Donnerstag, April 25, 2024

Grünen-Sternfahrt nach Capelle: Pro 2. Gleis und Barrierefreiheit

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Werne/Ascheberg/Nordkirchen. Die Grünen-Ortsverbände aus Werne, Ascheberg und Nordkirchen hatten sich am Sonntagvormittag, 13. August 2023, zu einer Sternfahrt zum Bahnhof Capelle verabredet.

Ziel der Radtour: Die Bedeutung des zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Lünen – Münster für die Mobilitätswende erneut zu betonen und eine schnelle Umsetzung zu fordern. Rund 50 Radler/innen hatten von ihren jeweiligen Startpunkten aus in die Pedalen getreten. Vom Capeller Bahnhof, der unzähligen Fahrgästen seit Jahrzehnten als Warteschleife für die Durchfahrten der Fernzüge nur allzu bekannt ist, ging es zum Landgasthaus Simonsmeier.

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Hierhin hatten die Veranstalter den Grünen-Landespolitiker Udo Sievering, Abteilungsleiter im NRW-Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, und den Grünen-Landtagsabgeordneten Dennis Sonne aus Lüdinghausen eingeladen, die in Kurzvorträgen über die Themen Streckenausbau und Barrierefreiheit in Zügen und Bahnhöfen informierten.

Ortsverbände Werne, Ascheberg und Nordkirchen unterwegs

Auch wenn wie berichtet am Donnerstag mit der Rahmenvereinbarung von Bund, Land, Bahn und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) zur schrittweisen Umsetzung des Deutschlandtakts in der Region unterzeichnet und somit eine wichtige Wegmarke erreicht wurde, will man nicht nachlassen und das 2. Gleis als wichtigen Teil der Mobilitätswende einfordern: „Dran bleiben“, lautete am Sonntag folglich die Devise. Denn der Rahmenvertrag zum Streckenausbau beziehe sich auf den Abschnitt von Werne bis Amelsbüren. Von Werne bis Lünen und von Amelsbüren bis Münster blieben Stand jetzt noch zwei eingleisige Lücken.

Benedikt Striepens, Fraktionschef der Werner Grünen, gab zusammen mit Sprecherin Rita Benning-Schüttpelz und Ratsmitglied Christoph Schade auf dem Bahnhofsvorplatz den Startschuss für die die etwa 20 Werner Teilnehmenden, darunter Mitglieder der BIN und der Initiative Rad. Die Ortsvereine der Nachbargemeinden waren mit Sprecherin Tanja Werner (Nordkirchen) und Sprecher Heinz Wesselmann (Ascheberg) nach Capelle gekommen. Aus Münster bekräftigte der Grüne Carsten Peters die Forderung nach dem zweigleisigen Ausbau, der die wichtige Anbindung an das Ruhrgebiet bilde. Das Projekt müsse nun auch mit Geld hinterlegt werden.

In großer Runde hörten die Teilnehmer kurze Informationsbeiträge von Ministeriums Vertreter Udo Sievering und MdL Dennis Sonne.

Lebensqualität im ländlichen Raum und bundesweite Anbindung

Es gehe um die Lebensqualität im ländlichen Raum, um die Erreichbarkeit von Facharztversorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen – kurz, um die Anbindung an die Infrastruktur, leitete Striepens bei Simonsmeier zu Udo Sieverding über. Der Gast aus Düsseldorf hob die strategische Bedeutung des Streckenausbaus für den Fernverkehr hervor: „Das ist bundesweit wichtig.“ Die Strecke sei ausschließlich für den Personenverkehr, nicht aber für den Güterverkehr geplant. Für den schnellen RX sei ein Halt in Lünen vorgesehen, allerdings keiner in Werne.

Ein Plus der Vereinbarung sei es, dass keiner dagegen sei, schätzte Udo Sieverding ein. Die Bahn habe den Ausbau als prioritäres Projekt eingestuft, Bund und Land seien grundsätzlich zur Finanzierung bereit. Bis 2035, so Sieverding, rechne man mit Kosten von 160 Millionen Euro. Die Planungsvereinbarung zwischen Land, DB AG und NWL solle im Dezember folgen und Anfang 2024 die Aufnahme der Planungen. Weitergehende Fragen zum Zeitplan würden derzeit nicht beantwortet. „Wir müssen hart daran arbeiten“, betonte Sievering.

Barrierefreiheit und transparente Informationen

Hart arbeiten muss man auch an der Barrierefreiheit in Zügen und an Bahnhöfen ebenso wie an der Transparenz der Informationen für die Fahrgäste, lenkte MdL Dennis Sonne die Aufmerksamkeit auf diesen Bereich. Als Mensch mit Behinderung sei er Experte in eigener Sache, forderte der Rollstuhlfahrer eine barrierefreie Erreichbarkeit für alle ein, seien sie nun mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs oder einfach auch nur vorübergehend schlecht zu Fuß. „Von der Inklusion profitiert jeder“, sagte er. Bahnhöfe müssten künftig stufenfrei sein. Vorhandene Aufzüge seien oft störanfällig. Mit Beschilderungen und/oder per App könne man Informationen zur Ausstattung oder Reiseplanung transportieren.

Die Frage von Heinz Wesselmann, warum man zwischen Werne und Lünen sowie zwischen Amelsbüren und Münster die eingleisigen Nadelöhre nicht ebenfalls beseitige, räumte Sievering ein, dass dies schwer zu kommunizieren sei. Zunächst müsse man umsetzen, was möglich sei. „Ich nehme das Thema mit“, sicherte er zu.

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