Samstag, Januar 3, 2026

GSC trauert um ehemalige Lehrerin Dr. Angelika Senge

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Münster/Werne. Das Gymnasium St. Christophorus mit Kollegium, Schülerschaft und Ehemaligen trauert um Dr. Angelika Senge. Sie starb am 29. November 2022 im Alter von 72 Jahren.

Angelika Senge war seit 1983 Lehrerin am Gymnasium St. Christophorus in Werne. In dieser Zeit bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2016 prägte sie wie kaum eine andere Kollegin Generationen von Schülern, Lehrern und die Schule selbst – als Lehrerin, Kollegin und Freundin.

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Katrin Gutschera schreibt in ihrem Nachruf für die Website der Schule:

Ich habe Angelika Senge aus all diesen Perspektiven kennengelernt. Sie war vier Jahre meine Klassenlehrerin mit den Fächern Geschichte und katholischer Religion. Dass sie ihre Fächer so ernst genommen und so glaubhaft und geradlinig vertreten hat, hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders beeindruckt hat mich ihre klare und manchmal unwiderlegbare Argumentationskompetenz und ihr umfangreiches Wissen, das sie gerne an Schüler weitergegeben hat. Sie konnte so viele Informationen so anschaulich in einer Schulstunde komprimieren, wie es nur mit dem ihr eigenen Sprechtempo möglich war. Nicht umsonst erhielt sie als Geschenk einer Abiturientia ein Verkehrsschild zur Geschwindigkeitsbegrenzung ihres Sprechtempos: nicht mehr als 60 Wörter pro Minute.

Neben ihrer Fähigkeit zu umfangreicher Wissensvermittlung bestach Angelika Senge als authentisches Vorbild für eine Schule mit Herz. Leidenschaftlich und entschlossen engagierte sie sich auch nach dem Unterricht für die (manchmal auch persönlichen) Belange ihrer Schüler. Sie hatte stets ein offenes Ohr für deren Sorgen und Nöte und setzte sich für sie ein, auch wenn es mit viel Aufwand, persönlichem Einsatz und auch mal Ärger verbunden war. In ihrem Grußwort an ihren Abiturjahrgang 1999 kommt ihre Einstellung gut zum Ausdruck: „Mensch sein heißt Mensch werden – ein Leben lang! – `Höre nie auf anzufangen, fange nie an aufzuhören!`“ Und so verwundert es nicht, dass zu Angelika Senge zahlreiche Schüler nach ihrem Schulabschluss den Kontakt suchten und hielten.

Im Kollegium war Angelika Senge ein wertvolles und überaus geschätztes Mitglied. Im Lehrerrat und in der Mitarbeitervertretung setzte sich Angelika Senge über Jahre hin für die Belange der Kollegen ein und vertrat deren Interessen nicht nur mit dem gesprochenen Wort, sondern auch in zahlreichen, pointierten Briefen, z. B. an höhere Dienststellen. Der Blick auf den Menschen neben ihr und genauso in anderen Teilen der Welt war nicht nur von intellektueller Religiosität geprägt, sondern von praktisch ausgelebter Nächstenliebe. Im Rahmen dieser nahbaren Religiosität hat sie am Christophorus Gymnasium das Sozialpraktikum und die Bosnien-Aktion ins Leben gerufen und über viele Jahre hin hauptverantwortlich organisiert.

Außerhalb der Schule war Angelika Senge eine Freundin, auf die man sich in allen Lebenslagen verlassen konnte. Sie nahm sich stets Zeit („Zeit hat man nicht, Zeit NIMMT man sich.“), hörte zu und gab Rat („Beten hilft immer.“). Sie war ein Mensch, der nicht nur förderte, sondern forderte und im besten Sinne unbequem war. Dass man mit seinen Talenten im Sinne der anderen wuchern und seine Komfortzone dabei auch einmal verlassen sollte, hat Angelika Senge auf selbstverständliche Weise vorgelebt und eingefordert. Und sie war vor allem ein Mensch, mit dem man viel und über alles lachen konnte. Das „Maschinengewehr Gottes“ ist nun auf Erden verstummt. Der Himmel hat die Tür aufgemacht. Ein tröstlicher Gedanke ist es, sie jetzt dort oben als Fürsprecherin zu wissen.

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