Mittwoch, April 24, 2024

Stadtspiel: Zeitreise in die Geschichte Wernes nahezu ausverkauft

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Werne. Der Countdown für das Stadtspiel läuft. Mehr als 100 Darstellerinnen und Darsteller werden heute (24. Juni) und morgen (25. Juni), jeweils um 17 Uhr, auf dem Kirchplatz St. Christophorus vor vollen Rängen das Stück „Unruhige Zeiten – Werne zwischen Krieg und Frieden“ anlässlich des 400. Jubiläums der Stadtprozession in Werne aufführen. Schlechte Nachrichten für Kurzentschlossene: Alle Karten sind fast weg.

Die Zeitreise soll in den Alltag der Jahre 1622 und 1623 führen. Damit das funktioniert, ist seit Monaten intensiv geprobt worden. Damit das Ganze zudem optisch gut gelingt, sind Kulissen und unzählige Kostüme angefertigt worden. Das Stück ist – wie die bisherigen Stadtspiele – unter der Federführung von Gottfried Forstmann und Marita Gräve entstanden.

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Nachdem Verkehrsverein und das „Theater für Alle“ zuletzt im Jahr 2017 das Wirken des deutschen Reformators Martin Luther mit zwei großen Freilichtaufführungen darstellten, bietet nun der Blick in die Historie der Lippestadt den Anlass für das Spektakel. Ende vergangenen Jahres erfolgte der erste Aufruf zur Teilnahme für die szenische Darstellung der Stadtgeschichte. „Etwas mehr als 20 Prozent der Mitwirkenden sind komplette Neustarter und bisher kaum oder noch nie vor Publikum aufgetreten“, so Gottfried Forstmann, der selbst die Rolle des Bürgermeisters übernommen hat.

Auf dem Kirchplatz wurde und wird noch fleißig geprobt. Dabei geht es teilweise auch kämpferisch zur Sache. Foto: Volkmer

Über 50 Rollen kommen mit Textanteil daher – für alle hat das Duo die Texte verfasst. „Das ist nicht immer so einfach, weil wir uns bemühen, es jedem Mitwirkenden Recht zu machen“, so Forstmann. Das Buch ist also nicht in Stein gemeißelt und bis Ende Mai teils noch angepasst worden. Eine stetige Heraufforderung ist in den vergangenen Monaten zudem die Festlegung der Probetermine gewesen, nicht zuletzt, weil alle am Projekt Beteiligten ehrenamtlich dabei sind. Das Probe-Pensum ist, je näher die beiden Aufführungen gerückt sind, erhöht worden. Seit Anfang Mai standen mindestens vier Einheiten pro Woche in verschiedenen Konstellationen auf dem Plan.

Einer der Neulinge ist Marco Klaus, der als amtierender Prinz der Interessengemeinschaft Werner Karneval Auftritte vor vielen Menschen gewohnt ist. „Das hier ist schon etwas anderes. Da ich auch im Verkehrsverein aktiv bin, war es für mich klar, dass ich mitspiele“, sagt der Karnevalist, der für das Stück in die Rolle einer Wache schlüpft. Ganz einfach sei diese Herausforderung nicht. „Man muss nicht nur den Text können, sondern auch wissen, wann man dran ist und wo man in dem Moment zu stehen hat.“

Rund 100 Personen wirken beim diesjährigen Stadtspiel mit. Foto: Volkmer

Lena Röll ist wie der Karnevalsprinz ebenfalls eine Stadtspiel-Debütantin, abgesehen von vereinzelten Auftritten in einer Theater-AG während ihrer Schulzeit. Die 20-Jährige ist von ihrem Partner überredet worden, mitzuspielen. „Er hat mich gefragt, ob ich im Stück seine Liebste spielen würde – das passt natürlich, also habe ich zugesagt“, so die Jungschauspielerin, die die Tochter des Bürgermeisters mimt, mit einem Augenzwinkern.

Sogar zwei Mitglieder aus dem Rat spielen mit. Neben Jürgen Regener ist auch Marita Funhoff, zweite Vize-Bürgermeisterin der Stadt, mit dabei: „Freunde haben mich darauf angesprochen. Dann bin ich einfach zu einer der ersten Proben gegangen, um zu gucken, ob ich so was überhaupt kann. Das hat mir dann so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin.“

Neben den gut 100 Darstellenden wird auch Dagmar Wensing mit einem Chor die beiden Aufführungen musikalisch bereichern. „Die bringen mir dann ein Ständchen, weil ich in der Geschichte zum 15. Mal Bürgermeister geworden bin“, verrät der Regisseur. Nachdem die Pandemie einen Strich durch die Pläne gemacht hatte, das 350-jährige Jubiläum des Kapuzinerklosters mit einem Stück zu ehren, geht es nun in der Geschichte der Stadt noch ein wenig weiter zurück.

Sabine Ibrahim spielt die Frau des Bürgermeisters, der von Gottfried Forstmann verkörpert wird. Die Rolle der Tochter hat Lena Röll übernommen. Foto: Volkmer

Marita Gräve und Gottfried Forstmann: Ihr letztes Stadtspiel

„Das 400. Jubiläum der Stadtprozession in diesem Jahr hat sich dafür angeboten. Dieses vierte Stadtspiel ist gleichzeitig der Abschluss unseres Schaffens“, sagt Marita Gräve. Damit bedeuten die beiden bevorstehenden Aufführungen das Ende einer Ära. Für die beiden Werner Urgesteine, die fast 30 Jahre lang in der Freilichtbühne für zahlreiche erfolgreiche Inszenierungen zuständig waren, und 2009 mit dem „Einzug der Kapuziner in Werne“ erstmals ein historisches Thema für das Stadtspiel aufgegriffen hatten, werden kein weiteres Mammut-Projekt dieser Art mehr in Angriff nehmen. Für die bevorstehenden Aufführungen wünschen sich die beiden Organisatoren vor allen Dingen eines, trockenes Wetter.

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