Mittwoch, April 24, 2024

Auf Wernes Freiwillige Feuerwehr ist Verlass

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Werne. Rund 70 Einsätze hat allein Sturmtief Bernd am 14. und 15. Juli 2021 der Freiwilligen Feuerwehr Werne beschert, bilanzierte Wehrführer Thomas Temmann auch im Namen seines Stellvertreters Jörg Mehringskötter am Mittwoch, 2. März 2022, im Ausschuss für Soziales, öffentliche Ordnung, Integration und Inklusion in seinem Jahresbericht.

Vollgelaufene Keller wurden abgepumpt, überflutete Straßen abgesperrt und Gullys gereinigt, schilderte er die Einsätze nach dem Starkregen. Das Technische Hilfswerk habe man zur Unterstützung mit Pumpen und Sandsäcken angefordert. Ab 22 Uhr unterstützten dann noch etliche Werner Feuerwehrleute in mehreren Fahrzeugen die Bergkamener Feuerwehr bei ihren Einsätzen in der Nachbarstadt. „Da war ich schon stolz auf meine Leute“, sagte Temmann. Am 4. Juli wurde bereits schon überörtliche Hilfe geleistet, als der Landrat angesichts der Überflutungen in Fröndenberg die Großeinsatzlage ausgerufen hatte.

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Dass sich die Werner Bürgerschaft auf die Freiwillige Wehr mit ihren vier Löschzügen verlassen kann, haben die 162 Aktiven plus fünf Doppelmitglieder 2021 bei 556 Einsätzen einmal mehr unter Beweis gestellt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 444. Die Kurve der Einsatzzahlen zeigt über einen Zeitraum von vier Jahren mit einer Steigerung von 59 Prozent steil nach oben. Für so viel Einsatzbereitschaft bedankte sich Ausschussvorsitzender Peter Roemer im Namen aller ausdrücklich.

Die 80 Aktiven des Löschzugs 1 Stadtmitte absolvierten 411 Einsätze (Vorjahr: 330). Die Löschgruppe 2 Langern mit 21 Aktiven, rückte 35 (34) mal aus und der Löschzug drei Stockum mit 45 Aktiven 68 (56) mal. 42 (24) Einsätze waren es für die 16 Aktiven der Löschgruppe 4 Holthausen. Technische Hilfe ohne Menschenrettung war in 155 Einsätzen gefragt, mit Menschenrettung in 91 Fällen. Brandschutz ohne Menschenrettung in 98 Fällen geleistet, 15 mal bewahrten die Retter bei Brandeinsätzen Menschen vor Schaden. Einsatzschwerpunkt war 2021 in 111 Fällen der Monat Juli.

Die Vielfältigkeit der Werner Wehr spiegelt sich in der Einsatzverteilung auf Kreisebene. Die Aktiven leisteten im vergangenen Jahr 27 Einsätze in den Kreiseinheiten ABC-Zug (0;1), Fernmeldedienst (20;8), Rettungsdienst (1;2), Kreiseinsatzleitung (6;2).

Ein Reihe von Unfällen beschäftigte die Wehr. So etwa am 22. Februar 2021, als vier Pkw an dem Unfallgeschehen auf der Selmer Landstraße beteiligt waren. Zwei Personen wurden dabei verletzt. Sieben Verletzte waren es, als es auf der A1 in Fahrtrichtung Köln zu einem Verkehrsunfall mit mehren beteiligten Pkw kam.

Das HLF20 aus Stockum an der Einsatzstelle. Bei der Ankunft der Ehrenamtliche brannten die Streuballen lichterloh. Foto: Feuerwehr Werne
Das HLF20 aus Stockum an der Einsatzstelle. Bei der Ankunft der Ehrenamtlichen brannten die Strohballen lichterloh. Foto: Feuerwehr Werne

Am 21. März brannten rund 60 Strohballen an der Hammer Straße kurz hinter dem Gersteinwerk. Später im Jahr, am 30. Oktober, rückten die Wehrleute zu Bränden von aufgeschichtetem Holz in einem Waldstück an der Grenze zum Hamm und nur einen Tag später zu einem großflächigen Brand von Strohballen auf einer Wiese in der Nähe aus.

Spektakulär aber harmlos ging am 10. Juli ein Einsatz in der Gaststätte Stilvoll im historischen Rathaus aus, als eine Friteuse in Brand geriet. Das Feuer wurde schnell gelöscht, das Gebäude kurzzeitig geräumt. Verletzte gab es nicht. Von den Gästen an den Außentischen sei der Einsatz übrigens interessiert und völlig entspannt verfolgt worden, ergänzte Temmann.

Und dann waren da noch die „tierischen“ Einsätze. „Katze steckt in Dachrinne fest“, „Taube hat sich zwischen zwei Häusern verfangen und „Eichhörnchen steckt in Gully fest“, lauteten die Hilferufe im Namen von Vierbeinern, beziehungsweise geflügelten Exemplaren. Mithilfe der Hubleiter wurde die Taube zwischen zwei eng stehenden Hauswänden heraus bugsiert. Das Eichhörnchen im Gully wurde nach seiner Befreiung so schnell, dass es dem Beweisfoto der Wehr glatt entkam, kommentierte Temmann schmunzelnd.

Der Löschzug 1 Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr Werne eilte am Samstag zur Taubenrettung in die Steinstraße. Foto: Feuerwehr Werne
Der Löschzug 1 Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr Werne eilte 2021 zur Taubenrettung in die Steinstraße. Foto: Feuerwehr Werne

Richtig kurios wurde es aus Sicht der Retter bei zwei weiteren Einsätzen. Dazu zählte fraglos ein brennendes E-Bike, das im Mai für Aufregung des Besitzers sorgte. Dieser hatte bei der Montage eines Gepäckträgers versehentlich den Akku angebohrt. „Im Dezember soll ein Vogel gegen einen Handdruckknopfmelder in einem Einkaufsmarkt geflogen sein und diesen ausgelöst haben. Leider war das Tier verschwunden und konnte daher nicht mehr befragt werden“, legte man den Fall zu den Akten.

In Sachen Ausbildung wurden trotz schwieriger Bedingungen ein Grundlehrgang und zwei Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger in Werne durchgeführt. Ein spezielles Hygienekonzept wurde eigens entwickelt, um die Lehrgangsteilnehmer corona-konform in kleinen Gruppen ausbilden zu können. Zahlreiche andere Lehrgänge und Fortbildungen mussten hingegen das zweite Jahr in Folge corona-bedingt verschoben bzw. abgesagt werden, bedauerte Temmann.

Corona: Auch 2021 war der Erhalt der Einsatzbereitschaft unter Corona-Regeln die größte Herausforderung. Maskenpflicht, Hygieneregeln, Üben in kleinen Gruppen, Online-Dienstabende, Absage aller Feierlichkeiten usw. bestimmten die Tagesordnung und wurden diszipliniert umgesetzt. Glücklicherweise, so der Feuerwehr-Chef, erhielten alle Einsatzkräfte im Frühjahr ein Impfangebot und im Herbst ein Angebot für die Booster-Impfung. Größere Ausfälle gab es nicht.

Beförderungen und Ehrungen standen am 13. September im Alten Rathaus an. Der stellvertretende Wehrführer Jörg Mehringskötter erhielt das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze. Anschließend überraschten ihn die Kameraden/innen mit einem Empfang auf dem Marktplatz.

Wernes Feuerwehr-Chef Thomas Temmann zeichnete seinen Stellvertreter Jörg Mehringskötter (rechts) aus. Foto: Wagner
Wernes Feuerwehr-Chef Thomas Temmann zeichnete 2021 seinen Stellvertreter Jörg Mehringskötter (rechts) aus. Foto: Wagner

Am 21. Dezember, pünktlich zu Weihnachten, wurde die Aktiven mit neuer Einsatzkleidung ausgestattet. „Die funktionale und sichere Kleidung bietet den bestmöglichen Schutz in allen Einsatzsituationen“, freute sich Temmann. Kostenpunkt: 188.000 Euro.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach überbrachte am 15. Juli die Zusage über 250.000 Euro Fördermittel für das Feuerwehrgerätehaus in Stockum. Am 13. August folgte die Förderung vom Bund für Abbiegeassistenten an acht Feuerwehrfahrzeugen. Kostenpunkt 17.000 Euro.

Ausblick: 2022 steht voraussichtlich der im Mai der Spatenstich für den Bau des Gerätehauses in Stockum an.

Apropos Einsatzbereitschaft: 2022 hat die freiwillige Feuerwehr bis dato bereits 125 Einsätze absolviert.

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