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Werne. Für wohl die Mehrzahl der Schüler/innen ist das etwas bereits Gewohntes: Den Ferien ade sagen, vielleicht mit etwas Widerwillen. Andererseits auch mit Vorfreude und etwas Ungeduld: Jetzt kann ich endlich die Freunde und Mitschüler/innen wiedertreffen, von den Erlebnissen der Urlaubszeit berichten, gemeinsame Zeit verbringen.

Für einige ist der Schulbeginn nach den großen Ferien noch etwas Besonderes. Sie waren vor den Sommerferien noch in der Kindertagesstätte und kommen nun überhaupt in die Schule. Oder sie wechseln an eine sogenannte „weiterführende“ Schule. Da ist vieles neu. Nicht allein auf den anderen Ort und Schulweg muss ich mich einstellen. Das sind auch andere, zunächst fremde Kinder, andere Schülerinnen, die ich noch nicht kenne. Für manche ist so ein Schulwechsel nicht nur mit Vorfreude verbunden. Und mancher ist froh, wenn ein Freund oder eine Freundin ihn oder sie begleitet. Weil sie auch eingeschult wird oder er mit auf die andere Schule wechselt.

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In unserem Leben gibt es eine Fülle solcher Veränderungen und Übergänge. Wir ziehen um. Treten eine neue Arbeitsstelle an. Entscheiden uns für einen Partner oder eine Partnerin. Bis dahin, dass wir einmal sterben und die letzte große Veränderung erleben müssen.

Jeder Übergang in eine andere Lebenssituation ist wie ein Puzzle, bei dem ich selbst ein Teil bin. In der folgenden Zeit gilt es, mein Leben erneut zusammen zu puzzeln: Die Orte und Wege, vor allem aber die Beziehungen zu den Menschen, denen ich in der kommenden Zeit begegne. Vieles wird mir dabei fremd und neu vorkommen. Auf viele andere werde ich mich neu einrichten und einstellen müssen.

Als Menschen sind wir nie allein auf der Welt. Immer sind wir zusammen mit anderen da und bleiben stets aufeinander angewiesen. Wir leben unser Leben für andere. Als Menschen sind wir zur Gemeinschaft mit andern bestimmt, ohne jedoch voneinander abhängig zu sein. Nur in dieser Freiheit sind wir überhaupt in der Lage, unser eigenes Puzzleteil mit den anderen zu verbinden und in der jeweils neuen Situation ein neues Ganzes, ein fertiges Puzzle herzustellen. Wir bilden dann zusammen mit anderen einen „neuen Leib“ und sind wie die anderen ein Glied dieses „Leibes“, wie es das Neue Testament der Bibel sagt. Um eine wirkliche Gemeinschaft zu bilden, ist allerdings ein vertrauender Glaube die notwendige Voraussetzung. Er ergibt den Mut, die Entschlossenheit und das Selbstvertrauen, um mit einer neuen Situation und anderen bislang fremden Menschen zu begegnen.

„Sei tapfer und entschlossen! Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut. Denn ich, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst“, sagt die Bibel. In keiner Lebenslage sind wir allein. Gott ist immer da.

Ich wünsche allen, die vor großen und kleinen Veränderungen ihres Lebens stehen, dieses Vertrauen – besonders den Kindern und Jugendlichen, die jetzt in die Schule kommen oder ein neues Schuljahr beginnen.

Pfarrer Andreas Bader, Ev. Kirchengemeinde Werne

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