Gersteinwerk Stockum: Abrissbagger Wegbereiter zum Energiestandort

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Werne. Der Abriss von mehr als 40 Nebenanlagen und Gebäuden des Gersteinwerks Stockum soll den Boden bereiten für dessen Wandel vom ehemaligen Steinkohlekraftwerk zum RWE-Energiestandort der Zukunft.

Für die Abrissgenehmigung habe man am 28. März 2024 die Rückbauanzeige eingereicht, berichtete Kraftwerksleiter Aiko Vogelsang am Mittwoch, 19. Juni, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung.

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Zuvor müssen auf dem Stockumer Standort etliche Anlagen zurückgebaut werden. „Verschwinden sollen z.B. der Elektrofilter, die Rauchgasentschwefelungsanlage (REA), die Entstickungsanlage (DENOX), das Ammoniaklager, die Bekohlungsanlage und die Asche-Lagerung. Zurückgebaut werden soll auch der 280 Meter hohe Kamin. Alle Genehmigungen vorausgesetzt, können erste Rückbauarbeiten schon im Sommer dieses Jahres anlaufen“, heißt es erklärend in der Sitzungsvorlage. Beendet werden sollen diese Arbeiten bis Ende 2025.

Die geplanten Rückbauaktivitäten im Überblick. (c) RWE

Ziel der RWE-Konzernstrategie ist es nun, ein wasserstofffähiges Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (H2-ready GuD Anlage) bis zum Jahr 2030 zu realisieren. Die H2-Ready-Kraftwerke sollen die absehbare Erzeugungslücke im Zuge des deutschen Kohleausstiegs schließen. Klimaneutralität will RWE bis 2040 erreichen (Bundesregierung 2045). Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 70 Prozent gemindert werden. Dazu setzt man auf Investitionen in klimaneutrale Energien. Möglichst an bestehenden Kraftwerksstandorten wolle sich RWE an der Kraftwerksstrategie mit 3-Gigawatt-Kraftwerkskapazität beteiligen, erläuterte Aiko Vogelsang in seiner Präsentation.

Wasserstofffähige Gas- und Dampfturbinen-Anlage bis 2030

Die Investition in eine H2-ready-GuD-Anlage in Werne sichere somit die Stromversorgung beim Kohleausstieg und ermögliche es, die Stromversorgung perspektivisch durch Einsatz von Wasserstoff klimaneutral zu machen.

Generell betreibe RWE in Deutschland keine Steinkohlekraftwerke mehr, sagte Vogelsang zum Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle. Mit der Abschaltung des Steinkohleteils Block K 2019 endete in Stockum dieser Abschnitt der Standortgeschichte, die mit der Grundsteinlegung 1913 und der Inbetriebnahme des ersten Kohlekraftwerks im Jahr 1917 ihre Anfänge genommen hatte. Eine Geschichte, die eng mit der Stockum verbunden sei, wie Vogelsang betonte.

Nach der Stilllegung von Block K habe sich in Sachen Transformation schon einiges getan, schilderte der Kraftwerksleiter und nannte viele Bausteine, die auf dem Weg zum Energiestandort bereits gesetzt worden seien. Seit 2021 laufen dazu die Vorbereitungen am Standort, beispielsweise wurde ein großer Batteriespeicher mit 72 Megawatt errichtet. Seit 2023 werden neue Projektideen zur Umsetzung der Energiewende vor Ort entwickelt.

Die geplanten Entwicklungsschritte. (c) RWE

Die Gas- und Dampfturbinen-Anlage solle auf der östlichen Seite des Kraftwerks errichtet werden. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet, so Vogelsang. Den Probebetrieb wolle man schon 2029 starten. Für die Belieferung mit Erdgas sei keine neue Erdgas-Pipline notwendig, sondern durch Nutzung des bestehenden OGE Gasanschlusses und der Kapazitätserweiterung der bestehenden Gasstation Evenkamp ermöglicht. Beim Wasserstoff wird der Anschluss an das künftige Wasserstoff-Kernnetz von Open Grid und beim Strom an die bestehend Amprion 380 kV-Umspannstation erwartet. Die Wasserentnahme erfolgt aus dem Dattel-Hamm-Kanal und die Abwassereinleitung sowie die Notentnahme aus der Lippe.

Auf der Zeitschiene solle nach dem Genehmigungsverfahren in 2025 dann 2026 die finale Investitionsentscheidung fallen, vorausgesetzt, die Kernnetzanbindung und der regulatorische Rahmen stünden dann fest und die Wirtschaftlichkeit der Anlage sei gegeben, so der Kraftwerksleiter. RWE wolle eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen und einen Infoabend initiieren, hieß es abschließend.

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