Denkmal Bahnhof: Hamburg – Werne – Rom: Europaweit vernetzt

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Werne. Von Werne in die weite Welt – das ist bis 1928 kein leichtes Unterfangen. Um einen Bahnhof zu erreichen, mussten die Bürger nach Hamm, Lünen oder gar bis Münster und Dortmund gelangen. Immerhin gab es eine kleine Zechenbahn bis Bockum-Hövel. Erst mit Eröffnung der Eisenbahnstrecke Dortmund-Münster erhält Werne einen Bahnhof und damit Anschluss an die Fernverbindungen.

Mit dem Bau der Zeche war Werne zwar endlich im Zeitalter der Industrialisierung angekommen, die Infrastruktur hinkte der Entwicklung aber deutlich hinterher. Am schwersten wog, dass die Stadt keinen Bahnanschluss besaß. 1902 ließen der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein eine zwölf Kilometer lange Kleinbahn nach Ermelinghof (Bockum-Hövel) bauen. Auf diese Weise erhielt die Zeche Werne einen Anschluss an die Bahnstrecke zwischen Hamm und Münster.

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Ab 1905 öffnete die Zechenverwaltung die Kleinbahn für den öffentlichen Personen-Nahverkehr. 80 Jahre später, am 15. November 1985 nahmen 150 Gäste Abschied vom „Pengel-Anton“, der noch einmal mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern in Richtung Bockum-Hövel zuckelte.

Im Jahre 1928 konnte endlich die Bahnstrecke von Dortmund nach Münster eröffnet werden. Am 17. Oktober 1928  traten die Festgäste in einem bekränzten Zug die Jungfernfahrt an, die vom Hauptbahnhof Münster über Amelsbüren, Davensberg, Ascheberg und Capelle führte.

Eine ältere, undatierte Aufnahme des Werner Bahnhofs. Foto: Archiv Stadt Werne

Am Werner Bahnhof wurden die Reisenden von einer Menschenmenge und einem Fahnenmeer begrüßt. Anschließend feierten die Bürger das historische Ereignis mit einem Festumzug durch die ebenfalls mit Fahnen, Girlanden und Triumphbögen geschmückte Stadt. Auf dem Marktplatz hatten die Bürger einen Aufbau errichtet, der die Bedeutung der Bahn für Werne bekunden sollte – mit der Aufschrift „Hamburg-Münster-Werne-Dortmund-Köln-Mailand-Rom“. Zur Feier des Tages hatte die Stadtverwaltung für alle Veranstaltungen eine Steuerfreiheit erlassen. Der Vorstand des Turnvereins Werne 03 fasste die Gelegenheit beim Schopf und veranstaltete kurzfristig einen sehr gut besuchten Ball, der einen prächtigen Reinerlös abwarf. Der floss in den Bau der Jahnturnhalle.

Bürgermeister Ohm sah im Anschluss Wernes an den überregionalen Verkehr nicht nur wirtschaftliche Vorteile. „Bisher abgeschlossen vom Hauptträger des Verkehrs und infolgedessen wirtschaftlich seit Jahrzehnten zurückgedrängt, wird nunmehr Werne eingegliedert in den lebendigen Rhythmus des größten deutschen Wirtschaftsunternehmens“, sagte er in seiner Festansprache.

Die Architektur des Hauptgebäudes vereint historistische Stilrichtungen mit modernen. Der Eingang wird durch senkrechte Sandsteinelemente und einen Dreiecksgiebel in einer Art hervorgehoben. Das erinnert an klassizistische Fassaden, die wiederum antike Tempel zum Vorbild nahmen. Expressionistische Elemente sind an den stilisierten Blüten in den Fenstergittern zu erkennen. Der gestaffelte Backsteinbau ist insgesamt asymmetrisch gegliedert und trägt ein mächtiges Krüppelwalmdach.

Zum Bahnhofsvorplatz führt eine mit großen Bäumen bestandene Allee mittig auf den Eingang zu. Das gesamte Objekt mit seinen Gebäuden, dem Vorplatz und der Allee ist ein bedeutendes Beispiel für die Entwicklung der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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