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Stockum. Woher kommt mein Gemüse? Entsprechen meine Zutaten auch der in der Saison üblicherweise verfügbaren Ware? Im Supermarkt schwer zu sagen. Bei der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) stellt ihre Beantwortung eine Selbstverständlichkeit dar.

Transparenz und Zusammenhalt sind die leitenden Prinzipien für Laurin Liekenbrock, Gründer der „Gärtnerei Stadtgemüse“ in Werne-Stockum. Mit mittlerweile 100 teilnehmenden Haushalten als Ernteteiler und einer Saisonhilfe sowie zwei Teilzeitmitarbeitern hat sich der Gemüsegärtner ein großes Team aufgebaut, das auch über das Gemüse hinweg gern Zeit miteinander verbringt.

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Bei der Abholung und Zusammenstellung der Ernteanteile tauschen sich die Ernteteiler gern aus, schließlich haben sie gleiche Interessen: Sie wollen wissen, woher ihr Gemüse kommt – vom Samen bis zur ausgewachsenen Pflanze und beziehen ihr Gemüse hier allesamt aus biologischem Anbau.

In dem durch Spenden finanzierten Abholcafé sitzt die Gemeinschaft dann bei Kaffee und Kuchen beisammen und tauscht sich untereinander aus. Manchmal kommen Fragen auf, wenn das nicht mehr normierte Gemüse verformt und mit Dellen geerntet wurde, dann schickt Laurin Liekenbrock einen Newsletter – die „Erntepost“ – an die Ernteteiler, in dem er nicht nur die Gründe für solche Besonderheiten erklärt, sondern auch über aktuelle Neuigkeiten informiert und welche Maßnahmen aus welchen Gründen ergriffen werden.  

Ob Kräuter, Blumen oder Tomaten – die Flächen der „Gärtnerei Stadtgemüse“ sind in stetem Wandel und bieten viel Auswahl.

„Zuletzt war es eine Investition in Bewässerungsanlagen an den Feldern oder das Aufstellen eines Folientunnels als Klimaanpassungsmaßnahme. Darin wachsen nun Gurken und Fleischtomaten“, erläutert Liekenbrock. Nützlinge als Form ökologischen Pflanzenschutzes und Roggen als Muldenmaterial befördern das Wachstum des Gemüses. Durch die Weiterverwendung schon bestehenden Materials entsteht kaum Abfall. Auch Lebensmittelverschwendung findet kaum statt, wenn möglich bleibt das Gemüse eine Woche länger in der Erde, wenn es vom Ernteteiler nicht abgeholt werden kann.

Durch die Witterung zu Beginn des Jahres verschoben sich die ersten Ernten auf Ende März/April, bis seit Mai freitags in wöchentlichem Abstand die Ernteanteile abgeholt werden können. Im Winter folgt dann der Wechsel zum Lagergemüse.

Laurin Liekenbrock möchte bei seiner Landwirtschaft „moderne Arbeitsbedingungen“ bieten. In der Sommerzeit sei es sonst unüblich, dass man in der Landwirtschaft Urlaub nehmen kann. „Hier ist das durch Absprache und ein verlässliches Team möglich“, sagt er selbst. Berufe in der Landwirtschaft attraktiver zu gestalten, sei ihm ein wichtiges Anliegen.

Auch Ernteteilerin Ellen Schneider ist von der Idee begeistert. In umliegenden Städten habe sie keine solidarische Landwirtschaft finden können oder konnte nicht mehr beitreten, da alle Ernteanteile vergeben waren. Hier in Werne fand sie einen Platz und fühlt sich wohl: „Über eine Freundin habe ich davon gehört und war begeistert mitzubekommen, wie man von Anfang an beim Wachstum der Pflanzen dabei ist. Jede Woche sieht es hier anders aus. Man kann Rezepte austauschen, kommt zusammen.“ Dafür reist sie jedes Mal aus Kamen an. In ihrem Garten baut die Ernteteilerin Winterkräuter an, hier bekommt sie alles weitere.

Ob Wurzelpetersilie, bunte Blumen oder gestreifte Ringelbeete: Die Solidarische Landwirtschaft Werne präsentiert ein buntes und schmackhaftes Repertoire für jeden Geschmack.

Wer mehr erfahren oder Ernteteiler werden möchte, findet Informationen unter: https://solawi-werne.de/. Da derzeit alle Ernteanteile vergeben sind, erfolgt die Eintragung auf eine Warteliste. Ab März 2024 werden voraussichtlich wieder Plätze frei sein.

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