Mittwoch, April 24, 2024

GSC und AFG machen mobil: Gegen „Elterntaxis“ und für mehr Busse

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Werne. Zu wenige und deshalb zumeist überfüllte Busse sowie Stau auf der Kardinal-von-Galen-Straße durch zahlreiche „Elterntaxis“ verursachen Probleme im Schulzentrum Lindert: An beiden Gymnasien wurden nun gemeinsam erste Maßnahmen ergriffen, um für mehr Sicherheit der Kinder zu sorgen. Diese scheinen bereits zu greifen.

Ausgangspunkt waren Beobachtungen und Befragungen, die im Herbst 2023 am Anne-Frank-Gymnasium (Eltern, Busverkehr) und am Gymnasium St. Christophorus (Schülerschaft) durchgeführt wurden. Diese zeigten sehr deutlich auf, dass alle Beteiligten mit der Zuverlässigkeit des Busverkehrs und der Sicherheit auf den Straßen sehr unzufrieden sind, heißt es in einem Elternbrief.

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„Wenn 80 Prozent der Jugendlichen zum Ausdruck bringen, dass sie in der aktuellen Lage Angst und Sorgen beim Betreten und Verlassen des Schulgeländes empfinden, sind Änderungen im Verhalten und ordnungsrechtliche Konsequenzen unumgänglich“, sagt Thorsten Schröer, Schulleiter am Gymnasium St. Christophorus (GSC). Zusammen mit Thorsten Kluger, stellvertretender Schulleiter am Anne-Frank-Gymnasium, stellte er die ersten Maßnahmen und Ergebnisse im Pressegespräch vor.

Zentraler Anknüpfungspunkt für eine Verbesserung der Verkehrssituation sei aus Sicht der beiden Gymnasien vor allem die Reduzierung der „Elterntaxis“, die in der Vergangenheit nicht selten eine rechtzeitige Abfahrt der Busse verhindert haben. In der Folge würden dann Anschlussbusse am Stadthaus verpasst. „Manchmal haben die Schulbusse erst gar nicht die Haltestelle an der Kardinal-von-Galen-Straße angesteuert, weil es zu Staubildungen kam“, schildert Thorsten Kluger seine Beobachtungen.

„Für uns steht die Sicherheit der Kinder an oberster Stelle. Es ist ein Wunder, dass bislang noch nichts passiert ist“, appelliert Schröer an die Eltern, ihre Kinder nicht mehr abzuholen und sie stattdessen mit dem Fahrrad zur Schule zu schicken bzw. die Busse zu nutzen. „Hier können wir selbst ansetzen, um die Situation zu verbessern. Beim zweiten Strang, uns für mehr oder längere Busse einzusetzen, ist unser Einfluss überschaubar“, weiß Schröer. Immerhin: „Die Entscheidung, dass die Linie 521 zukünftig direkt von der Schule abfährt und Stockum ansteuert, kann als
Schritt in die richtige Richtung gedeutet werden.“ Die städtische Verwaltung und die Verkehrsgesellschaften signalisierten ihre Bereitschaft, die Schulgemeinden in dieser Angelegenheit zu unterstützen.

Sind mit den ersten Maßnahmen zur Beruhigung der Verkehrssituation am Schulzentrum zufrieden (von links): Thorsten Schröer (Schulleiter Gymnasium St. Christophorus) und Thorsten Kluger (stellvertretender Schulleiter Anne-Frank-Gymnasium).

Erste Wirkung haben bereits die vor zweieinhalb Wochen aufgestellten Halteverbotsschilder an der Kardinal-von-Galen-Straße bewirkt. Eine Abholung der Kinder kann seitdem nur noch über die umliegenden Parkplätze (z.B. am Bahnhof) erfolgen. „Es sollte jedem Kind zuzumuten sein, diesen Weg zurückzulegen, zumal die eigene Ab- und Anfahrt auf diesem Wege deutlich schneller ablaufen sollte“, mahnt Schröer. Regelmäßige Verkehrskontrollen durch die Polizei sollen folgen.

„Die Situation hat sich entspannt“, bemerkt Kluger. Thorsten Schröer habe gar einen „Ruck“ festgestellt, der durch die GSC-Schulgemeinde gegangen sei. Er habe bei der vergangenen Schulpflegschaftssitzung keine kritische Stimmen vernommen, eher ein „Aufatmen“, dass endlich etwas passiere.

Was für das GSC der Parkplatz zwischen Fußballfeld und Linderthalle ist, stellt für das AFG der Parkplatz an der Minigolfanlage dar. „Das ist unser ‚Drive in‘. Wir suchen auch hier gemeinsam mit dem Betreiber und der Stadt Werne nach Lösungen“, bringt Thorsten Kluger eine mögliche Einbahnstraßen-Regelung an dieser Stelle ins Gespräch.

Sowohl für Kluger als auch für Schröer ist ebenfalls klar: Der Busverkehr muss sich bewegen! In der ersten Märzwoche werden die Verkehrsgesellschaften eine Fahrgastzählung in allen Schulbussen durchführen, die dann Basis für die zukünftige Zahl bzw. Länge der Einsatz-
wagen sein soll. „Wenn dann auch jedes Kind einen Platz findet und mitgenommen werden kann, sind auch einige ‚Elterntaxis‘ überflüssig“, hofft Thorsten Schröer.

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