Zum Frauentag in Werne der Kriegsopfer in der Ukraine gedacht

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Werne. Die gelockerten Coronaschutzbestimmungen erlaubten es, den Internationalen Frauentag  2022 in kleinerem Rahmen als Präsenzveranstaltung zu begehen. Gleichzeitig wurde der Abend im Live-Stream übertragen.

„Es ist wichtig, an diesem Tag Präsenz zu zeigen“, sagte Bürgermeister Lothar Christ in seiner Ansprache. „Zu zeigen, was mit diesem weltweiten Aktionstag bewirkt werden soll.“ Der Krieg in der Ukraine verlieh dem Auftakt in der Familienbildungsstätte zusätzliche Brisanz: Christ und die städtische Gleichstellungsbeauftragte Monika Eichmanns betonten übereinstimmend, dass Frauenrechte in Kriegen besonders verletzt würden.

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„Allein seit Beginn des Konfliktes in der Ostukraine im Jahr 2014 sind 1,5 Millionen Menschen vertrieben worden – zwei Drittel davon waren Frauen und Kinder“, erklärte Eichmanns. Und die Zahl werde mit jedem Tag des Krieges steigen. Doch auch in Friedenszeiten seien Frauen in einem größerem Ausmaß als Männer Opfer bestimmter Gewalttaten. Allein in der Bundesrepublik sterbe jeden dritten Tag eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners. Auf die Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben hatte gerade erst der Tag der Lohngleichheit am 7. März aufmerksam gemacht. „Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beträgt in Deutschland immer noch 18 Prozent“, sagte Eichmanns.

Frauen und auch Männer zeigten zum Internationalen Frauentag Präsenz in der Fabi. Foto: Anke Barbara Schwarze

Die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag markiert den Beginn einer Aktionswoche, zu der Frauen aus Werne unterschiedlich beitragen. „Ich bin froh, dass es in unserer Stadt so eine lebendige Initiative gibt“, sagte Lothar Christ. Er dankte Monika Eichmanns dafür, dass sie Vorreiterinnen der Werner Frauenbewegung mit neuen Mitstreiterinnen vernetzt habe.

Heike Walter stellte in ihrer Lesung die Gewerkschaftspionierin Paula Thiede vor. Foto: Anke Barbara Schwarze

Im Anschluss an die Eröffnung folgte eine Lesung des Vereins Lesewelt Werne. Die Lesepatinnen Ines Pohlmann, Heike Walter und Anette Haida stellten drei mutige Frauen vor. Als erstes Paula Thiede (1870–1919), die erste Frau, die hauptamtlich eine deutschlandweit agierende Gewerkschaft leitete. „Ich habe mich für sie entschieden, weil sie eine Pionierin ihrer Zeit war im Einsatz für Frauen in der Arbeitswelt“, erklärte Heike Walter. Ines Pohlmann wählte Mascha Kaléko (1907–1975), „weil ich ihre Gedichte sehr schön finde, gerade auch ihre Lyrik für Kinder.“ Ihren eigenen Kindern habe sie diese Gedichte früher vorgelesen. Anette Haida Wahl fiel auf die 1970 geborene Tara Stella Deetjen. „Ich habe sie mal in einer Talkshow gesehen und fand es wahnsinnig mutig, mit dem Rucksack allein durch Indien zu reisen und sich dort für Leprakranke einzusetzen.“

Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Aktionswoche zum Internationalen Frauentag findet heute Abend (9. März) statt: Das Capitol Cinema Center Werne zeigt „DIE UNBEUGSAMEN“ ab 18.30 Uhr. Karten an der Abendkassen oder unter www.capitol-cinema-center.de. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.

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