Donnerstag, Juni 13, 2024

So sollen Pendler vom zweiten Gleis profitieren: 30 Minuten-Takt als Ziel

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Werne. Verspätungen, Zugausfälle: Die Pendler entlang der Bahnstrecke Dortmund-Münster sind leidgeprüft. Wer sich auf die RB 50 „Der Lüner“ verlässt, ist häufig verlassen. Grund genug für die Anrainerkommunen- und kreise, an einem Strang zu ziehen und Verbesserungen einzufordern.

Im Bahnbündnis Westfalen setzen sich die Städte und Gemeinden Dortmund, Lünen, Werne, Nordkirchen, Ascheberg und Münster gemeinsam mit den Kreisen Unna und Coesfeld und den Industrie- und Handelskammern Münster und Dortmund sowie weiteren Verbänden für den Bau eines zweiten Gleises ein, das den Engpass beseitigt und spürbare Verbesserungen für die Bahnkunden sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr bringt. Mit Erfolg, denn Bund und Land haben gemeinsam den Planungsauftrag für den Ausbau einer 24 Kilometer langen Teilstrecke zwischen Amelsbüren und Werne erteilt.

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Doch der Ankündigung müssen nun Taten folgen, fordern die Vertreter des Bahnbündnisses, die sich am Montag (30. Januar) im Bürgersaal des Alten Rathauses in Werne trafen. Sie dokumentierten mit einem Forderungskatalog, dass sie weiterhin mit hohem Druck auf eine Verbesserung der Situation bestehen. Planung und Bau des zweiten Gleises sollen so schnell wie möglich umgesetzt werden. Nicht nur auf dem zunächst vorgesehenen Teilstück, sondern im nächsten Schritt auch auf der neun Kilometer langen Strecke zwischen Werne und Lünen.

Doch wie profitieren die Werner Pendler vom seit Jahrzehnten geforderten Streckenausbau? Diese Frage beantwortete am Montag Thomas Ressel, Abteilungsleiter Planung vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), im Pressegespräch nach der Tagung. Schon der Teilausbau zwischen Amelsbüren und Werne ermögliche eine deutliche Verbesserung des Personennahverkehrs.

Vorgesehen seien mehrere Maßnahmen: Zum einen sei es möglich, den leistungsfähigen RXX auf der Strecke einzusetzen, der mit nur einem Halt in Lünen eine schnelle Verbindung zwischen den beiden Oberzentren Dortmund und Münster schaffe. Zusätzlich könne, auch wenn zwischen Lünen und Werne noch ein Nadelöhr besteht, die Regionalbahn 50 als S-Bahn Münsterland mit kürzerer Fahrzeit, dichterer Taktung und mehr Verlässlichkeit fahren. Weiterer Pluspunkt: Die Ankündigung von Bund und Land, die Maßnahme umzusetzen, schaffe Planungssicherheit für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe entlang der Strecke.

Trotz der erwarteten erheblichen Verbesserung drängt das Bahnbündnis in seinem Forderungskatalog auf den weiteren Ausbau zwischen Werne und Lünen. „Der 24 Kilometer lange Teilausbau kann nur der Anfang von einem durchgängigen zweigleisigen Ausbau der Gesamtstrecke Dortmund-Münster sein. Wir fordern weiterhin, dass die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut wird. Dies muss bereits jetzt berücksichtigt und unmittelbar anschließend umgesetzt werden.“

Zudem müsse der Ausbau digital und auf neuestem Stand der Technik erfolgen. „Dies gilt auch und vor allem für den zweigleisigen Ausbau hier vor Ort. Die nach Abschluss der Arbeiten weiterhin nur partielle zweigleisige Strecke zwischen Münster und Lünen wird weiterhin zahlreiche Ausweichverkehre bewältigen müssen. Bis zu einem durchgängigen zweigleisigen Ausbau müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit Ausfälle und Verspätungen deutlich reduziert werden“, heißt es im Forderungskatalog, zu dem NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer beim nächsten Treffen des Bahnbündnisses Stellung beziehen soll.

Ziel müsse sein, dass der Schienenpersonennahverkehr zwischen Münster und Dortmund mindestens im 30 Minuten-Takt verkehrt.

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