Dienstag, Mai 28, 2024

Schutz und Bleibe in Werne für Geflüchtete aus der Ukraine

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Werne. „Wir sind zutiefst betroffen und besorgt über die Ereignisse in der Ukraine“, betonte Bürgermeister Lothar Christ und freute sich zugleich über die große Hilfsbereitschaft in Werne. Es gelte, den „Schutzbedürftigen schnell und unbürokratisch zu helfen.“

Am Montagmittag informierte er gemeinsam mit Kordula Mertens, Dezernentin für Bürgerangelegenheiten und Soziales, in einem Mediengespräch über den aktuellen Stand zur Aufnahme von Geflüchteten durch die Stadt Werne.

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Die wichtigste Nachricht vorweg: Für Geflüchtete aus der Ukraine gilt ein besonderer humanitärer Schutzstatus, der die bürokratischen Hürden bei der Einreise mindert. Das heißt, sie müssen keinen Asylantrag stellen, können ihren Aufenthalt nach Wunsch bestimmen, Wohnungen mieten und eine Arbeit annehmen. Sozialleistungen können unter Vorlage der persönlichen Papiere beim Sozialamt beantragt werden. Dies könne auch nachträglich gesehen. Geflüchtete, die ohne Pass einreisen, müssen eine Visum (180 Tage möglich) beantragen. Sie haben allerdings keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Eine Registrierung werde es geben, daran arbeite man, erklärte der Bürgermeister.

„Es gibt für jeden, der kommt, sicheren Schutz und eine Bleibe, das kriegen wir hin“, versicherte er mit Blick auf die städtischen Unterkünfte. Sollten die Kapazitäten nicht reichen, gebe es noch die Landeseinrichtungen, hieß es. Rund 1,7 Millionen Menschen seien bereits aus der Ukraine geflohen und zwar in so einem kurzen Zeitraum, wie noch nie nach dem Zweiten Weltkrieg. „Wir stellen uns auf viele weitere ein“, sagte Christ. „Losgelöst von bürokratischen Hemmnissen steht die Hilfe für die bei uns ankommenden bzw. bereits vor Ort befindlichen Ukraine-Flüchtlinge im Vordergrund, wobei die Bereitstellung von Wohnraum die erste Priorität genießt.“

Gegenwärtig stehen der Stadt 60 freie Plätze für die Unterbringung zur Verfügung. Gleichzeitig bemühe man sich um weitere Anmietungen von Wohnungen, um Menschen schnell eine Unterkunft anbieten zu können, erläuterte Kordula Mertens. 40 bis 50 Geflüchtete seien dank privater Initiative schon in Wohnungen und Ferienunterkünften untergebracht, schilderte Christ und dankte der Helfergruppe um Margarita Lebedkina. Auch mit der AG Flüchtlingshilfe stehe man in Kontakt. Die Stadt helfe den Geflüchteten bei Unterkunft, Nahrung, Versorgung und finanzieller Unterstützung. Für medizinische Versorgung (z.B. auch bei Impfungen) gebe das Sozialamt Krankenscheine aus. Dazu gehöre der Gesundheitsschutz mit Informationen zu Bürgertestungen, Impfstellen etc..

Derzeit lasse sich die Zahl derer, die vor Ort noch Schutz suchen werden, kaum einschätzen, räumten Christ und Mertens ein. Die Stadt Werne koordiniere in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen des Kreises Unna und der Bezirksregierung Arnsberg das weitere Vorgehen. Weil es viele der Geflüchteten in die Großstädte ziehe, federten die Landeseinrichtungen die Situation durch Zuweisungen an andere Kommunen ab.

Drum ist man über jedes private Angebot zur Unterbringung froh. „Wir werden uns diese Wohnungen vor Ort anschauen und nach Bedarf entscheiden“, ergänzte Sozialdezernentin Kordula Mertens, die bereits in der vergangenen Woche den Mitgliedern des Sozial-Ausschusses deutlich gemacht hatte, dass „erhebliche Kraftanstrengungen“ nötig seien, um die Flüchtlinge zu versorgen.

Etwa die Hälfte der Menschen, die aus der Ukraine kommen, sind minderjährig. Das Jugendamt nehme Gespräche mit Kindertagesstätten, Schulen und Einrichtungen auf, um hier Betreuung und Beschulung so gut es geht, zu ermöglichen. Da muss man auch improvisieren, sagte Christ.

Wer private Unterbringungsmöglichkeiten anbieten möchten oder schon Geflüchtete aufgenommen hat, kann sich per Mail unter VL-Asyl@werne.de oder bei Kordula Mertens k.mertens@werne.de melden. „Wir rufen zurück“, versicherte die Sozialdezernentin.

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