Dienstag, Mai 28, 2024

Werne trauert um Kapuziner-Pater Wolfgang Drews

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Werne. Am Karfreitag starb Kapuzinerbruder Pater Wolfgang Drews im hohen Alter von 91 Jahren. Er war von 1998 bis 2002 und seit 2011 im Kloster in Werne stationiert, von 2011 nach dem Tod von Pater Suitbert Telgmann bis 2013 auch als Guardian. 2021 und 2022 hatte er verschiedene Jubiläen gefeiert.

Pater Wolfgang Drews wurde am 14. Juli 1932 in Ober – Erlenbach, heute zu Bad Homburg gehörend, als Sohn des Maschinisten Josef Drews und seiner Ehefrau Maria geb. Kunz geboren. Wenige Tage danach wurde er in der dortigen Pfarrkirche St. Martin auf den Namen Kurt Johannes getauft.

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Nach den Kriegsjahren und dem Besuch der Volksschule und Berufsschule erlernte er in Frankfurt am Main von 1947 bis 1950 den Beruf des Elektromaschinenbauers. In dieser Zeit suchte er nach einem tieferen Sinn des Lebens. Den Menschen wollte er begegnen und Gott dienen. Weil er in Frankfurt die Liebfrauenkirche und damit die Kapuziner fand, ging er nach seiner Gesellenprüfung sofort nach Bensheim zu den Kapuzinern auf die Spätberufenenschule.

Nach seinem Abitur trat er am 16. September 1955 in das Noviziat in Stühlingen ein und erhielt den Ordensnamen Bruder Wolfgang. Ein Jahr darauf legte er dort am 17. September seine zeitlichen Gelübde ab und band sich genau drei Jahre später in unserem Kloster in Münster am 17. September 1959 in der Ewigen Profess für immer an die Brüdergemeinschaft der Kapuziner. In Krefeld und Münster studierte er in den Jahren 1956 bis 1961 Philosophie und Theologie und empfing am 26. Juli 1961 in Münster durch Gebet und Handauflegung durch Weihbischof Heinrich Baaken die Priesterweihe.

Nach einem Vorbereitungsjahr für pastorales Arbeiten in Krefeld wirkte Pater Wolfgang anschließend dort bis zum Jahre 1966 als Jugendseelsorger und über zehn Jahre in der Volksmission und der Begleitung der jungen Kapuzinerbrüder. In der Folgezeit war er im schwäbischen Deggingen auf „Ave Maria“ in der Wallfahrtseelsorge tätig. 1967 wurde er auf dem Provinzkapitel als jüngster Teilnehmer zum ersten Mal ins Definitorium gewählt. Er wirkte weiter in „Ave Maria“ als Hausoberer. Unter seiner Leitung wurde die Außenanlage für Messfeiern im Freien errichtet und in der Kirche eine neue Orgel eingebaut.

1970 führte ihn sein Weg ins mittelbadische Ottersweier. In der dortigen Wallfahrtskirche „Maria Linden“ stand die liturgische Erneuerung nach dem Konzil in den verschiedensten gottesdienstlichen und seelsorglichen Bereichen an. Mit neuen Impulsen konnte P. Wolfgang als Guardian die Wallfahrt beleben. Baulich initiierte er die Neufassung des Chores und des Kirchenraums, die Einrichtung der Kerzenkapelle, sowie Zelebrationsaltar, Ambo und Chorgestühl.

Im Jahre 1977 wurde er als Pfarrer an die Liebfrauenkirche nach Frankfurt am Main berufen. Er wirkte besonders in der Beicht- und Gesprächsseelsorge, durch Kindergottesdienste, in zwei Jugendgruppen, in der Frauengemeinschaft und bei Männern und Senioren, sowie in der Franziskanischen Gemeinschaft und in der Unterstützung von Wohnsitzlosen. Auf seine Initiative hin folgte die Erstgründung der Frühstücksrunden im Kloster für Arme, die im heutigen Franziskustreff fortgeführt wird.

Aufgrund seines langjährigen Einsatzes in der Jugendarbeit, seiner beruflichen Ausbildung und seiner handwerklichen Erfahrungen lag es für ihn nahe, sich im Jahre 1983 für das „Kloster zum Mitleben“ stark zu machen und es in Stühlingen auf den Weg zu bringen. Es war eine intensive Arbeit in Begegnung mit sehr vielen jungen Menschen, besonders zu Weihnachten, zu Ostern und in den Ferien, aber auch das ganze Jahr hindurch und dazu kam zum zweiten Mal die Berufung in den Provinzrat. Außerdem war ihm in Stühlingen die Begleitung unserer Postulanten anvertraut.

Auch hier waren in der Klosterkirche wie im Kloster selbst einige Renovation notwendig. So wurde z.B. mit dem Zupacken der Jugendlichen eine Orgel auf der Empore errichtet. Nach drei Jahren kam Hilfe durch die Franziskanerinnen aus Reute / Bad Waldsee und damit Ordnung in die Küche und es war mehr Gelegenheit zum Pilgern durch den Schwarzwald und für Wallfahrten nach Assisi.

Nach sechs Jahren gab Pater Wolfgang diese Aufgabe bewusst in die Hände jüngerer Mitbrüder zurück und wirkte 1989 bis 1998 wieder als Guardian im Wallfahrtskloster „Ave Maria“, sowie einige Jahre als Pfarrer in den Pfarrgemeinden Deggingen Hl. Kreuz und Reichenbach St. Pantaleon. In der Diözese war er mit im Ordensrat, Priesterrat und Diözesanrat, in der Kapuzinerprovinz weiterhin im Definitorium. In dieser Zeit feierte er mit sehr vielen Gottesdienstbesuchern die heilige Messe an dem von ihm bei seinem ersten Aufenthalt in Ave Maria errichteten Freialtar. Im Inneren der Kirche stand die kunstvolle Ausstattung des Chorraums an, dann 1996 die Reinigung und Neufassung der Kunstwerke in dieser schönen Barockkirche.

Pater Wolfgang war stets bereit, dort hinzugehen, wo Not am Mann war. 1998 führte sein Ordensweg zum ersten Mal nach Werne. Hier kamen junge Leute an, Postulanten, die er ein Jahr zu begleiten hatte. 2001 wieder in den Provinzrat gewählt, wirkte er auch als Guardian im Kloster Werne. Und im Jahre 2002 wurde er von der UNIO beauftragt, Ordensschwestern der Hl. Klara mit Vorträgen und Exerzitien zu begleiten und er war in diesem Dienst fünfzehn Jahre segensreich tätig.

Der Tod des Guardians des Klosters Dieburg führte ihn im Dezember 2002 in seine hessische Heimat. Danach half er ab 2006 drei Jahren in Frankfurt nach dem Tod eines anderen Mitbruders aus, kehrte wieder nach drei Jahren nach Dieburg zurück, um schließlich nach dem Tod des Guardians von Werne 2011 auch wieder dorthin zu gehen, um dessen Arbeit weiterzuführen. Im Jahr 2013 gab er die Hausleitung bewusst ab und wirkte seit dieser Zeit weiterhin in Werne mit den Brüdern in den verschiedenen Seelsorgsbereichen, blieb aber bis Pfingsten 2023 stellvertretender Hausoberer. Wie in Dieburg war er auch in Werne Präses der Kolpingsfamilie.

Am 17. Juli 2018 ereilte ihn ein Schlaganfall auf einer Straße, als er in Karlsruhe einen befreundeten Pfarrer besuchen wollte. Dank der Hilfe vom Notarzt und vieler Helfer- und Helferinnen im Städtischen Krankenhaus in Karlsruhe konnte er nach Wochen im Koma auf der Intensivstation das Krankenhaus verlassen. Es schloss sich eine Reha in der Kurklinik in Gernsbach im Murgtal an. Von dort kehrte er zum Fest des Heiligen Franziskus in das Kloster Werne zurück.

Nun als Senior des Werner Klosters wirkte er nach Kräften in der Seelsorge mit. 2021 konnte er sein Diamantenes Priesterjubiläum und sein Eisernes Professjubiläum feiern und 2022 noch relativ rüstig seinen 90. Geburtstag. Gerne hielt er auch noch gelegentlich Andachten in der Klosterkirche.  Als seine Kräfte mehr und mehr nachließen, äußerte er den Wunsch zum Umzug ins Pflegeheim St. Katharina, wo weitere pflegebedürftige Mitbrüder ihren Lebensabend verbrachten. Die Aufnahme ins Heim erfolgte am 9. Mai 2023 unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt. Gerne feierte er dort die Gottesdiensten mit und freute sich über Besuch.

Im Februar 2024 verschlechterte sich sein Allgemeinzustand und die Schmerzen nahmen zu. Die letzten Wochen wurde er im Heim palliativ behandelt. Bis in die letzten Tage seines Lebens war er geistig präsent. Die Passionszeit wurde auch für ihn zu einer Leidenszeit, bis er in der Nacht zum Karfreitag, dem 29. März 2024, die Schwelle des Todes in das neue Leben und das ewige Ostern bei Gott überschreiten durfte, heißt es im Totenbrief der Kapuziner abschließend.

Für Pater Wolfgang wird das Totengebet am Sonntag, 7. April, um 18 Uhr in der Klosterkirche in Werne gebetet. Die Eucharistie für ihn wird am Dienstag, 9. April, um 11 Uhr in der Kapuzinerkirche in Werne gefeiert. Die Beerdigung findet danach auf dem katholischen Friedhof in Werne statt.

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