Vortrag im Stadtmuseum: Erzählstrukturen in Stadtchroniken

Anzeige

Werne. Das Stadtmuseum will ein lebendiger Ort für Stadtkultur und Stadtgeschichte sein. Aber was genau ist eigentlich Stadtgeschichte? Geschichte ist nicht einfach nur Vergangenheit, sie wird erzählt. Wie funktioniert diese Erzählung? Welche Handlungsbögen haben beispielsweise Stadtchroniken?

In der dritten Veranstaltung der Vortragsreihe „Geschichte erzählen“ im Stadtmuseum ist am Donnerstag, 11. April, ab 18.30 Uhr der Historiker und erfahrende Chronist Hans-Walter Schmuhl zu Gast und spricht unter dem Titel „Auf neuen Pfaden. Wie schreibt man die Geschichte einer Stadt im 20. Jahrhundert?“ über seine Erfahrungen als Verfasser von Stadtchroniken.

- Advertisement -

Zum Vortrag

Die moderne Stadtgeschichte folgt zumeist dem Narrativ der Urbanisierung: Danach machten die Städte im „langen 19. Jahrhundert“ im Sog des Industrialisierungsprozesses einen gewaltigen Entwicklungssprung hin zur modernen Stadt. Spätestens in den 1920er Jahren war diese Phase beschleunigter Entwicklung indessen zu einem vorläufigen Abschluss gekommen. Will man die Geschichte einer Stadt im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts schreiben, braucht man ein neues Narrativ. Hierzu muss man die traditionellen Pfade der Geschichtserzählung verlassen und neue Interpretationsrahmen finden.

Am Beispiel der Stadt Bocholt wird gezeigt, wie eine solche neue Stadtgeschichte aussieht. Könnte dies auch ein Pfad für Werne sein?

Dr. Hans-Walter Schmuhl ist außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Universität Bielefeld und selbstständiger Historiker. Seine Arbeit umfasst zahlreiche Publikationen auf dem Feld der Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung, zuletzt 2022 „Stadtgeschichte Bocholts im 20. Jahrhundert“ anlässlich des 800. Stadtjubiläums der Stadt Bocholt.

Wie bei allen Veranstaltungen der Reihe „Geschichte erzählen“ soll es dabei nicht nur um den Vortrag selbst gehen, sondern auch um einen anschließenden Austausch. Vielleicht wird der oder die Eine oder Andere sogar zum Mitmachen motiviert?

Zur Vortragsreihe

Wie entstehen Stadtkultur und unser städtisches Selbstbild, unsere „Identität“ als Ort? Von wem wird unsere Stadtgeschichte erzählt? Mit diesen Fragen soll sich jeden Monat ein neuer Vortrag beschäftigen. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen nimmt das Stadtmuseum sowie die VHS Werne entgegen. Aber auch spontane Besucherinnen und Besucher sind willkommen.

Jeden Monat, jeweils am zweiten, bei Feiertagen ausweichend am dritten, Donnerstag des Monats beleuchtet ein Vortrag unterschiedliche Aspekte der Stadtgeschichtsschreibung oder der Stadtgeschichte Wernes. Die Veranstaltungsreihe findet in Zusammenarbeit mit der VHS Werne und dem Förderverein Stadtmuseum statt.

Alle Termine sind im Online-Veranstaltungskalender der Stadt Werne und auf der Webpräsenz der VHS Werne einsehbar.

Weitere Artikel von Werne Plus

Kneipen-Quiz des Fördervereins Stadtbücherei mit Teilnahme-Rekord

Werne. Mit 20 Teams und insgesamt 101 Teilnehmenden verzeichnete das Kneipen-Quiz des Fördervereins der Stadtbücherei Werne am vergangenen Dienstag einen neuen Rekord.  Auf der Terrasse...

TOP 50 des Werner SC besucht Trier und Koblenz

Werne. Gut gelaunt kehrten 50 Teilnehmende der TOP 50-Gruppen des WSC 2000 am Sonntagabend von ihrem Ausflug an Mosel und Rhein zurück. Bereits am...

„Kuppel des Staunens“ – Schulplanetarium zu Gast am GSC

Werne. Die Sporthalle des Gymnasiums St. Christophorus Werne verwandelte sich jetzt in eine Kuppel des Staunens: Das mobile Schulplanetarium war zu Gast und bot...

Geplantes Baugebiet Werthwiese: Widerstand formiert sich

Werne/Stockum. Am südlichen Rand von Stockum soll das "Wohnen an der Werthwiese" den Bedarf nach Wohnraum erfüllen. Das sehen nicht alle so: Bei der...