An(ge)dacht: Leben lebt vom Aufbruch

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Werne. Zwei Wochen noch, dann starten die Sommerferien. Bei einigen Jugendlichen wird jetzt schon der Abschluss gefeiert – das Ende der Grundschule, Haupt- oder Realschule, das Abitur oder das Ausbildungsende.

Nicht nur die Schüler und Schülerinnen sind froh (oder vielleicht enttäuscht) über das erreichte Ziel. Auch manche Eltern atmen voller Erleichterung auf, dass ein wichtiger Abschnitt ihres Kindes geschafft ist. Der Sommer steht vor der Tür. Jetzt heißt es erst einmal: Alles hinter sich lassen, auftanken und dann kann es weiter gehen.

Wenn Abschiede anstehen, wird immer der Blick auf das geworfen, was war. Wie bin ich durch diese Zeit gegangen? Was habe ich erlebt und wie sieht meine Bilanz aus? Und natürlich schaut man auch mit einem Auge auf das, was kommt. Ob ich mich richtig entschieden habe für den nächsten Schritt? Wie wird es wohl werden, wenn ich die Schule wechsele oder das Studium beginnt? Komme ich an dem neuen Ort klar?

In einem meiner kirchlichen Lieblingslieder heißt es: „Caminando va, Leben lebt vom Aufbruch!“ Ich finde, darin steckt eine tiefe Wahrheit. Aufzubrechen, etwas Neues zu versuchen oder auszuprobieren, ist vielleicht mit einer gewissen Portion Angst verbunden. Nicht immer weiß ich, wohin mich mein Aufbruch führt. Aber es weckt auch den Entdeckergeist in uns und sorgt dafür, dass Veränderung möglich wird. Ich schaue über den eigenen Tellerrand und gewinne andere Perspektiven. Natürlich ist Scheitern möglich. Aber wer nichts wagt, kann auch nicht gewinnen. Das gilt für die kleinen Aufbrüche und auch für die großen.

Vielleicht ist Jesus deshalb auch so viel unterwegs gewesen, weil er nur so frei für neue Wege war; frei für die Menschen und offen für Gottes Gegenwart. Sein Leben fand auf der Straße und auf dem Weg statt. Er hat seine Freunde gelockt, mit ihm zusammen aufzubrechen. Er war nie lange an einem Ort. Vielen Menschen hat er zu einem echten Neuanfang verholfen. Das war möglich, weil er sich getragen und verbunden wusste von und mit Gott selbst.

Ich wünsche allen, die sich in den kommenden Wochen aufmachen und sich verabschieden, den Mut für die nächsten Schritte und Gottes guten Geist, der Kraft gibt und den Horizont weit macht. Ich wünsche Euch und Ihnen allen Gottvertrauen und die Lust, das Leben neu zu entdecken! Caminando va, Leben lebt vom Aufbruch!

Maria Thiemann, Pastoralreferentin in St. Christophorus und gerade selbst im Aufbruch

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