Freitag, Juni 14, 2024

An(ge)dacht: Sommer – Ferien – Reisen wie Abrahams Kinder

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Werne. Abrams Berufung und Zug nach Kanaan (1.Mose 12, 1-2): 1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.

Es ist Reisezeit… und viele Menschen machen sich, wie jedes Jahr in den Sommerferien auf den Weg, um ein paar Tage eine erholsame Zeit allein oder mit ihren Lieben zu verbringen.

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Reisen bedeutet dem Alltag zu entfliehen. Ich möchte neue Menschen sehen, neue Gerüche wahrnehmen, neue Dinge fühlen und neue Gefühle entdecken.

Reisen bedeutet Freiheit. Die Freiheit zu haben das zu tun, was mir gut tut, dahin zu gehen, wohin ich gehen möchte und das zu sehen, was ich sehen möchte.

Reisen bedeutet Abenteuer erleben. Ich möchte spüren, dass ich lebe und mein Leben in vollen Zügen genießen.

Reisen bedeutet zu lernen. Wir lernen viel über die Welt, Kulturen, Landschaftsformen und Pflanzen- und Tierarten.

Auf Reisen lernen wir vieles über uns selbst.

Wir lernen uns kennen, wir entdecken unsere Grenzen und unsere verborgene Talente. Jeder neue Ort und jede Erfahrung hinterlassen eine kleine Spur auf unserer Seele.

Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, das Reisen heute „normal“ geworden ist. Viele vereisen mehrmals im Jahr und die meisten in das Ausland und ans Meer.

Reisen war früher etwas ganz anderes. Nicht alle konnten es sich leisten und schon gar nicht eine Reise in das Ausland.

Reisen dauerte länger, der Weg von A nach B nahm viel mehr Zeit in Anspruch als heute und die Reise an den Urlaubsort selbst war schon eine Erfahrung und Teil des Urlaubs.

Den ersten Urlaub verbrachte meine Schwiegermutter mit ihrem „Freund“, den Mann, den sie später heiratete, im Zelt an der Möhne. Sie reisten mit dem Fahrrad dorthin, das sich beide ausgeliehen hatten. Und wenn sie heute davon erzählt, dann  ist alles so lebendig, als wenn es gestern passiert wäre.

Manche reisten damals nur in ihren Gedanken in Liedern und Filmen. Sie „Verreisten“ mit Conny Frobes, die aufforderte die Badehose einzupacken und raus an den Wannsee zu fahren.

Sie fuhren auf etlichen Schiffen mit Freddy Quinn nach Honk Kong oder begleiteten die weiße Möwe auf ihrem Weg nach Helgoland. Sie litten mit zwei kleinen Italienern, die zurück nach Napoli wollten und die damals schon wussten: „Eine Reise in den Süden, ist für andre schick und fein, doch zwei kleine Italiener möchten gern zu Hause sein“.

Doch alle, wie auch immer sie vereisten wussten, das es zu Hause am schönsten ist und das sich Mutter wünschte: „Junge komm bald wieder. Bald wieder nach Haus“.

Abraham soll knapp 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gelebt haben, also vor rund 4.000 Jahren. Er stammt aus dem babylonischen Ur, einer reichen Stadt in einem fruchtbaren Tal im heutigen Irak. Doch Ur wird von feindlichen Truppen besetzt, weshalb Abrahams Familie nach Norden in die Stadt Harran flieht.

Nun tritt Gott auf den Plan, erscheint Abraham und befiehlt ihm, seine Heimat zu verlassen. So beginnt die Wanderung Abrahams in das Gelobte Land Kanaan, das Gott ihm verheißen hat. Es soll das Land der Israeliten werden.

Und Abraham, so wird erzählt, zieht tatsächlich los, als er die Aufforderung Gottes bekommt. Er lässt alles hinter sich und vertraut Gott. Es ist die Geschichte, die Abraham zum Vorbild für alle Glaubenden gemacht hat. Im Neuen Testament wird Abraham für diesen Glauben, dieses Gottvertrauen gelobt und als Vorbild hervorgehoben. Sein Glaube, sein Gottvertrauen, der Segen, den er von Gott mit auf den Weg bekommen hat, begründet im Grunde das, was einen im biblischen Sinn gläubigen Menschen ausmacht.

Ich denke, dass wir uns bewusst machen sollten, dass wir Abrahams Kinder sind. Menschen, die auf Gott vertrauen und immer wieder losgehen. In eine neue Zeit.

Ihr

Michael Reckmann, Diakon in der Evangelischen Kirchengemeinde Werne

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