Werne. Zu einer besonderen Veranstaltung mit Gästen aus Bangladesh hatte der Arbeitskreis Eine Welt Mitglieder und Interessierte ins Kulturzentrum flözK eingeladen.
Shamsul Huda, Leiter der Bildungsorganisation Anandolok Trust, und Leonard Barlag, in Deutschland Referent beim gemeinnützigen VereinNetz, gaben einen Einblick in das Bildungswesen des südasiatischen Landes.
Über 2,6 Millionen Kinder können in Bangladesch nicht zur Schule gehen, häufig weil sie arbeiten müssen oder weil es in ihrer Nähe keine erreichbare staatliche Schule gibt. Dem versucht Netz entgegen zu wirken. Gemeinsam mit Partnerorganisationen fördert der Verein Grundschulen in abgelegenen und von Armut geprägten Regionen. Für eine dieser Schulen hat der Arbeitskreis Eine Welt eine Patenschaft übernommen.
Inzwischen hatten und haben schon tausende Kinder die Möglichkeit, fünf Jahre lang eine solche, mit Spenden unterstützte, Grundschule zu besuchen. Mit Hilfe von kleinen Filmen über ihren Tagesablauf gaben die Lehrerinnen Nazma Aktar und Kazi Nazrul einen eindrucksvollen Einblick in ihren Arbeitsalltag an einer Anandolokschule.(Anandolok bedeutet sehr frei übersetzt: Welt der Freude).
Adnan Sadeque, der schon länger in Deutschland lebt, übersetzte aus dem Bangla ins Deutsche. Das Publikum erfuhr, wie sehr versucht wird, auf jedes einzelne Kind und seine Fähigkeiten einzugehen. Wenn Kinder nicht zum Unterricht kommen, gehen die Lehrerinnen dem nach, besuchen die Eltern und machen den Familien deutlich, wie wichtig Bildung für die Zukunft ihrer Kinder ist.
Auf dem Lehrplan steht nicht nur Lesen und Schreiben in der Landessprache, sondern auch Grundkenntnisse in Englisch und der lateinischen Schreibschrift. Mathematik, Sozial- und Heimatkunde, Sport, Musik, Kunst und praktische Arbeiten vervollständigen den Lehrplan.
Zunehmende Überschwemmungen im Wechsel mit Trockenheitsperioden infolge des Klimawandels bedrohen Schulen in entlegenen Regionen ganz besonders. Deshalb werden mit den Kindern Strategien zur Katastrophenvorsorge für das Schulareal erarbeitet. Klimabeauftragte aus der Schülerschaft unterstützen die Bemühungen.
Viele der Absolventen besuchen nach Abschluss der Grundschule weiterführende Schulen. Manche von ihnen studieren inzwischen und planen, in Zukunft zum Beispiel als Lehrerinnen zu arbeiten. Die zahlreichen Zuhörer und Zuhörerin waren von dem Bildungskonzept dieser besonderen Schulen beeindruckt. Sie stellten viele Fragen und saßen noch lange im Anschluss an die Veranstaltung mit den Gästen zusammen.