Montag, April 22, 2024

Parken Münsterstraße: Initiative sieht Stellplätze zuhauf

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Werne. Beim jüngsten, coronabedingt digitalen Treffen der Initiative Radverkehr in Werne (IR) am vergangenen Donnerstag wurde unter anderem die aktuelle und zukünftige Parkplatzsituation entlang der Münsterstraße diskutiert. Das teilt Holger Bergemann für die IR jetzt mit.

Auf der nordwestlichen Seite der Münsterstraße sei auf Höhe des Berufskollegs aktuell noch das Parken erlaubt, es gebe dort Platz für etwa 40 Autos. Im Zuge der Umgestaltung des Straßenzuges im Rahmen des Regionale-Projekts „Werne neu verknüpft“ werden diese Stellplätze wegfallen, um viel Raum für Radfahrer und Fußgänger sowie für eine bessere Aufenthaltsqualität im Hornebereich zu schaffen – und diese Perspektive werde auch in der IR einhellig begrüßt, schildert er.

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In der Werner Politik schieden sich die Geister nun aber an der Frage, ob dieser vor allem von den Schülern des Berufskollegs genutzte, kostenlose Parkraum einfach wegfallen könne, oder ob womöglich an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden solle. Bei den IR-Aktiven stoße diese Debatte allerdings auf wenig Verständnis: „In nächster Nähe des Berufskollegs stehen doch zuhauf Parkplätze zur Verfügung“, argumentierte in der Sitzung etwa Till Garvert und nannte vor allem den Parkplatz am Solebad, der nach seiner Beobachtung nach werktags kaum genutzt werde.

Doch auch auf dem obersten Parkdeck von REWE Symalla stünden nach Beobachtung der IR praktisch nie Fahrzeuge und ähnlich verhalte es sich mit der Tiefgarage am Roggenmarkt. „Alle drei Parkplätze liegen weniger als 500 Meter vom Berufskolleg entfernt“, schreibt Bergemann für die IR und betont: „Uns als Fahrradaktivisten stellt sich sowieso die Frage, warum manche Schüler einen Schulweg von fünf oder zehn Kilometern Länge nicht regelmäßig mit dem Fahrrad oder Pedelec zurücklegen. Ist den jungen Leuten denn jetzt noch nicht mal mehr ein Fußweg von wenigen hundert Metern zuzumuten?“, fasst er die Stimmungslage in der Initiative zusammen. Und Winfried Hoch ergänzt: „Wenn die Schüler vor dem Unterricht schon einen kurzen Spaziergang in den Beinen haben, dann sind sie wenigstens wach, wenn es losgeht.“

Natürlich gelte es zu verhindern, dass die Schüler künftig die unmittelbar an die Schule angrenzenden Wohnstraßen zuparken, bezieht sich Bergemann auf die Befürchtungen in der Politik, dass es zu einem verstärkten Parksuchverkehr kommen werde. Um dies zu verhindern, schlägt die IR vor, etwa am Becklohhof Anwohnerparkausweise auszugeben, Parkverbote zu erlassen und – wichtig – die Einhaltung dieser Regeln dann auch regelmäßig zu kontrollieren.

Eines sollte die Stadtverwaltung nach Überzeugung der IR jetzt jedenfalls auf keinen Fall tun: Nämlich entlang des Becklohhofes zusätzliche Pkw-Stellplätze zu bauen. Der Becklohhof biete sich in Werne wie sonst nur wenige Gemeindestraßen dafür an, eine Fahrradstraße einzurichten – sei es, um als Teil einer Radhauptverbindung die Altstadt mit dem Bahnhof zu verbinden oder um den künftigen RS1-Zubringer vom Bahnhof in Richtung Rünthe zu realisieren. Und entlang von Fahrradstraßen bildeten parkende Autos nun einmal für die Radfahrer das mit Abstand größte Sicherheitsrisiko, heißt es weiter.

Die nächste „Kidical Mass“ in Werne ist für den 14. Mai geplant. Archivfoto: Volkmer

Vor diesem Hintergrund hatte IR-Mitglied Jan Heidenreich noch einen Vorschlag an die Politik für den Fall, dass sie gegen alle Vernunft entscheiden sollte: „Auf dem Schulgelände des Berufskollegs selber gibt es ja heute schon mehrere Pkw-Parkflächen. Auf eine dieser Flächen könnte notfalls eine Parkpalette mit ein oder zwei Etagen aufgestapelt werden. So ließen sich die Stellplätze einfach ersetzen, ohne neue Flächen zu versiegeln.“

Zu den weiteren Themen beim IR-Treffen zählte der Gedankenaustausch rund um die nächste „Kidical Mass“ in Werne. Die IR plant, diese einen Tag vor der Landtagswahl am Samstag, 14. Mai, um 15 Uhr zu veranstalten. Das nächste Treffen der Initiative findet am 24. Februar um 19 Uhr statt.

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