Dienstag, Mai 28, 2024

Brandschutz Altes Rathaus: Rettungsschlauch als 2. Fluchtweg?

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Werne. Ist die Installation eines sogenannten Rettungsschlauchs geeignet, die – aufwändige und teure – bauliche Errichtung eines zweiten Rettungsweges für das historische Alte Rathaus zu ersetzen?

Mit einer Anfrage zum diesem Thema wendet sich SPD-Fraktionschef Lars Hübchen an Bürgermeister Lothar Christ und den Betriebsleiter des Kommunalbetriebs Werne, Dr. Tobias Gehrke, und bringt eine technische Lösung ins Gespräch, die bereits in anderen Gemeinden als Brandschutzvorkehrung an historischen Gebäuden umgesetzt wurde.

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„Das Alte Rathaus kann aufgrund brandschutzrechtlicher Anforderungen an den Rettungsweg im 1. Obergeschoss seit geraumer Zeit nur mit hohen Beschränkungen benutzt werden. Sowohl Sitzungen der politischen Gremien als auch verschiedene Veranstaltungen können seitdem nicht mehr oder nur mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Um diese Problematik zu lösen, hatte die Verwaltung eine städtebauliche Studie beauftragt, um Möglichkeiten zur Schaffung eines 2. Rettungsweg prüfen zu lassen“, schreibt Hübchen in der Anfrage.

Im Raum stünden derzeit verschiedene bauliche Veränderungen im und am Gebäude zur Schaffung eines zusätzlichen Fluchtwegs, die mit erheblichen Kosten verbunden wären. Zuletzt habe der Stadtrat beschlossen, die Maßnahme in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „erweiterte Innenstadt“ aufzunehmen. Für den Wirtschaftsplan des KBW für das Jahr 2024 sei vorsorglich ein Ansatz von 700.000 Euro gebildet worden, skizziert er den Stand der Dinge.

Das Alte Rathaus sei das Aushängeschild der historischen Innenstadt von Werne, ein wichtiger Identifikationspunkt für die Werner Bevölkerung und Ort für zahlreiche kulturelle und soziale Veranstaltungen. Für die SPD-Fraktion stehe deshalb fest, dass der Wiederherstellung der vollen Nutzbarkeit des Alten Rathaus hohe Priorität zukomme.

Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage sollten neben jenen, in die Gebäudesubstanz eingreifenden bauliche Veränderungen jedoch auch kostengünstigere Wege zur Evakuierung im Brandfall intensiv geprüft werden, argumentiert Hübchen für die SPD und nennt ein Beispiel.

So sieht der Rettungsschlauch aus. Quelle: Axel Thoms Lebensrettungseinrichtungen GmbH

SPD bringt schnelle und günstige Variante ins Gespräch

In der Gemeinde Oberharmersbach in Baden-Württemberg habe man ebenfalls vor der Herausforderung gestanden, einen Rettungsweg für einen Bürgersaal im denkmalgeschützten Rathaus zu schaffen. Als Alternative zur Errichtung einer Rettungstreppe, die nur äußerst schwierig mit dem Denkmalschutz überein zubringen wäre und hohe Kosten verursacht hätte, sei als Lösung die Installation eines sogenannten Rettungsschlauchs realisiert worden, heißt es weiter.

„Hierbei wird ein Schlauch aus strapazierfähigem und feuerfestem Industrietextil, in einer Box beim Fenster verstaut und kann in wenigen Sekunden ausgepackt und aus dem Fenster heruntergelassen werden. Durch den festen Kontakt mit dem Rettungsschlauch gleitet man ruhig und mit gleichmäßiger Geschwindigkeit abwärts. Im Innern ist ein zweiter Schlauch spiralförmig eingenäht, das heißt, der Körper rutscht in einer ständigen Linkskurve sanft durch den Spiralschlauch und man hat nie das Gefühl zu fallen“, beschreibt Hübchen die Methode.

Selbst aus einer Höhe von beispielsweise 30 Meter könnten sich acht bis zehn Personen in zwei Minuten selbst evakuieren. Die unter anderem von einer Firma aus Schleswig-Holstein angebotene Lösung werde bereits in zahlreichen Gebäuden unterschiedlichen Typs, darunter Wohngebäude, Schulen, Krankenhäuser und Kindertageseinrichtungen, eingesetzt. Im Fall der Gemeinde Oberharmersbach seien für die Anschaffung und Installation des Rettungsschlauchs für das Rathaus Kosten von rund 13.000 Euro entstanden, so Hübchen weiter.

Die SPD-Fraktion fragt deshalb bei Verwaltung an, ob man derartige Lösungen bereits geprüft habe. Falls nicht, solle diese Möglichkeit bei der Lösungssuche für das Alte Rathaus mit einbezogen werden, so der Vorschlag der SPD-Fraktion.

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