meditationsinstallation in der Klosterkirche. Foto: Schwarze
Ein toter Ast von einem noch blühenden Apfelbaum aus dem Klostergarten inspirierte Pater Tobias Link zu dieser österlichen Meditationsinstallation in der Klosterkirche. Foto: Schwarze

Seine Schulbildung erhielt Hubert Link als Interner auf das bischöfliche Internat in Bad Mergentheim. „Von Laudenbach wäre der tägliche Schulweg zu mühsam gewesen. Außerdem hätte ich als eines von sieben Kindern zu Hause kein eigenes Zimmer zum Lernen gehabt.“ Durch Familie und Schule katholisch geprägt, fand Hubert Link über die Kapuziner zum Ordensleben. Ihre Spiritualität der Schlichtheit zog ihn an. Die Eltern reagierten unterschiedlich auf die Entscheidung des Sohnes. „Meine Mutter war sehr angetan, mein Vater meinte, ich sei alt genug und müsse wissen, was ich tue“, erinnert sich der 79-Jährige.

Die Ordensregeln seien zu jener Zeit strenger gewesen als heute. Er musste sich eine Tonsur schneiden und einen langen Bart wachsen lassen; die Klausurvorschriften wurden strikt befolgt. „Als meine Mutter mich zu meiner ersten Profess besuchen wollte, durfte sie nur ins Sprechzimmer“, erzählt Pater Tobias. Und auf ihre Frage nach der nächsten Besuchsmöglichkeit habe es geheißen: „In sieben Jahren.“ Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hätten sich die Regeln gelockert.

„Letztlich weiß man nie, was auf einen zukommt, ob es sich nun um einen Orden oder eine Ehe handelt.“

Pater Tobias zu den Ordensregeln

„Letztlich weiß man nie, was auf einen zukommt, ob es sich nun um einen Orden oder eine Ehe handelt“, meint Pater Tobias. „Aber die Schwierigkeiten muss man dann durchhalten, man muss sich durchsetzen und manchmal auch Dinge erleiden.“ Schließlich sei jede Ordensgemeinschaft anders. „Und wie eine Bekannte einmal zu mir sagte: ,Es menschelt bis ins Himmelreich’“, erklärt der Pater augenzwinkernd. Im Laufe seines Lebens lernte er, loszulassen und sich auf Neues einzustellen. Die Ordensleitung berief ihn nach Oberhausen, Münster, Bad Mergentheim und Stühlingen. „Eine Konstante sind meine Bücher, die nehme ich immer mit“, sagt der Kapuziner.

Vor fünf Jahren kam er nach Werne, wo er sich inzwischen gut eingewöhnt hat. Jetzt, während des Lockdowns, fehlen ihm jedoch die Kontakte zu Menschen außerhalb des Klosters, die er für sehr wichtig hält. „Das ist ja das Schöne an meiner Berufung, mit Menschen zusammenzukommen.“ Ganz praktisch vermisst er außerdem seine Herzsportgruppe, der er sich angeschlossen hat, um etwas für seine Gesundheit zu tun. Auf der anderen Seite hat er jetzt mehr Zeit zum Lesen, Beten und Arbeiten. „Ich bin einfach guten Mutes, dass es noch länger weitergeht mit meiner Tätigkeit.“

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