Freitag, Juli 12, 2024

Kolping Werne hilft Flutopfern

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Werne. Die aktuelle Situation in der Ukraine rückt das Schadenereignis durch Starkregen in 2021 an Ahr und Inde in den Hintergrund. Am Beispiel der Stadt Eschweiler, die besonders hart von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen war, lässt sich auch heute noch an vielen Stellen erkennen, dass die Schäden noch nicht beseitigt sind. Die Kolpingsfamilie Werne unterstützt die Stadt beim Wiederaufbau.

Eschweiler zählt ca. 58.000 Einwohner und liegt mit seinen 22 Ortsteilen am Nordrand der Eifel im Herzen der Städteregion Aachen und im Westen der Euregio Maas-Rhein.

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Die Katastrophe

Am Mittwoch, 14. Juli 2021, kam es hier zu einer nicht erwarteten Überflutung. Das Flüsschen Inde hatte sich nach heftigen Regenfällen mit 100 bis 150 Liter auf den Quadratmeter in einen reißenden Strom verwandelt. Der Ortskern stand komplett unter Wasser – dort in der Mitte das St. Antonius-Hospital. Erst zweieinhalb Monate später konnte der Krankenhausbetrieb wieder aufgenommen werden. Auch tiefergelegene Außenbereiche waren betroffen. Nach Rückgang des Wassers in weniger als 24 Stunden bot sich ein Bild der Zerstörung – Schlamm hatte sich in den Häusern und auf den Straßen abgelagert – das Wasser hatte alles durchnässt. Der Gesamtschaden dieser Katastrohe geht in die Milliarden.

Hohe Hilfsbereitschaft

Nicht nur die Kolpingsfamilie Werne hatte einen Spendenaufruf für die Städte Ahrweiler und Eschweiler gestartet. Nach Kontakten zu den örtlichen Kolpingsfamilien konnte bereits in 2021 jeweils 2.500,00 Euro aus Werne als Soforthilfe überwiesen werden. In Eschweiler wurde mit der Spende zunächst die dortige Tafel bedacht, die 70 Geschenkpakete für Kinder im Alter von null bis 14 Jahren verteilen konnte. Ferner wurden ca. 20 Tüten mit Süßigkeiten gepackt, die vom Diakon der Pfarre Heilig Geist, Udo Haak, an Familien mit Kindern verteilt wurden. Ein weiterer Teil der großzügigen Spenden wurde an Flutopfer ausgezahlt, die hiervon notwendige Anschaffungen realisieren konnten.

Besuch in Eschweiler

Um sich ein Bild der aktuellen Lage vor Ort zu machen, hatte der Vorstand der Kolpingsfamilie beschlossen, Eschweiler zu besuchen. Auf Einladung der dortigen Vorsitzenden, Annette Brandenburg, fuhren Mitglieder des Vorstandes nach Eschweiler. Dort wurden die Teilnehmer von dortigen Vorstandsmitgliedern begrüßt und zu einem Rundgang durch die Stadt eingeladen.

Situation vor Ort

Beim Bummel durch die Innenstadt konnte man auch nach knapp neun Monaten erkennen, welche Schäden das Wasser angerichtet hatte. Noch bis Ende April übernimmt die Kommune die Kosten für die Container, die unübersehbar heute noch in den Straßen stehen, um den anfallenden Schutt aufzunehmen. Viele Wohnhäuser und Geschäftsräume sind betroffen.

Am Beispiel eines Schuhgeschäftes konnte Kolping-Vorstandsmitglied Reiner Franken erklären, wie es in vielen Bereichen ausgesehen hat und heute noch aussieht. Noch laufen in den Geschäftsräumen mehrere Entfeuchter – eine Wiederbelebung der Räumlichkeiten ist noch nicht absehbar. Die laufenden Kosten bewegen sich monatlich in einem hohen fünfstelligen Bereich. Viele Betroffene erhalten keine Entschädigung von den Versicherungen. Es wird noch viele Monate dauern, die Folgen des Wassers finanziell, aber auch emotional zu verarbeiten. Die Zerstörung durch die Flut macht einfach fassungslos. Der Besuch im Schadengebiet hinterließ bei den Teilnehmern einen bleibenden Eindruck.  

Fazit der Kolpingsfamilie Werne: Das gespendete Geld kommt auf jeden Fall bei denen an, die es am meisten benötigen – bei den Opfern der Katastrophe.

Landunter im Bereich Aue. Foto: Reiner Franken – Kolpingsfamilie Eschweiler

Erneute Spendenbereitschaft

Die Kolpingsfamilie Eschweiler mit ihren 110 Mitgliedern hat bis heute allein aus verschiedenen Kolpingsfamilien ca. 20.000 Euro gesammelt. Jeder Cent sei 1:1 an geschädigte Familien weitergeleitet worden, heißt es. Dazu kamen Zuwendungen des Diözesanverbandes Aachen an bedürftige Kolpingmitglieder. Von dort sind in der nächsten Zeit weitere Hilfen zu erwarten.

Zum Abschluss des Besuches konnte die Vorsitzende der Kolpingsfamilie Werne, Elisabeth Schwert, symbolisch einen Scheck in Höhe der letzten Zuwendung in Höhe von 1.800,00 Euro überreichen. Dank der vielen Spenden, auch von Nichtmitgliedern, konnte jetzt dieser Betrag an die Kolpingsfamilien in Ahrweiler und Eschweiler überwiesen werden. Die Kolpingsfamilie Werne bedankt sich bei allen Spendern recht herzlich. Die Summe soll in Eschweiler kurzfristig an bedürftige Familien im Schadensgebiet Aue im Tal der Inde weitergegeben werden. Die dort wohnenden Familien hatten Todesängste ausgestanden, da das Wasser bis zur Dachkante gestanden hatte. Der Kontakt zur Kolpingsfamilie Eschweiler soll weiter gepflegt werden. Ein Gegenbesuch ist avisiert.

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