„Handyparken“ kommt, Münzzahlung bleibt

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Werne. Der Geschäftstermin dauert länger als geplant oder der Einkaufsbummel in der Stadt soll spontan um einem Café-Besuch ergänzt werden. Derweil läuft aber die Parkzeit ab. Wer dann zwecks Knöllchen-Vermeidung den Parkautomaten erneut füttern wollte, musste also zurück zum Parkplatz laufen und die Gebühr für die Verlängerung zahlen.

Das wird sich in der Stadt Werne zeitnah ändern, denn das Bezahlen der Parkgebühr per Smartphone soll schon bald möglich sein. Für das „Handyparken“, sprich eine digitale Parkraumbewirtschaftung, haben die Mitglieder des Digitalausschusses und des Ausschusses für Soziales, öffentliche Ordnung, Integration und Inklusion in gemeinsamer Sitzung am Mittwoch, 31. Mai 2023, ausnahmslos gestimmt. Wegen zu hoher Kosten wurde dem Zahlen per EC-Karte nicht zugestimmt. Wichtig zu wissen: Die Münzzahlung am Parkautomat bleibt möglich.

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Die Bezahlung per EC-Karte erfordere eine Umrüstung der Parkautomaten und sei auch wegen anfallender Gebühren kostenintensiv, hatte die Prüfung durch die Verwaltung ergeben.

Smartparking e.V. bietet bargeldloses Zahlen am Parkautomat

Umgesetzt werden soll es nach ausführlicher Marktsondierung durch das Dezernat Soziales und Bürgerangelegenheiten von Smartparking e.V., einem Verein, der sechs zertifizierte und aktive App-Anbieter unter seinem Dach bündelt. Für die Nutzer hat dies den Vorteil, flexibel zwischen den Apps wählen zu können. Der Wettbewerb unter den App-Anbietern wirke sich zudem positiv auf die Preisgestaltung aus, erläuterte Eike Dehning von Smartparking e.V., der in der Sitzung über den Verein informierte.

Am Markt seien mehrere Anbieter vorhanden, die jedoch alle mit eigenen, allerdings jeweils verschiedenen Apps arbeiten. Dies sei insbesondere für Gelegenheitsparker oder auswärtige Besucher aber recht unkomfortabel, erläuterte Dezernentin Kordula Mertens im Ausschuss.

Vorteile des Wettbewerbs: Die offene Plattform bietet ein attraktives und innovatives Serviceangebot für Bürger und Gäste. Kunden aller aktiven Anbieter können den Service nutzen. Neue Angebote und Anbieter können hinzukommen. Weiterer Pluspunkt: Integration von Gästen aus dem Ausland dank internationaler Verbreitung der Anbieter.

Vorteile für Kommunen: Einführung und Betrieb sind kostenfrei. Die Parkgebühren gehen zu 100 Prozent an die Kommunen. Das Inkassorisiko liegt bei den Anbietern. Die Parkraumüberwachung erfolgt mittels Echtzeitabfrage über eine bestehende Software und erlaubt eine einfache Bedienung. Voraussetzung sind online-fähige Endgeräte.

Der Verein unterstütze Städte und Kommunen bei Einführung und Betrieb von sicheren und bürgernahen Lösungen für bargeldloses Parken. Die zertifizierten Smartparking-Betreiber garantieren ein umfassendes fachliches und datenschutzrechtliches Know-how rund um den digitalen Parkservice, bewertete die Verwaltung in der Beschlussvorlage.

Smartparking e.V. wurde 2015 gegründet und ist bereits in über 300 Städten aktiv. In der Region sind dies etwa Dortmund, Münster, Dülmen, Ahlen, Werl, Hamm und Lünen. „Wir haben uns mit anderen Städten unterhalten, in denen es Smartparking e.V. schon gibt. Sie sind alle zufrieden“, so Kordula Mertens.

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