AFG-Schüler in Bailleul: Frankreich-Austausch startet wieder durch

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Werne. 23 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 und 9 des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) machten sich in Begleitung ihrer Französischlehrerinnen auf den Weg nach Bailleul.

Dieser Austausch mit dem Collège Immaculée Conception war nicht nur deshalb etwas Besonderes, weil es der erste nach der Coronapandemie war. Denn vor genau zehn Jahren übernahm das Anne-Frank-Gymnasium den Austausch von der Konrad-Adenauer-Realschule, die zuvor schon 40 Jahre lang diese schöne Tradition gelebt hatte.

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Anfängliche Bedenken der deutschen Schülerinnen und Schüler (Kann ich mich wirklich verständigen? Was ist, wenn ich das Essen nicht mag? Schaffe ich es alleine in einer französischen Familie zu wohnen?) verflogen direkt nach der herzlichen Begrüßung bei der Ankunft. Mit einer riesigen aufblasbaren Bretzel und verschiedenen Fahnen warteten die französischen Gastgeber/innen nicht weniger aufgeregt vor ihrer Schule. Bevor es in die Familien ging, erwartete die Gruppe ein typisch flämisches „goûter“ mit Crêpes, Waffeln, heißer Schokolade und Bierkuchen – serviert vom Küchenchef persönlich. 

Am nächsten Morgen stand nach einem ersten Einblick in den französischen Unterricht ein weiteres Jubiläum auf dem Programm. Zur Feier des 60-jährigen Bestehens des Elysée-Vertrags besuchten die jungen Europäerinnen und Europäer eine interaktive Ausstellung zur deutsch-französischen Geschichte. Am zweiten Tag wurde die Gruppe feierlich im Rathaus vom stellvertretenden Bürgermeister Florent Vandenabeele, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Jean-André Vandelanoote sowie der Schulleiterin Isabelle Marcant begrüßt. Dabei waren auch zwei Schüler aus der Einführungsphase des AFG anwesend, die zur gleichen Zeit ihr Berufspraktikum in Bailleul absolvieren. Während Gulian Dahlmann Erfahrungen in der Abteilung für Soziales des Rathauses sammelte, arbeitete Niklas Korzinetzki in der Verwaltung. Letzterer konnte seine sprachlichen Fähigkeiten zeigen, als er die Begrüßungsrede des stellvertretenden Bürgermeisters für alle Anwesenden auf deutsch übersetzte.

Der restliche Tag stand ganz im Zeichen der Entdeckung Bailleuls und der flämischen Kultur: Neben einer Besichtigung des „beffroi“ (Glockenturm) und dem Stadtmuseum Bailleuls wurde auch eine Stadtrallye gemacht und das typische Spiel „boules flamandes“ gespielt. Am Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler Zeit in ihren französischen Gastfamilien. 

Am Montag machten sich dann alle wieder gemeinsam auf den Weg nach Dünkirchen, wo sie das Hafenmuseum besuchten und bei strahlendem Sonnenschein am Strand zusammen Fußball spielten. Der letzte Tag wurde genutzt, um einen Ausflug über die nahe gelegende Grenze nach Ypern in Belgien zu machen. Dort gab es als erstes eine Führung am Menin-Tor, einem der zahlreichen Gedenkorte des Ersten Weltkriegs in der Region. Neben der Größe des Monuments beeindruckte die deutschen und französischen Jugendlichen vor allem, dass dort bis heute täglich eine Gedenkzeremonie stattfindet. Anschließend erkundeten sie die schönen Gassen der flämischen Stadt.

Am Abend fand zum Abschluss die traditionelle Abschiedsfeier in der Schule statt, für das die französischen Eltern ein eindrucksvolles Buffet vorbereitet hatten. Spätestens als sich alle zum gemeinsamen Line-Dance auf der Tanzfläche wiederfanden, war klar, dass die Wiederaufnahme des Austauschs ein voller Erfolg war. Zum Glück wird das Wiedersehen nicht lange auf sich warten lassen, bereits im Mai erfolgt der Gegenbesuch aus Bailleul in Werne am AFG. 

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