Donnerstag, Januar 29, 2026

Pläne für Wasserkraft-Anlage in Stockum werden konkreter

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Stockum. Das Klimaschutzkonzept der Stadt Werne sieht auch die Nutzung der Wasserkraft als einen Baustein vor. Die Pläne für ein neues Wasserkraftwerk in Stockum werden konkreter, doch noch sind einige Hürden zu überwinden.

Bauherr und Betreiber wird die SW GmbH & Co. KG sein. Das ist der gleiche Träger wie auch beim geplanten Surfpark auf der Zechenbrache. „Die Wasserkraftanlage wird Teil des Energiekonzepts von SCNCWAVE/SURFWRLD und im Jahresdurchschnitt mehr elektrische Energie produzieren, als das Doppelprojekt benötigt“, erläutert Geschäftsführer Dr. Michael Detering. Der Überschuss verbleibe im öffentlichen Stromnetz.

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Die neue Wasserkraftanlage ist mit 400 kW installierter Leistung geplant. „Zum Vergleich: Die Haushalte in Werne beziehen zusammen im Jahresdurchschnitt etwa 5.000 kW elektrischer Leistung“, so Detering. Die bereits bestehende Kleinanlage im Mühlengraben, die zum Hof Rasche gehört, produziere rund 45 kW.

Der Projektentwickler ist von der Wasserkraftanlage in der Lippe überzeugt. „Diese läuft verhältnismäßig gleichmäßig und erzeugt ein Mehrfaches der Energie einer gleich großen Windenergie- oder Photovoltaikanlage. Allein dies hilft schon bei der Deckung der Stromnachfrage. Die Anlage ist außerdem besonders netzdienlich, da sie Schwankungen aus dem Netz kompensieren kann“, sagt Dr. Michael Detering.

„Ökologischer Fischaufstieg“

In Stockum kommen weitere Besonderheiten hinzu. Die bestehende Wehranlage in der Lippe kann bislang nicht von Fischen stromaufwärts passiert werden. Zwar wurde 1926 beim Ersatz der früheren dort rund 100 Jahr stehenden Wehranlage durch die aktuelle, inzwischen auch fast 100 Jahre alte Anlage, ein Fischaufstieg eingebaut. Dieser ist für Fische jedoch nicht passierbar, weil er damals zu steil ausgeführt wurde.

„Die Zeit ist nach zwei Jahrhunderten reif, das zu ändern und den Fischen ein Durchwandern zu ermöglichen“, betont Detering. Mit der neuen Wasserkraftanlage soll auch ein moderner Fischaufstieg gebaut werden. Fische können dann zum ersten Mal seit rund 200 Jahren wieder stromaufwärts wandern. Die vorgesehene Turbine ist besonders fischfreundlich geplant, so dass Fische auch stromabwärts wandern können. „Mit der neuen Wasserkraftanlage wird deshalb nicht nur regenerative Energie produziert, sondern auch die Gewässerökologie verbessert, so dass die Natur direkt profitiert“, hebt der Projektentwickler hervor.

Bis zum Baustart wird allerdings einige Zeit vergehen, denn vorher sind im Projekt noch mehrere Hürden zu nehmen. „Darauf kann ich leider nur bedingt Einfluss nehmen. Wenn es nach mir geht, würden wir 2023 beginnen und das Wasserkraftwerk Ende 2024 in Betrieb nehmen“, so Michael Detering abschließend.

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