Sonntag, April 21, 2024

Schiedsperson gesucht – Kühler Kopf mit Talent zum Zuhören

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Werne. Wenn Schiedsleute ins Spiel kommen, geht es häufig um Konflikte unter Nachbarn und den klassischen Streit am Gartenzaun. Gründe können Grenzfragen sein, Bäume, Laub oder die Höhe von Hecken und Zäunen.

Doch auch Beleidigungen, Bedrohungen oder gar Hausfriedensbruch sorgen für Ärger. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen Betroffene aber nicht gleich zum Anwalt gehen oder gar den Weg zum Gericht beschreiten. Vielmehr kann man sich an eine Schiedsperson wenden und einen Antrag auf Schlichtung stellen. Im günstigen Fall steht am Ende ein Vergleich und die Parteien gehen befriedet nach Hause.

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Die Arbeit der ehrenamtlichen Schiedsleute bringt den Beteiligten Vorteile wie eine schnelle Erledigung, ein kostengünstiges Verfahren und eine dauerhafte Lösung. In der Stadt Werne ist man nun auf der Suche nach Bewerber/innen, die sich für die Aufgabe interessieren und das Schiedsamt übernehmen möchten. Denn im März 2023 endet nach 25 Jahren und fünf Amtsperioden das ehrenamtliche Engagement von Egon Kock aus Stockum als Schiedsmann.

Er ist zuständig für den Bezirk Werne II, der den Bereich östlich Kamener Straße – B233 – nördlich Kurt-Schumacher-Straße / östlich Münsterstraße – B54 inklusive Stockum umfasst. Für ihn wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Ein Jahr später, im März 2024, wird Herbert Tilmann, zuständig für den Bereich I, mit dem Ablauf seiner vierten Amtsperiode seine ehrenamtliche Arbeit beenden.

In der Ausschreibung sucht die Stadt Werne zunächst eine Nachfolge für Kock: „Können Sie gut zuhören? Behalten Sie einen ,kühlen Kopf´? Können Sie gut mit Menschen umgehen?“, heißt es darin. Bewerben können sich Interessierte, die die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter besitzen, nicht unter Betreuung stehen, das 25. Lebensjahr vollendet haben, nicht über 75 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz in dem Bezirk haben. Schiedsleute sind vereidigt, unparteiisch und zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Egon Kock beendet ehrenamtliches Engagement als Streitschlichter

Die Vorauswahl möglicher Bewerber/innen für den Einsatz als Schiedsperson treffe die Stadt Werne, die Fachaufsicht wiederum liege beim Amtsgericht Lünen, Selm, Werne, erläuterte Egon Kock im Gespräch mit WERNEplus und hofft auf Ehrenamtler, die sich der interessanten Aufgabe künftig widmen möchten.

Der Stockumer war 38 Jahre im Ordnungsamt der Stadt Werne tätig und ist seit einigen Jahren im Ruhestand. Seine Tätigkeit als Schiedsmann ist nicht sein einziges ehrenamtliches Engagement, denn auch im Löschzug Stockum der Freiwillige Feuerwehr Werne war er lange aktiv.

Seit 1998 ist er Schiedsmann. „Man hat mich damals gefragt“, sagt er zu den Anfängen. Damals gab es noch vier Schiedsbezirke in der Stadt, heute sind es zwei, je einer für 15.000 Einwohner. Im Durchschnitt landeten zehn Fälle pro Jahr auf seinen Schreibtisch, außerdem kommen etwa zehn Tür- und Angelgespräche hinzu. Während bei Streitigkeiten an der Gartengrenze etc. bei einer Schlichtung die Verfahrenskosten geteilt werden, liege die Sache bei Strafsachen anders. Bei Beleidigungen, Hausfriedensbruch, Bedrohungen, Körperverletzung oder Verleumdung etwa komme die Staatsanwaltschaft ins Spiel.

„Es ist ein schönes Ehrenamt“, blickt Kock auf sein Engagement als Schiedsmann gern und mit Zufriedenheit zurück. So mündeten die Gespräche in seinem privaten Büro oft in einem Vergleich. Welche wichtige Funktion das Schiedsamt insbesondere für einen Entlastung der Gerichte hat, lässt sich an einer Zahl auf der Homepage der Bundesvereinigung Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. ablesen. Dank der 6.000 Schiedspersonen kommt es in 60 Prozent der Schlichtungsfälle zu einem Vergleich. Doch nicht nur die Entlastung der Justiz zählt.

Denn die Betroffenen, Antragssteller wie Antragsgegner, profitierten von einer kostengünstigen und zeitnah abgewickelten Streitschlichtung und ein Vergleich behalte für 30 Jahre seine Gültigkeit, ergänzt Kock zur anschließenden Rechtssicherheit. Hinzu komme, dass mit einer Schlichtung die Beteiligten auch die persönlichen Belastungen ad acta legen können, die ein Streit mit sich bringe. Eine Rechtsberatung können die Schiedsleute hingegen nicht leisten.

Für den Einstieg als Schiedsperson sind keine Vorkenntnisse nötig, sie absolvieren Grundkurse für Starter, Vertiefungslehrgänge und regelmäßige Fortbildungen. Für die Einarbeitung und Begleitung einer neuen Schiedsperson steht Egon Kock zur Verfügung.

Schriftliche Bewerbungen bei der Stadt Werne unter: ordnungsamt@werne.de oder per Post an Stadt Werne, Ordnungsamt, Konrad-Adenauer-Platz 1, 59368 Werne.

Informationen unter Telefon: 02389/ 71-700 oder -705.

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